Am Sonntag feiert die NFL ihr historisches Debüt in Frankreich. Die New Orleans Saints empfangen die Pittsburgh Steelers im Pariser Stade de France. Trotz anhaltender ziviler Unruhen, gewaltsamer Proteste und Reisewarnungen des US-Aussenministeriums halten Liga und Teams an der Partie fest.
Die Sicherheitsvorkehrungen für das erste NFL-Punktspiel auf französischem Boden sind massiv erhöht worden. Während in Paris und anderen Städten Frankreichs seit Anfang Oktober landesweit Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten und unzureichende Bedingungen an den Schulen stattfinden, betonen die Verantwortlichen der National Football League, dass die Vorbereitungen planmässig verlaufen wie ein Sprecher der Liga bestätigte.
Hohe Sicherheitsstufe im Stade de France
NFL-Commissioner Roger Goodell erklärte bei den Ligatreffen, dass sein Vertrauen in die Sicherheitslage sehr hoch sei. Die Liga stehe in engem Austausch mit den zuständigen Behörden in Frankreich sowie mit dem US-Aussenministerium, wie Goodell nach Gesprächen mit Aussenminister Marco Rubio betonte. Das zuständige Sicherheitsteam der NFL, das sonst Grossereignisse wie den Super Bowl absichert, koordiniert den Einsatz vor Ort. Auch Cathy Lanier, die NFL-Chefin für Sicherheit und ehemalige Polizeichefin von Washington, D.C., leitet die Planungen in Paris.
Die Unruhen hatten zuletzt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen maskierten Plünderern und der Polizei geführt. Am vergangenen Wochenende wurden bei Demonstrationen im Land mehr als 2.000 Menschen festgenommen; es gab mindestens zwei Todesfälle und zahlreiche Verletzte. Die französischen Behörden verhängten nächtliche Ausgangssperren in mehreren Regionen. Dennoch betonen sowohl Spieler als auch Offizielle, dass die Sicherheit für Mannschaften und Zuschauer oberste Priorität geniesst.
Brett Gosper sagte laut Sky Sports: „Die Sicherheit von Fans und Spielern hat offensichtlich oberste Priorität, und wir werden in diesem Sinne niemanden in Gefahr bringen, weshalb die Informationen, die wir erhalten, sehr wichtig sind.
Reaktionen von Teams und Fans in Paris
Die New Orleans Saints reisten bereits nach ihrem Spiel gegen die New York Giants direkt nach Frankreich, während die Pittsburgh Steelers am Donnerstag ankrepelten. Im Lager der Steelers mussten die Pläne allerdings angepasst werden: Nach sorgfältiger Überlegung und angesichts der Vorkommnisse im Bastille-Viertel sagte die Franchise den geplanten Fan-Event Steelers House
ab wie Vizepräsidentin Nicki Ewell bestätigte. Dennoch zeigten sich mitgereiste Anhänger unbeeindruckt von den Schlagzeilen. Fans aus den Vereinigten Staaten, die das Spiel vor Ort verfolgen, berichten von einer unkomplizierten Anreise und einem friedlichen Stadtbild in den touristischen Zonen, auch wenn vereinzelt Spuren der Vorwoche wie verbrannte Rückstände oder Polizeipräsenz sichtbar blieben während ihres Aufenthalts an der Seine.
Sportliche Bedeutung und die französisch-amerikanischen Verbindungen
Für die New Orleans Saints ist das Auswärtsspiel in Europa eine Heimkehr zu historischen Wurzeln. Die 1718 von Frankreich gegründete Stadt La Nouvelle-Orléans und die traditionelle Fleur-de-lis als Teamwappen schaffen eine kulturelle Verbindung, die auch in der französischen Öffentlichkeit wahrgenommen wird, wie Brett Gosper hervorhob. Die Saints besitzen exklusive kommerzielle Vermarktungsrechte in dem westeuropäischen Land.

Das NFL-Spiel im Stade de France markiert einen Meilenstein in der internationalen Expansionsstrategie der Liga. Mit insgesamt neun internationalen Partien im Jahr 2026 dehnt die NFL ihre Präsenz weltweit aus, wobei neben Paris auch Melbourne und Rio de Janeiro als neue Austragungsorte hinzukommen. Die NBA hat mit fünf absolvierten Spielen seit 2020 bereits vorgemacht, dass der französische Sportmarkt offen für nordamerikanische Profiligen ist wie Experten und Vermarkter analysieren.

Brett Gosper sagte laut Sky Sports: „Es gibt definitiv eine große Übereinstimmung in Kultur und Geschichte, da die Saints hier auf dem französischen Markt ein Spiel austragen.
Das Spiel im Stade de France in Saint-Denis beginnt am Sonntag um 2:30 Uhr Ortszeit beziehungsweise um 9:30 Uhr im Osten der Vereinigten Staaten. Die Vorbereitungen vor Ort umfassten neben der Platzinstandsetzung auch vergrösserte Kabinen für die NFL-Profis und spezielle Installationen für die Trainerkommunikation, um den Standard der nordamerikanischen Stadien in der französischen Hauptstadt abzubilden wie die Stadionverantwortlichen berichteten.
Auch interessant