NASA hat für Freitag, den 23. Oktober 2026, eine live übertragene Pressekonferenz im Kennedy Space Center in Florida angekündigt, um Details über die beschleunigten Pläne für die Artemis-Mondmissionen und den aktuellen Status des unbemannten Vorhabens Artemis III vorzustellen.
Die Raumfahrtbehörde will bei der Veranstaltung im US-Bundesstaat Florida die Weichen für die kommenden Schritte im bemannten Programm stellen. Wie die Agentur in einer Mitteilung ankündigte, wird die Konferenz um 14:00 Uhr EDT (18:00 Uhr GMT) im Kennedy Space Center beginnen. Neben der Live-Übertragung über die Plattformen der Behörde stehen vor allem konkrete Zeitpläne und technische Anpassungen für die nächsten Flüge im Fokus.
Jared Isaacman leitet Briefing zu Artemis III und IV
An der Pressekonferenz unter dem Titel „Artemis Acceleration nehmen drei führende Vertreter der US-Raumfahrtbehörde teil: NASA-Administrator Jared Isaacman, der stellvertretende Administrator Amit Kshatriya sowie Programmmanager Jeremy Parsons. Die Verantwortlichen werden erläutern, wie die Pläne zur Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond bis zum Jahr 2028 voranschreiten.
Im Zentrum der diesmaligen Beratungen steht die Mission Artemis III, die im Laufe des Jahres 2027 in eine Erdumlaufbahn starten soll. Entgegen ursprünglichen Planungen wird dieser Flug nicht direkt auf die Mondoberfläche führen. Stattdessen dient er als bemannter Test im erdnahen Orbit, um kritische Systeme für künftige Landungen zu prüfen. Vier Astronauten – namentlich Commander Randy Bresnik, Pilot Luca Parmitano sowie die Missionsspezialisten Andre Douglas und Frank Rubio, unterstützt von Ersatzmann Bob Hines – sollen an Bord des Raumschiffs Orion in eine Erdumlaufbahn reisen.
Rendezvous-Tests mit Starship und Blue Moon
Während des Erdumlaufbahn-Tests im Jahr 2027 wird Orion mit Testversionen der kommerziellen Mondlandefähren andocken, die von privaten Auftragnehmern entwickelt werden. Dabei handelt es sich um das Starship von SpaceX sowie den Blue Moon Mark 2 (MK2) von Blue Origin. Die Mission soll den Astronauten die Möglichkeit geben, Kopplungsmechanismen, Lebenserhaltungssysteme und Schnittstellen zu erproben, bevor die Gerätschaften bei einer echten Mondlandung zum Einsatz kommen.

Die eigentliche Rückkehr von Menschen auf die Mondoberfläche ist nach dem aktuellen Kurs der Agentur nun für die Mission Artemis IV im Jahr 2028 vorgesehen. Ob im Rahmen von Artemis IV schließlich das System von SpaceX oder das von Blue Origin zum Zuge kommt, hängt vom Fortschritt der jeweiligen Entwicklungsarbeiten und den Ergebnissen des anstehenden Orbit-Tests ab.
Wie NASA-Verantwortliche in einer Agenturmitteilung erklärten, wird das Update „Details über die Artemis-III-Mission der NASA umfassen, die im kommenden Jahr vier Astronauten in eine niedrige Erdumlaufbahn entsenden wird, um kritische Systeme zu testen, die für künftige Mondlandungen erforderlich sind, sowie darüber, wie die Pläne zur Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond bis 2028 voranschreiten“.”
Technische Vorbereitungen im Kennedy Space Center
Unterdessen schreiten die physischen Vorbereitungen für den Raketenstart im Testbetrieb voran. NASA hat den Zusammenbau der beiden soliden Feststoffraketenbooster für Artemis III im Vehicle Assembly Building auf dem Weltraumbahnhof in Florida abgeschlossen. Die Booster, die von Northrop Grumman gefertigt werden, liefern mehr als 75 Prozent der Schubkraft für den Aufstieg. Zudem wurden alle vier RS-25-Triebwerke in die Kernstufe der Trägerrakete integriert.

Die 212 Fuß (rund 65 Meter) lange Kernstufe war im Frühjahr per Lastkahn über eine Strecke von etwa 900 Meilen aus der Fertigungsstätte Michoud Assembly Facility in New Orleans zum Weltraumbahnhof transportiert worden. Für den nun anstehenden, erdnahen Testflug wird die schwere Space-Launch-System-Rakete anstelle der gewohnten Oberstufe mit einem nicht-propulsiven Distanzstück gleicher Abmessungen bestückt, um die strukturelle Integrität des Gesamtsystems zu wahren.
Offene Fragen vor dem Briefing am Freitag
Trotz der fortgeschrittenen Montagearbeiten bleiben vor der Pressekonferenz am Freitag einige Fragen offen. So hat die Raumfahrtbehörde noch keinen konkreten Starttermin für die Mission im Jahr 2027 genannt, und es ist Gegenstand interner Abstimmungen, ob die Besatzung im Rahmen des Orbit-Tests tatsächlich das Innere einer der kommerziellen Landefähren betreten wird. Beobachter weisen zudem darauf hin, dass der straffe Zeitplan angesichts technischer Herausforderungen bei der Treibstoffbetankung im Orbit und der Anpassung privater Startanlagen unter Druck steht.
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