An einem Freitag im September 2026 ist im Kraftwerk von Moss Landing an der Zentralküste Kaliforniens erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Vorfall, den Behörden als „Flare-up bezeichnen, ereignete sich in einer Anlage, die bereits im Januar 2025 von einem massiven Lithium-Batteriebrand betroffen war. Die Feuerwehr des North Monterey County Fire District wurde kurz nach 6:15 Uhr alarmiert, als Rauch und Flammen an der Nordseite der Einrichtung sichtbar wurden
Schutzmaßnahmen und Auswirkungen auf die Bevölkerung
Aufgrund von Rauch und potenziell gefährlichen Materialien ordnete das Monterey County Department of Emergency Management eine Shelter-in-Place-Anordnung für Anwohner in den Zonen MRY-B047, MRY-B050 und MRY-B053 an. Betroffene Personen in einem Umkreis von etwa einer dritten Meile wurden angewiesen, in ihren Gebäuden zu bleiben, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten. Die Anordnung wurde am Freitagnachmittag gegen 16:00 Uhr wieder aufgehoben.
Die California Highway Patrol sperrte die Dolan Road an der Highway 1 und der Via Tanques Road ab 7:11 Uhr, während die Highway 1 geöffnet blieb. Zudem wurde das nahegelegene Elkhorn Slough National Estuarine Research Reserve geschlossen. Im Bereich des Kraftwerks wurden Mitarbeiter evakuiert; Verletzte wurden nicht gemeldet. Die US-Umweltschutzbehörde EPA gab bekannt, dass Luftüberwachungsstationen am Standort und in der umliegenden Gemeinde weder Wasserstofffluoridgas noch Überschreitungen von Feinstaubwerten (PM2.5) während des Vorfalls feststellten.
Ursache und Kontext des Brandes
Nach Angaben von Behörden und dem Betreiber Vistra brach das Feuer im sogenannten „Moss 300-Gebäude aus, einer Struktur, die bereits beim Brand im Januar 2025 erheblich beschädigt worden war. Das Gebäude brannte zudem am 18. Februar 2025 ein zweites Mal. Der aktuelle Vorfall wird mit den laufenden Aufräumarbeiten in Verbindung gebracht. Die EPA leitete die Bemühungen, beschädigte Batteriemodule zu entfernen, wobei im Juli 2025 eine entsprechende Vereinbarung mit Vistra getroffen wurde.

Die EPA erklärte, dass die Planung für mögliche Flare-ups Priorität hatte und ein genehmigter Notfallplan aktiviert wurde. Während zugängliche Batterien bereits entfernt wurden, befinden sich in den strukturell instabilen Teilen des Gebäudes noch schwer zugängliche Batterien. Asm. Dawn Addis gab an, dass insgesamt noch 1.500 schwer zugängliche Batterien im beschädigten Bereich verbleiben.
Hintergrund zum Standort und politische Reaktionen
Die Anlage in Moss Landing, ein ehemaliges Kraftwerk der Pacific Gas & Electric Co., wurde in eine der weltweit größten Batteriespeicheranlagen umgewandelt und wird vom texanischen Unternehmen Vistra betrieben. Das im Januar 2025 betroffene 300-Megawatt-System enthielt etwa 100.000 Lithium-Ionen-Batterien, von denen circa 55 % durch das Feuer beschädigt wurden. Dieser Vorfall führte damals zur Evakuierung von 1.200 Anwohnern und zur Ausrufung des Notstands.

Lokale Amtsträger äußerten ihre Frustration über den wiederholten Vorfall. Glenn Church vom Monterey County Board of Supervisors betonte, dass der Vorfall die Volatilität von Lithium-Batterien unterstreiche und Sicherheit oberste Priorität haben müsse. Aufgrund der Ereignisse haben Anwohner mehrere Klagen gegen die Vistra Corporation, die Pacific Gas & Electric Co. und weitere beteiligte Unternehmen eingereicht.
Zusammenfassung der Anlagen und Zeitplan
| Gebäude/System | Details / Status |
|---|---|
| Moss 100, 300, 350 | Drei Gebäude zur Speicherung von Lithium-Ionen-Batterien |
| Moss 300 | Ort des aktuellen Brandes; mehrfach beschädigt (Januar und Februar 2025) |
| Gesamtsystem (Jan 2025) | 300 Megawatt; ca. 100.000 Batterien (55 % beschädigt) |
| Aufräumphase | Die aktuelle Phase der Reinigung soll bis Anfang 2027 andauern |
Die EPA und Vistra warnten, dass es im Zuge der weiteren Entfernung der beschädigten Batterien zu weiteren Flare-ups kommen könnte.
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