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Welt

Nach fast drei Jahrzehnten Fußmarsch und rund 50.000 zurückgelegten Kilometern steht der britische

Nach fast drei Jahrzehnten Fußmarsch und rund 50.000 zurückgelegten Kilometern steht der britische Abenteurer Karl Bushby kurz vor dem Abschluss seiner weltumspannenden Goliath Expedition. Nach einer Kanaldurchschwimmung und weiteren Meilen auf britischem Boden wird der 57-jährige ehemalige Fallschirmjäger am kommenden Montag in seiner Heimatstadt Hull erwartet.

Ein Geburtstagskarte als Startschuss für eine 28-jährige Odyssee

Im November 1998 verließ Karl Bushby die Stadt Punta Arenas an der Südspitze Chiles mit einem radikalen Entschluss in November 1998. Inspiriert von einer Geburtstagskarte seines Vaters, die eine Debatte britischer Spezialsoldaten über einen Fußmarsch von London nach New York über die Beringstraße schilderte, weitete er den Plan zu einem ununterbrochenen Fußweg bis zu seiner Heimatstadt Hull im Nordosten Englands aus.

Für das Vorhaben legte er zwei eiserne Regeln fest: Er durfte keinerlei Transportmittel zur Fortbewegung nutzen und musste die gesamte Strecke bis nach Hause zu Fuß bewältigen. Aus dem ursprünglich auf zwölf Jahre veranschlagten Unterfangen wurde eine fast drei Jahrzehnte währendende Reise durch 29 Länder und vier Kontinente, die durch Visaprobleme, politische Konflikte, Geldmangel und die Corona-Pandemie immer wieder verlängert wurde.

Nach fast drei Jahrzehnten Fußmarsch und rund 50.000 zurückgelegten Kilometern steht der britische
Foto: BBC

Seine Reise begann mit gerade einmal 500 US-Dollar in der Tasche. Auf der patagonischen Steppe musste er sich gleich zu Beginn gegen heftige, orkanartige Winde behaupten, während er seinen mit Ausrüstung bepackten Spezial-Golfwagen vor sich her schob, den er schlicht als „das Biest“ bezeichnet. Im Laufe der Jahre führten ihn Routen durch Wüsten, über schneebedeckte Gebirgszüge sowie durch dichte Wälder, wobei er im Zuge einer von ihm als „Floatimmingbeschriebenen Schwimmtechnik sogar den Kaspischen See durchquerte, da andere Wege abgeschnitten waren.”

Karl Bushby sagte: „Mein Lebenssinn und Daseinszweck steht kurz vor dem Ende. Es wird schwierig werden, … wieder in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die man einfach nicht mehr kennt.

Gefahren im Dschungel, auf gefrorenem Meer und an Grenzen

Die Goliath Expedition führte Bushby durch extreme Klimazonen und politisch gefährliche Regionen. Zwischen 2000 und 2001 durchquerte er den gefährlichen Darién Gap an der Grenze zwischen Kolumbien und Panama, der damals von bewaffneten Konflikten zwischen den FARC-Guerillas, Paramilitärs und Drogenkartellen geprägt war.

I followed Karl Bushby’s 28-year walk around the world

Einer der spektakulärsten und gefährlichsten Abschnitte folgte im Jahr 2006, als er gemeinsam mit dem US-Abenteurer Dimitry Kieffer die gefrorene Beringstraße überquerte. Die 14-tägige Wanderung über das Packeis verlangte den Männern bei eisigen Temperaturen alles ab, bevor sie nach einer Evakuierung vorübergehend festgenommen wurden.

Bürokratische Hürden bremsten den Ex-Soldaten ebenfalls aus. Als Russland ihm 2012 ein Visum verweigerte, protestierte Bushby mit einem zeitweiligen Fußmarsch von Los Angeles zur russischen Botschaft in Washington, D.C., um die nötigen Papiere zu erwirken. Auch in China wurde er zeitweise von der örtlichen Polizei beschattet.

Nach fast drei Jahrzehnten Fußmarsch und rund 50.000 zurückgelegten Kilometern steht der britische
Foto: BBC

Neben den Naturgewalten und behördlichen Hindernissen forderten vor allem die langen Trennungen einen hohen persönlichen Tribut von seiner Familie. Frühere Beziehungen und Ehen zerbrachen an der beständigen Abwesenheit des Abenteurers, und seinen aus einer früheren Heirat stammenden Sohn, der heute Mitte dreißig ist, konnte er während dessen Heranwachsen meist nur aus der Ferne begleiten.

Das Finale über den Ärmelkanal und die letzten Meilen nach Hull

Da ihm eine Passage durch den Eurotunnel verwehrt blieb, wählte Bushby für den Weg nach Großbritannien den Wasserweg. Anfang Oktober schwang er sich zum Schwimmen in den Ärmelkanal und erreichte nach einer mehrtägigen Durchquerung den Shakespeare Beach bei Dover.

Nachdem er sich bei seiner Ankunft mit traditionellen Fish and Chips gestärkt hatte, trat er die verbleibenden rund 400 Kilometer Fußmarsch gen Norden an, begleitet von Mitstreitern wie der amerikanischen Langstreckenwanderin Angela Maxwell. Am kommenden Montag, dem 2. November 2026, wird Bushby laut Planung am Queen Victoria Square im Zentrum von Hull eintreffen und von der Oberbürgermeisterin Maria Coward sowie der Bevölkerung empfangen werden.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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