Ein fast vollständiger Mondfinsternis-Höhepunkt steht bevor, bei dem die Erde am späten Donnerstag und in den frühen Morgenstunden des Freitags etwa 96 Prozent der Mondscheibe verdunkelt. Dank einer privilegierten Position im Schatten der Erde blicken Milliarden Menschen in Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und dem Nahen Osten auf das kosmische Spektakel.
Nach Angaben der Berichterstattung passiert die Erde direkt zwischen Mond und Sonne und projiziert dabei einen rötlich-orangefarbenen Schatten auf unseren nächsten Nachbarn im All. Da es sich um eine partielle Finsternis handelt, fällt die Ausrichtung nicht perfekt aus, sodass keine klassische Blutmond-Totalität entsteht. Dennoch deckt die Verdunkelung gewaltige Teile der Mondoberfläche ab.
Sichtbarkeit und Zeitleiste für Amerika und die Welt
Fast eine Milliarde Menschen in den USA, Kanada sowie in Mittel- und Südamerika erleben nach Angaben der Associated Press den gesamten Verlauf der Finsternis aus vorderster Reihe. Weltweit befinden sich mehr als drei Milliarden Menschen – rund 44 Prozent der Weltbevölkerung – in einer günstigen Position, um zumindest Teile des Ereignisses zu beobachten, sofern die Wetterverhältnisse mitspielen.
Die partielle Phase nimmt über drei Stunden in Anspruch. Der gesamte Ablauf, gemessen ab dem Moment, in dem der Vollmond in den schwachen äußeren Halbschatten der Erde eintritt bis zu seinem Austritt, dehnt sich auf fünfeinhalb Stunden aus.
Während die Bewohner der östlichen Bundesstaaten in den USA den Mond während des Höhepunkts hoch am Himmel betrachten, erleben Beobachter an der Westküste das Maximum in den frühen Morgenstunden kurz vor der Morgendämmerung tief am Horizont. In Europa, Afrika und dem Nahen Osten sinkt der verfinsterte Mond währenddessen dem Untergang entgegen, während er in Hawaii und im nordwestlichen Teil Nordamerikas erst aufgeht.
Astronauten beobachten das Schauspiel von der Umlaufbahn aus
Nicht nur von der Erdoberfläche aus fällt der Blick auf den verfinsterten Trabanten. Zehn Menschen, die sich außerhalb unseres Planeten aufhalten, könnten ebenfalls Zeugen des Naturschauspiels werden: sieben Besatzungsmitglieder an Bord der Internationalen Raumstation sowie drei Raumfahrer in Chinas orbitalem Außenposten.
Jack Hathaway, NASA-Astronaut, äußerte, dies sei ein großartiger Zeitpunkt, um Teil des Raumfahrtprogramms zu sein.
Der Flug zur Raumstation erfolgt in einer ohnehin ereignisreichen Phase der Raumfahrt, in der NASA erst kürzlich die Artemis-II-Astronauten auf einen Mond-Vorbeiflug geschickt hat.
Kosmischer Rhythmus und der Blick auf kommende Finsternisse
Finsternisse treten stets in Paaren auf, da Sonne, Mond und Erde so präzise zueinander stehen, dass ein Himmelskörper den anderen verdeckt. Diese geometrische Gesetzmäßigkeit ergibt sich aus einer himmlischen Koinzidenz: Der Mond ist etwa 400 Mal kleiner als die Sonne, befindet sich jedoch zugleich 400 Mal näher an der Erde, wodurch beide Körper am Himmel gleich groß wirken.
Für Beobachter in Amerika handelt es sich um die zweite Mondfinsternis des laufenden Jahres nach einem totalen Ereignis im März. Wer danach eine vollständige Verdunkelung des Mondes miterleben möchte, muss sich gedulden. Der nächste totale Mondschatten zeigt sich erst am Silvesterabend des Jahres 2028 über Asien und Australien, während der amerikanische Kontinent laut den Daten bis zum Jahr 2029 auf eine nächste totale Mondfinsternis warten muss.
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