Bei einem Raubüberfall auf einen FedEx-Transporter vor der Zentrale von Professional Sports Authenticator (PSA) in Santa Ana, Kalifornien, wurden am 13. Oktober 2026 wertvolle Sammelkarten gestohlen. Die Polizei schätzt den Wert der Beute auf mindestens 963.000 US-Dollar, während Sammler und Experten von einem Gesamtschaden im Millionenbereich ausgehen.
Der Raubüberfall vor der PSA-Zentrale
Der Diebstahl ereignete sich am 13. Oktober 2026 in der East St. Andrew Place in Santa Ana, als ein FedEx-Fahrer sein Fahrzeug für schätzungsweise 60 bis 90 Minuten unbeaufsichtigt ließ. Unbekannte Täter brachen das Schloss des Laderaums auf und entwendeten zwei vollständige Paletten mit jeweils etwa 100 Paketen sowie rund 50 weitere Pakete von einer dritten Palette. Laut der Polizei von Santa Ana wurde der Wert der ersten beiden Paletten vorläufig auf 963.000 US-Dollar beziffert; die Bewertung der restlichen Beute dauert an.
Die gestohlenen Sendungen enthielten eine Vielzahl von Sammlerstücken, darunter Sportkarten und Pokémon-Karten, die Kunden aus dem ganzen Land zur Authentifizierung und Bewertung an PSA (Professional Sports Authenticator) geschickt hatten. PSA betonte in einer Stellungnahme, dass der Vorfall nicht das Unternehmen selbst, sondern ein Drittanbieter-Transportfahrzeug betraf, das sich bereits außerhalb des Firmengeländes befand. Laut Angaben der Santa Ana Police Department blieben die Gegenstände nach Verlassen der Einrichtung außerhalb des Besitzes von PSA.
Nach Angaben von PSA waren insgesamt 6.451 gegradete Sammlerstücke in rund 250 Paketen von dem Einbruch betroffen. Das Unternehmen erklärte, dass die betroffenen Artikel den Standort nach der Bearbeitung verlassen hatten und sich auf dem Rückweg zu ihren Eigentümern befanden, als der Transporter in Santa Ana ins Visier von Kriminellen geriet. Die Ermittler versuchen weiterhin zu klären, an welchem Ort und zu welchem Zeitpunkt genau während der Tour der Einbruch stattfand.
Reaktionen betroffener Sammler
Für viele Sammler hat der Verlust eine persönliche und finanzielle Dimension, die weit über den reinen Geldwert hinausgeht. Der bekannte YouTuber Sky-B Cards berichtete, dass seine Sendung von 104 Karten, die er über zwei Jahre hinweg gesammelt hatte, gestohlen wurde. Er gab an, mehr als 8.000 US-Dollar für die Bewertung bezahlt zu haben, wobei die Versicherungssumme für die Sendung bei maximal 156.000 US-Dollar lag. In den sozialen Netzwerken drückten zahlreiche weitere Geschädigte ihren Frust über den Verlust von jahrelang zusammengetragenen und oft unersetzlichen Sammlerstücken aus.
Ich bin derzeit mein gesamtes Geld los, das es gekostet hat, diese Karten zu erwerben, ich bin meine gesamten PSA-Bewertungsgebühren los, und ich habe keine dieser Karten in der Hand und werde sie wahrscheinlich auch nie wieder sehen.
Foto: Los Angeles Times
Sky-B, Sammler und YouTuber
Auch Alessandro Spennato, ein Unternehmer aus Wilmington, Delaware, ist betroffen. Er gab an, dass seine Sammlung von 82 Wrestling-Karten, darunter seltene Einzelstücke, einen Wert von etwa 75.000 US-Dollar habe. Spennato äußerte sich kritisch gegenüber dem Entschädigungsverfahren: Wie bestimmt man den fairen Marktwert, wenn die Karten so selten sind, dass sie kaum verkauft werden?
Unter den gestohlenen Objekten befinden sich laut Berichten von Sammlern und Branchenkennern auch hochkarätige Einzelstücke. So wurde unter anderem ein Exemplar einer PSA-10-Zoro-Karte aus dem One Piece TCG genannt, von dem weltweit nur wenige Einheiten existieren und das allein mit einem Wert von rund 500.000 US-Dollar beziffert wurde. Weitere Einzelsendungen umfassten wertvolle Sportkarten wie eine Caleb-Williams-Karte im Wert von etwa 1.500 US-Dollar sowie seltene Sammlerstücke aus Franchises wie Magic: The Gathering und Yu-Gi-Oh!.
Maßnahmen von PSA und Ermittlungsstand
PSA hat umgehend reagiert, um den Wiederverkauf der gestohlenen Ware zu erschweren. Das Unternehmen hat die Zertifizierungsnummern der betroffenen Karten deaktiviert und Auktionshäuser sowie Handelsplattformen informiert, damit diese nach den seltenen und serialisierten Stücken Ausschau halten können. Kunden, deren Sendungen betroffen sind, sollen eine Entschädigung auf Basis des fairen Marktwerts erhalten, begrenzt durch den jeweils gewählten maximalen Versicherungswert (Maximum Insured Value, MIV). Zudem hat das Unternehmen angekündigt, die anfallenden Bewertungsgebühren für die betroffenen Bestellungen zu erstatten.
Foto: IGN
Bisher wurden keine Verdächtigen festgenommen und es konnten keine der entwendeten Karten sichergestellt werden.
Marktentwicklung und Risiken beim Versand
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken des boomenden Marktes für Sammelkarten, der sich zu einer globalen Multimilliarden-Dollar-Industrie entwickelt hat. Darren Rovell, ein langjähriger Beobachter der Sportgeschäft-Branche, wies darauf hin, dass die bloße Aufschrift PSA oder Collectors auf einem Versandkarton ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstelle, da sie den potenziellen Inhalt für Kriminelle unmittelbar erkennbar mache. Die Preise für seltene Pokémon- und Sportkarten sind in den letzten Jahren, befeuert durch Sammlerwellen und prominente Investoren, massiv gestiegen, was die Objekte zunehmend in den Fokus von Dieben rückt.
Foto: ABC7 Los Angeles
Zeitgleich zu den Ermittlungen veröffentlichte PSA positive Nachrichten zur allgemeinen Bearbeitungskapazität des Unternehmens. Laut dem unternehmenseigenen Backlog-Tracker konnte der Rückstand an ungeprüften Karten innerhalb von weniger als drei Monaten deutlich reduziert werden, was die operative Leistungsfähigkeit des Marktführers unterstreicht, auch wenn der aktuelle Diebstahl die betroffenen Kunden hart trifft.
David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.
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