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Technik und Wissenschaft

Bernsteinfund: Ältester Beleg für Schwanzabwurf bei Eidechsen entdeckt

Ein 99 Millionen Jahre alter Bernsteinfund liefert den bisher ältesten fossilen Beleg dafür, dass Eidechsen ihren Schwanz abwerfen, um Angreifern zu entkommen. Forscher entdeckten das winzige Fragment mit Schuppen nach Jahren in einer Schublade und untersuchten es mit einem Mikro-Computertomografen.

Jahrelang lag ein unscheinbares Stück Bernstein in einer Schublade, ohne dass jemand wusste, was sich darin befand, wie WELT berichtet. Leonidas-Romanos Davranoglou und sein Team von der Universität Tel Aviv hatten das Objekt online erworben, um einen vermeintlichen Zweig oder ein Insekt zu untersuchen.

Mikro-CT-Untersuchung des Eidechsenschwanzes

Die genaue Art ließ sich zwar nicht mehr bestimmen. Anhand der Schuppen und weiterer Merkmale gehen die Forscher jedoch davon aus, dass der Schwanz entweder zu einem Vorfahren der Blindschleiche — also einer beinlosen Echse — oder zu einem Verwandten der Mauereidechse gehörte. Das Tier hat den Schwanz vermutlich absichtlich abgeworfen, um einem Angreifer zu entkommen.

Handel und Herkunft aus Myanmar

Obwohl der Fund als ältester direkter fossiler Beleg für diese drastische Verteidigungstaktik gilt, gibt es auch Zweifel an der Herkunft des Stücks. Die Forscher Daza Vaca und Evans weisen darauf hin, dass der Bernstein aus einer Region in Myanmar stammt, in der der Handel seit dem Jahr 2017 mit bewaffneten Konflikten verknüpft ist, nachdem das Militär dort die Minen erobert hatte.

Aus diesem Grund untersuchen viele Paläontologen grundsätzlich keine Fossilien mehr, die nach Juni 2017 abgebaut wurden. Davranoglou erklärte dazu, dass sein Team den Bernstein im Jahr 2022 von einem chinesischen Händler kaufte. Dieser legte eine handschriftliche Erklärung vor, wonach das Stück vor Februar 2017 abgebaut worden war. Diese Erklärung liegt dem Fachmagazin „Science“ vor.”

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.