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Technik und Wissenschaft

NASA veröffentlicht über 800 GB Daten der Artemis-II-Mission

NASA hat am 7. Oktober 2026 mehr als 800 Gigabyte an Daten und Aufnahmen der Mission Artemis II veröffentlicht. Der weltweit zugängliche Datensatz aus dem Planetary Data System enthält tausende hochauflösende Bilder, Audioaufnahmen von Beobachtungen der Mondoberfläche sowie von der Besatzung annotierte Aufnahmen.

Über 800 Gigabyte Monddaten im Planetary Data System veröffentlicht

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den letzten bemannten Flügen des Apollo-Programms gewährt die US-Raumfahrtbehörde NASA einen umfassenden Einblick in die wissenschaftlichen Ergebnisse der Artemis-II-Umrundung. Der am 7. Oktober 2026 freigegebene Datenbestand umfasst nach Angaben der beteiligten Stellen exakt 814 Gigabyte an Beobachtungen und speichert über 11.000 Fotos sowie Videos von Handkameras der Besatzung und den Kameras der Orion-Kapsel.

Hinzu kommen 8,5 Stunden an Audioaufzeichnungen, in denen die Astronauten ihre wissenschaftlichen Beobachtungen des Mondes und seiner Umgebung festhielten. Forschende weltweit sowie die breite Öffentlichkeit können das Material für weitere Analysen nutzen.

Zusammen mit den Dateien stellte die Agentur den Artemis II Preliminary Lunar Science Report, den Artemis II Lunar Science Operations Report sowie den Artemis II Lunar Science Data User Guide online zur Verfügung. Die drei Schriften bieten eine technische Zusammenfassung darüber, wie der entsprechende wissenschaftliche Plan entworfen und umgesetzt wurde.

David Hollibaugh Baker, der dem wissenschaftlichen Team der Mission angehört, betonte während einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass es nun die Aufgabe der Wissenschaftsgemeinschaft sei, mit diesen Daten zu arbeiten. Neben den digitalen Aufnahmen umfassen die Berichte auch handschriftliche Aufzeichnungen, Notizen und Skizzen der Raumfahrer, die während des Vorbeiflugs auf Tablets angefertigt wurden.

Mission team members are excited during Artemis II
Foto: Space

Visuelle Entdeckungen und farbige Vulkanspuren auf der Mondoberfläche

Während ihres Vorbeiflugs im April 2026 nahmen die Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und der kanadische Raumfahrer Jeremy Hansen aus rund 4.000 Meilen Entfernung eine Vielzahl geologischer Besonderheiten ins Visier.

Besonders das Aristarchus-Plateau auf der erdabgewandten Vorderseite faszinierte das Team durch seine Kontraste. Christina Koch beschrieb die Region als einen gelben, schneebedeckten Berg und nannte sie eine gelbsüchtige Wange des Mondes.

An den Rändern des gigantischen Orientale-Beckens, das etwa drei Mal so breit wie Massachusetts ist, entdeckte die Crew fast sumpähnliche Grüntöne.

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Mondmission dokumentiert seltene Meteoriteneinschläge aus nächster Nähe

Zu den spektakulärsten Funden des Preliminary Lunar Science Report gehört die Beobachtung von fünf Meteoriteneinschlägen. Die Raumfahrer entdeckten die winzigen Lichtblitze auf der unbeleuchteten Mondseite während einer rund einstündigen totalen Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonne verdeckte. Kommandant Reid Wiseman sichtete den ersten Blitz an der Position von etwa 7 oder 8 Uhr auf dem Mond.

Da der Mond keine Atmosphäre besitzt, um ankommende Trümmerteile zu bremsen oder verglühen zu lassen, schlagen selbst winzige, kieselgroße Felsen mit voller Geschwindigkeit ein. Dies erzeugt ein kurzlebiges Plasmaleuchten, bevor die Region im Vakuum des Weltraums auskühlt.

Die von den Astronauten mit bloßem Auge beobachteten Ereignisse stellen nach Angaben des Teams wahrscheinlich die schwächsten jemals von Menschen registrierten Einschlagblitze dar. Frühere Apollo-Missionen hatten insgesamt drei derartige Blitze erfasst, während erdgebundene Teleskope seit dem Jahr 1999 über 400 verzeichnet haben.

Lori Glaze, eine leitende Vertreterin der Raumfahrtbehörde, erklärte, dass die Agentur diese Aufzeichnungen nutzen wird, um die Gefahren durch kleinere Meteoriten für künftige Stationen zu bewerten. Peter Schultz, emeritierter Professor für Geowissenschaften an der Brown University, betonte gegenüber AFP, dass der tägliche Meteoritenstrom vor dem Bau einer Mondbasis genauer überwacht werden müsse.

NASA veröffentlicht über 800 GB Daten der Artemis-II-Mission
Foto: Live Science

Reid Wiseman, Kommandant von Artemis II, sagte laut Space: „Es war kein Sonnenlicht, das von einem Partikel der Triebwerke oder der Entlüftungstanks reflektiert wurde. Es waren definitiv Einschlagblitze auf dem Mond.

Vorbereitungen für zukünftige Mondbasen und das Artemis-III-Programm

Die nun frei zugänglichen Berichte – darunter der Preliminary Lunar Science Report, der Lunar Science Operations Report sowie der Data User Guide – liefern wichtige Grundlagen für kommende bemannte Landungen.

Kelsey Young, die wissenschaftliche Leiterin der Artemis-II-Mission, zeigte sich begeistert von der erfolgreichen Einbindung wissenschaftlicher Aufgaben in die regulären Flugabläufe. Die gesammelten Daten und Aufnahmen fließen bereits direkt in die Planungen für die nachfolgende Mission Artemis III sowie für darüber hinausgehende Erkundungsvorhaben ein.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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