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Equal Pay Day 2026: Frauen arbeiten ab November unbezahlt

Der österreichische Equal Pay Day markiert im Jahr 2026 den Zeitpunkt, ab dem Frauen rein rechnerisch bis zum Jahresende unbezahlt arbeiten. Nach Berechnungen der Arbeitgeber-Vergleichsplattform kununu verdienen Männer in Österreich im Jahr 2026 im Schnitt 54.919 Euro, während Frauen auf 46.119 Euro kommen, was einem Einkommensunterschied von 16,0 Prozent entspricht. Damit hat sich die Differenz gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert, als der Abstand noch 17,12 Prozent betragen hatte.

Der bundesweite Aktionstag fällt im Jahr 2026 auf den 5. November. Regionale Auswertungen und Aktionen verdeutlichen jedoch beträchtliche Unterschiede zwischen den Bundesländern und Bezirken, wobei Gewerkschaften und politische Vertreterinnen schärfere Maßnahmen zur Schließung der Lohnlücke fordern.

Bundesweite Lage und der Einkommensnachteil beim Berufseinstieg

Die Datenauswertung von kununu, die auf 75.844 Brutto-Jahresgehaltsangaben von Arbeitnehmern in Österreich basiert, zeigt auf nationaler Ebene anhaltende Diskrepanzen zwischen den Geschlechtern. Besonders gravierend zeigt sich die Situation bereits beim Start ins Berufsleben: Berufseinsteigerinnen verdienen demnach im Schnitt 12,4 Prozent weniger als ihre männlichen Pendants. Laut Sandra Bascha von kununu schreiben sich Unterschiede bei den Einstiegsgehältern sowie bei Gehaltsverhandlungen über Provisionen und spätere Gehaltsrunden oftmals über Jahrzehnte hinweg fort.

Equal Pay Day 2026: Frauen arbeiten ab November unbezahlt
Foto: Derstandard

Es gibt jedoch Ausnahmen: In vier Berufen verdienten Berufseinsteigerinnen im Jahr 2026 mehr als ihre männlichen Kollegen. Dazu zählen Service-Mitarbeiter in der Gastronomie mit einem Plus von 4,1 Prozent für Frauen, Logistikerinnen mit 3,1 Prozent, der IT-Support mit 2,1 Prozent sowie kaufmännische Angestellte mit 0,2 Prozent. Die vergleichsweise schlechtesten Konditionen für den Berufseinstieg verzeichneten hingegen Customer-Service-Managerinnen und Vertriebsmitarbeiterinnen, deren Gehälter im ersten Berufsjahr um 14,7 beziehungsweise 15,0 Prozent unter denen der Männer lagen.

Regionale Unterschiede und Aktionen in den Bundesländern

Die regionalen Termine für den Equal Pay Day streuen stark. In Oberösterreich war der Aktionstag bereits am 23. Oktober, im Bezirk Rohrbach sogar am 15. Oktober, wo Frauen im Schnitt 21,3 Prozent weniger als Männer verdienen, wie die SPÖ Frauen Rohrbach bekannt gaben. In Tirol fiel der Equal Pay Day auf den 26. Oktober; hier verdienen Frauen laut dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) jährlich rund 11.800 Euro weniger als Männer, was einem Nachteil von rund 18 Prozent bei Vollzeitarbeit entspricht. Als Schlusslicht in Tirol gilt der Bezirk Schwaz mit knapp 22 Prozent Einkommensnachteil, während die Stadt Innsbruck mit rund zehn Prozent am besten abschnitt. Auch die SPÖ-Frauen Kufstein wiesen darauf hin, dass Frauen im Bezirk Kufstein rund 12.000 Euro beziehungsweise 18,1 Prozent weniger verdienen und statistisch 66 Tage im Jahr gratis arbeiten.

Equal Pay Day 2026: Frauen arbeiten ab November unbezahlt
Foto: kununu News

In Kärnten liegt der Einkommensunterschied laut der ÖGB-Landesfrauenvorsitzenden Silvia Igumnov bei durchschnittlich 16,2 Prozent, was einem um 10.685 Euro geringeren Vollzeit-Jahreseinkommen für Frauen entspricht. Den höchsten Wert verzeichnet dort der Bezirk Spittal an der Drau mit 24,7 Prozent, während Klagenfurt-Stadt mit 10,9 Prozent den geringsten Unterschied aufweist.

Gewerkschaften und politische Initiativen nutzen den Zeitraum um den Equal Pay Day für Informations- und Verteilaktionen – wie etwa in Innsbruck am 30. Oktober –, um auf Themen wie unbezahlte Sorgearbeit, mangelnde Lohntransparenz und die Altersarmut durch reduzierte Pensionen aufmerksam zu machen. Der ÖGB und weitere Organisationen fordern unter anderem die vollständige Umsetzung der europäischen Lohntransparenzrichtlinie, verpflichtende Einkommensberichte auch für kleinere Unternehmen sowie eine stärkere finanzielle Anerkennung von gesellschaftlich unverzichtbaren Branchen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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