Die NFL hält an ihrem ersten regulären Saisonspiel in Paris zwischen den Pittsburgh Steelers und den New Orleans Saints fest, während Proteste die französische Hauptstadt erschüttern, Fan-Veranstaltungen abgesagt werden und das US-Außenministerium Sicherheitswarnungen ausspricht.
Während im Stade de France am 25. Oktober das Premierenspiel der National Football League in Frankreich steigen soll, gibt es in den Straßen von Paris Unruhen. Am 17. Oktober entluden sich landesweite Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten und unzureichende öffentliche Dienste in Ausschreitungen, bei denen Tränengas eingesetzt wurde und schätzungsweise 110.000 Menschen im Stadtgebiet demonstrierten. Trotz dieser Zustände beharrt die Ligaführung auf ihrem Terminplan und betont eine enge Abstimmung mit den örtlichen Behörden.
Absagen von Fan-Events und behördliche Warnungen
Die Realität vor Ort erzwingt derweil Zugeständnisse, die das Rahmenprogramm des NFL-Wochenendes treffen. Die Associated Press berichtete, dass die Liga am Samstag die Schließung ihres zentralen Treffepunkts, des NFL House in Paris, offiziell verkündete. Zuvor waren bereits ein Pop-up-Shop der Liga wegen potenzieller Zugangsprobleme gestrichen sowie eine Veranstaltung der Pittsburgh Steelers im Bastille-Viertel abgesagt worden.
Auch die teilnehmenden Teams spüren die Konsequenzen der angespannten Sicherheitslage. Die New Orleans Saints verschoben ihren geplanten Saints House-Event vom Samstag auf den darauffolgenden Sonntag. Parallel dazu reagierte die US-Regierung auf die Eskalation und rief Reisende zur Vorsicht auf. In einer offiziellen Mitteilung forderte das US-Außenministerium US-Amerikaner in Paris für das NFL-Spiel dazu auf, Vorsicht walten zu lassen und sich ihrer Umgebung bewusst zu sein.
French Athletes in Football.
Programmpunkt im NFL House
Die NFL erklärte zu einer geplanten Veranstaltung im NFL House: Von dem Spielfeld in die Gemeinde.
Reaktionen von Fans und die Haltung der Liga
Kritik an dem Festhalten am Spielort entlädt sich vor allem in den sozialen Medien, wo Anhänger der Teams eine Verlegung oder Absage fordern. Viele empfinden die Durchführung einer US-Sportgroßveranstaltung angesichts sozialer Unruhen und wirtschaftlicher Not als unangebracht. Die Liga hält jedoch an ihrer Planung fest und beteuert ihre Vorfreude auf das Ereignis:

Die NFL erklärte in einer offiziellen Stellungnahme: Wir freuen uns auf das allererste Hauptrunden-Spiel in Paris, und die Vorbereitungen für NFL-Veranstaltungen und das Spiel im Stade de France am 25. Oktober laufen planmäßig weiter. Wie bei jedem NFL-Spiel, einschließlich unserer internationalen Spiele, arbeiten wir bei allen operativen und sicherheitsrelevanten Fragen eng mit den örtlichen Behörden und Partnern zusammen. Wir freuen uns darauf, die Fans noch in diesem Monat in Paris willkommen zu heißen.

Kritiker argumentieren hingegen, dass ein Festhalten an dem Termin unnötige Risiken birgt. Zusätzliche Sicherheitskräfte, die rund um das Spiel im Einsatz sind, fehlen andernorts in der von Unruhen geplagten Metropole. Zudem müsse jeder Fan erst einmal die Stadionperipherie erreichen, wo das Sicherheitskonzept der Liga greift. Als Beispiel für die Flexibilität französischer Behörden dient ein Fußballspiel zwischen Paris Saint-Germain und Lyon, das von Sonntag auf Montag verlegt wurde. Kritiker fordern von der NFL einen ähnlichen Schritt, um die Sicherheit von Spielern und Besuchern zu gewährleisten.
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