Jean-Pierre Gallati, der Aargauer Regierungsrat und frühere Nationalrat, kandidiert für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin in der Schweizer Landesregierung. Am 24. Oktober 2026 bestätigte der 60-jährige Jurist seine Kandidatur kurz vor Ablauf der Anmeldefrist der SVP.
Wer bewirbt sich um die Nachfolge von Guy Parmelin?
Die Anmeldefrist der SVP für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin ist am Freitagmittag, Punkt 12 Uhr, abgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt zählten Beobachter exakt sieben beziehungsweise achteinhalb Anmeldungen im Rennen. Sechs Männer und eine Frau hatten sich offiziell beworben, während die Zuger SVP ihren Fraktionschef Thomas Aeschi vorschlug, der sich zunächst Bedenkzeit erbat.
Der Zuger Kantonalpartei folgte bei der Nomination der Bundeshaus-Fraktionschef Thomas Aeschi, wobei offen blieb, ob der 47-jährige Ökonom die Kandidatur tatsächlich annehmen wird. Sein Wohnkanton Zug ist mit Martin Pfister von der Die Mitte derzeit bereits im Bundesrat vertreten. Der Berner Regierungsratspräsident Pierre Alain Schnegg reichte seine Bewerbung am späten Nachmittag ein; der Bern-Jurassier politisiert seit 2016 in der Berner Kantonsregierung, lebt in Champoz und gehört der Freikirche «Gemeinde für Christus» an. Ebenfalls aus dem Kanton Bern stammt Nationalrat Werner Salzmann, während der Tessiner Ständerat Marco Chiesa als ehemaliger SVP-Parteipräsident ebenfalls ins Rennen steigt. Die Walliser Vertretung umfasst eine Doppelkandidatur aus Nationalrat Michael Graber und Staatsrat Franz Ruppen. Der Name der Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger (Jahrgang 1968) kursierte zuvor ebenfalls als mögliche Nachfolgerin.
Zu den prominentesten Namen im Bewerberfeld gehört die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz, die als Erste ihr Interesse anmeldete. Neben ihr streben auch der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann, der Berner Regierungsratspräsident Pierre-Alain Schnegg sowie der Tessiner Ständerat Marco Chiesa das Amt an. Aus dem Wallis schickt die Kantonalpartei gleich ein Doppelpaket mit Nationalrat Michael Graber und Staatsrat Franz Ruppen ins Rennen. Jean-Pierre Gallati komplettiert das Feld der profilierten Exekutivpolitiker.
Warum Jean-Pierre Gallati als aussichtsreicher Kandidat gilt
Der Aargauer Regierungsrat will Führungsverantwortung und schwierige Aufgaben anpacken. Der 60-jährige Jurist leitet im Kanton Aargau das Departement Gesundheit und Soziales und blickt auf eine kurze Episode im Nationalrat im Jahr 2019 zurück, bevor er in die Kantonsregierung gewählt wurde. Politische Beobachter schätzen ihn als dossierfest und redegewandt ein.

In seiner Zeit als Fraktionschef im Aargauer Kantonsrat galt Gallati oft als Hardliner, zeigte sich im Regierungsrat jedoch kompromissbereit. Während der Corona-Pandemie hielt er am Kurs des Bundesrates fest und setzte Massnahmen um. Gleichzeitig stieg er parteiintern mit Äusserungen gegen die Neutralitätsinitiative von Christoph Blocher und seiner Kritik an Nationalrat Andreas Glarner nicht bei allen Parteifreunden höher.
Wer aus dem Rennen ist und welche Hürden folgen
Mehrere hochgehandelte Namen hatten zuvor auf eine Kandidatur verzichtet. So gaben die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und die Thurgauer Ständerätin Esther Friedli Absagen bekannt. Rickli empfahl stattdessen Jean-Pierre Gallati für das Amt. Auch prominente Parlamentarier wie Thomas Matter und Nicolas Kolly winkten ab.

Die SVP-Fraktion wird am 20. November das offiziell empfohlene Ticket zuhanden der Vereinigten Bundesversammlung beschliessen. Laut Parteistatuten droht jedem Mitglied, das sich ohne offizielle Nomination in den Bundesrat wählen lässt, der automatische Ausschluss aus der Partei. Die Wahl durch die vereinigte Bundesversammlung findet am 9. Dezember 2026 statt.
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