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Technik und Wissenschaft

NASA ordnet Artemis-Mondlandefähren und Zeitplan neu

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat ihre Architektur für künftige Mondlandungen grundlegend neu geordnet. Um den Zeitplan für 2028 einzuhalten, wurden die Konzepte für die Mondlandefähren von Blue Origin und SpaceX sowie deren Kopplung an das Orion-Raumschiff tiefgreifend angepasst.

Die Raumfahrtbehörde steuert damit auf eine entscheidende Testmission zu, die den Weg für die Rückkehr von Astronauten zur Mondoberfläche freimachen soll.

Artemis III und die geänderten Kopplungspläne im Erdorbit

Die geplante Artemis III-Mission sieht vor, dass die Besatzung zunächst in einer erdnahen Umlaufbahn den Umgang mit dem Orion-Raumschiff probt. Die Raumfahrtbehörde betonte, dass eine solche Mission in einer erdnahen Umlaufbahn Vorteile bietet, da im Falle von Problemen eine schnellere Rückkehr zur Erde möglich ist. Gleichzeitig stellt das Aufeinandertreffen im Erdorbit die Teams vor anspruchsvolle Aufgaben, um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen privaten und behördlichen Systemen zu erproben.

„Orion wurde als Raumfahrzeug für den tiefen Weltraum gebaut, und deshalb müssen wir die thermischen Bedingungen wirklich gut steuern, die in einer niedrigen Erdumlaufbahn höher sind.“

Jeremy Parsons, NASA-Programmmanager für Artemis, via Space

Während der Testtage im niedrigen Erdorbit nacheinander beide Landefähren anzudocken, stellt die Teams vor neue Aufgaben. Zuerst trifft die Crew auf den Blue-Moon-Lander von Blue Origin, öffnet die Luke und bewertet lebenserhaltende Systeme. Wenige Tage später stößt das Starship von SpaceX hinzu. Dieser Besuch dauert laut Planung etwa zwei Stunden, wobei die Astronauten nicht in das Starship wechseln, sondern wertvolle Daten über die Stoß- und Kopplungskräfte sammeln.

Technische Anpassungen bei Blue Origin und SpaceX

Um den Zeitplan zu sichern, haben beide Industrie-Partner ihre Konzepte stark modifiziert. Blue Origin setzt bei den ersten Missionen auf drei nacheinander arbeitende Transferstufen.

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Foto: nasa.gov

Gleichzeitig arbeitet die NASA mit United Launch Alliance an einer erweiterten Centaur V-Oberstufe für das SLS, um das Orion-Raumschiff künftig in einen niedrigen Mondorbit bringen zu können. Dieser technische Schritt löst ein Problem des Servicemoduls, das bisher nicht über genügend Leistung verfügte, um von der Erde aus direkt in einen niedrigen Mondorbit und wieder zurück zu gelangen.

Die geplante Architektur sieht zudem vor, dass die von Blue Origin entwickelte Blue Moon Mark 2 Alpha-Landefähre mit drei separaten Transferstufen zum Mond geschickt wird. Diese Stufen arbeiten ähnlich wie Raketenstufen und trennen sich ab, sobald ihr Treibstoff verbraucht ist. Zuvor wird Blue Origin eine unbemannte Testmission mit einer Transferstufe absolvieren und dabei Erkenntnisse aus robotischen Mark 1-Missionen für das Mondbasis-Programm einfließen lassen.

Nationale Raumfahrtpolitik und die offenen Zeitpläne für 2028

Die von NASA-Administrator Jared Isaacman vorangetriebene Restrukturierung zielt darauf ab, die Vorgaben der Nationalen Raumfahrtpolitik umzusetzen. Weder Blue Origin noch SpaceX sind derzeit fest an eine bestimmte Landemission gebunden; stattdessen entscheidet am Ende die technische Bereitschaft, welcher Anbieter den Zuschlag für die erste bemannte Landung erhält.

NASA ordnet Artemis-Mondlandefähren und Zeitplan neu
Foto: space.com

„Wir setzen die Nationale Raumfahrtpolitik von Präsident Trump um, um die lang ersehnte Rückkehr amerikanischer Astronauten auf die Mondoberfläche im Jahr 2028 zu vollenden und eine Mondbasis zu errichten.“

Jared Isaacman, NASA-Administrator, via Nasa

Die Verantwortlichen der Raumfahrtbehörde betonten, dass die getroffenen Maßnahmen dazu dienen, Risiken für künftige Mondlandungen zu reduzieren und das Team zielgerichtet auf den Einsatz vorzubereiten. Das Ziel bleibt es, durch den Aufbau einer dauerhaften Präsenz auf dem Mond auch ein Fundament für künftige bemannte Missionen zum Mars zu legen.

Ob der angepeilte Starttermin im Sommer des kommenden Jahres für die Artemis III-Testmission gehalten werden kann, bleibt ungesichert. Interne Berichte verweisen auf Verzögerungen in der Lieferkette der Mondlandefähren, während die Verantwortlichen betonen, dass alle Beteiligten mit Hochdruck an der Umsetzung arbeiten.

Die NASA und ihre kommerziellen Partner sind entschlossen, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen, um die langjährigen Pläne für die bemannte Raumfahrt erfolgreich voranzutreiben.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.