Die Philadelphia Phillies stehen vor der letzten Partie der regulären Saison im heimischen Citizens Bank Park unter Zugzwang. Nach einer Niederlage gegen die Tampa Bay Rays und einer schrumpfenden Vorsprung im National League Wild Card Rennen droht dem Team am Sonntag eine der historisch schwersten Krisen der Franchise-Geschichte.
Die Entscheidung über die Playoff-Teilnahme der Philadelphia Phillies fällt erst am letzten Spieltag der regulären Saison. Sollte Philadelphia am Sonntag siegen, ist das Team sicher in der Postseason. Bei einer Niederlage hängt das Weiterkommen vom Ausgang der Partie von Arizona ab; bei einem eigenen Verlust und einem gleichzeitigen Sieg der Diamondbacks verpassen die Phillies die Playoff-Runde.
Die aktuelle Lage erinnert in Philadelphia an das Jahr 1964, als die Mannschaft nach einer komfortablen Führung die Endrunde verspielte. Noch vor etwas mehr als einer Woche verfügte das Team laut den Daten von FanGraphs über eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 99 Prozent für den Einzug in die Postseason, nachdem im September zeitweise ein Polster von viereinhalb Spielen auf den letzten Wild-Card-Rang bestanden hatte.
Interimstrainer Don Mattingly und die personellen Probleme im Pitching
Die sportliche Talfahrt hat das Trainerteam zu extremen Maßnahmen gezwungen. Interimscoach Don Mattingly musste Aaron Nola am Samstagabend mit kurzer Erholungspause starten lassen – eine Premiere in der Karriere des Pitchers. Die Taktik ging nicht auf: Tampa Bay ging früh in Führung, während die Offensive der Phillies lange torlos blieb und eine Durststrecke von 21 Innings erst im siebten Durchgang mit einem unearned Run beendete.
J.T. Realmuto sagte: „Vor zwei Wochen hätte ich nicht gedacht, dass wir in dieser Situation sein würden. Aber so ist dieses Spiel. Es versteht es, dich demütig zu machen. Hoffentlich können wir da morgen gestärkt herauskommen, es in die Postseason schaffen und dann heiß laufen.
Die personellen Engpässe im Pitching-Bereich resultieren unter anderem aus Verletzungen. Linkshänder Jesús Luzardo fällt wegen einer Entzündung im linken Ellenbogen auf der 15-tägigen Injured List aus. Da im eigenen Kadersystem keine adäquaten Alternativen bereitstanden, verpflichteten die Verantwortlichen im August den rechten Werfer Nestor Cortes und nahmen José Urquidy über die Waiver-Liste von den White Sox unter Vertrag. Letzterer erwies sich jedoch nach zwei Entlassungen als zu risikoreich für einen Start.
Zack Wheeler soll am Sonntag den Einzug sichern
Die gesamte Last ruht nun auf Zack Wheeler, der am Sonntag das entscheidende Start-Pitching übernimmt. Realmuto stehen im Falle eines Scheiterns weitreichende Veränderungen im Verein bevor.

„Ich habe mir das eigentlich nicht so vorgestellt, dass wir das so machen müssen. Aber man muss tun, was eben getan werden muss, und wenn das der Weg ist, wie wir reinkommen, dann ist alles ausgeglichen.“
Don Mattingly, Interimstrainer der Philadelphia Phillies
Ob das Team nach einer monatelangen Berg- und Talfahrt und einer Niederlagenserie von vier Spielen die Wende schafft, entscheidet sich auf dem Platz. Im Lager der Mannschaft herrscht vor dem finalen Duell absolute Fokussierung auf den sportlichen Erfolg.