Der walisische Schauspieler Michael Sheen hat nach einer investigativen Dokumentation über illegale Industrieabfälle in Wales und Nordwestengland gefährliche Ewigkeitschemikalien in seinem Blut entdeckt. Die Ergebnisse führten zu landesweiten Reaktionen und einer Untersuchung von Deponien, auf denen in den 1970er-Jahren tonnenweise polychlorierte Biphenyle verklappt wurden.
Die Veröffentlichung einer BBC-Dokumentation über das jahrzehntelange Erbe giftiger Industrieabfälle in Wales hat ein breites Echo ausgelöst. Der Schauspieler Michael Sheen, der die Recherchen zu polychlorierten Biphenylen (PCBs) begleitete, zeigte sich von den Rückmeldungen tief beeindruckt und hofft nun auf konkrete Schritte der zuständigen Behörden.
Reaktionen auf die Dokumentation und die Suche nach Lösungen
Nach der Ausstrahlung wandten sich Dutzende Menschen an den Rundfunkveranstalter, darunter auch ein ehemaliger Mitarbeiter eines Chemiekonzerns. Dieser berichtete, dass Beschäftigte damals nur mit billiger Schutzausrüstung ausgestattet wurden und keine Kenntnisse darüber hatten, welche Stoffe sie genau im Erdreich versiegelten. Sheen betonte, er habe mit den Berichten außergewöhnliche Nachrichten erhalten und wolle erreichen, dass die Verantwortlichen handeln.
Michael Sheen, Schauspieler, erklärte via BBC, dass das Erhalten einer Resonanz daher ein wirklich wichtiger Teil davon gewesen sei, in der Hoffnung, dass diese Resonanz die Personen, die sich in entsprechenden Positionen befänden, dazu drängen würde, endlich aktiv zu werden.
Der Branchenriese Eastman Chemical Company, der heute für die historischen Produktionsstätten von Monsanto im Vereinigten Königreich verantwortlich ist, lehnte auf Anfrage sowohl von Sheens Team als auch des Senders eine Stellungnahme ab.
Das Erbe von Monsanto und die historische Altlast in Wales
Die Ursprünge der Kontamination reichen Jahrzehnte zurück. In den 1970er-Jahren verlagerten sich Produktionsprozesse nach Newport in Südwales, nachdem der US-Standort in Anniston, Alabama, nach heftigen Rechtsstreitigkeiten und Millionenzahlungen unter Druck geraten war. Die Stadt Newport produzierte zeitweise ein Drittel des weltweiten PCB-Bedarfs. Die Gifte landeten damals im Fluss Severn sowie in Form von Deponiemüll in verschiedenen Steinbrüchen der Region.
Bereits in den 1970er-Jahren hatte Douglas Gowan, ein Berater der National Farmers’ Union, nach dem Tod von Rindern auf Farmen nahe der Deponie Brofiscin mit seinen Nachforschungen begonnen. Er wurde im Laufe seiner Arbeit massiv behindert und sah sich Vorwürfen ausgesetzt, seine Ergebnisse manipuliert zu haben. Sheen führte vor Gowans Tod im Jahr 2018 intensive Videointerviews mit ihm.
Chemikalien im eigenen Blut und wissenschaftliche Tests an Altlasten
Für die Dokumentation unterzogen sich die beteiligten Journalisten und der Schauspieler Bluttests. Entgegen seiner Erwartung, keine Spuren zu finden, ließen die Analysen bei Sheen eine Belastung erkennen. PCBs wurden in den 1980er-Jahren in Großbritannien verboten, da sie das menschliche Erbgut schädigen, mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden und über Jahrzehnte in Umwelt und Geweben verbleiben.

Ich war mir ziemlich sicher, dass ich getestet werden konnte, weil man nichts finden würde, und wenn man dann die Ergebnisse bekommt, wird einem klar, dass es kein sicheres Niveau gibt, wir alle haben es in uns. Michael Sheen, Schauspieler, via AOL

Im Rahmen der Untersuchung wurden Bodenproben an den von Gowan kartierten Orten genommen. Bei 13 von 14 Deponien lagen die Werte über dem nationalen Durchschnitt. Die Brofiscin-Deponie in der Nähe des Dorfes Groesfaen wies selbst nach ihrer offiziellen Abdeckung im Jahr 2011 Konzentrationen auf, die das 160-Fache des normalen Niveaus erreichten. Auf einer Farm in Alvanley im Cheshire-Gebiet ermittelten die Tester sogar Werte, die fast dem Zweitausendfachen des Durchschnitts entsprachen.
Anwohner berichteten dem Team von mysteriösen Substanzen, in denen Kinder spielten, sowie von Hauterkrankungen bei Haustieren und gehäuften Krebstumoren in der Bevölkerung. Auch der aus Shropshire stammende Pfarrer Paul Cawthorne schilderte den Fall eines Arbeiters, der beim Hantieren mit den Chemikalien sofortige Verletzungen an den Händen erlitt und von den Verantwortlichen zum Schweigen aufgefordert wurde.
Sheen fordert nun offizielle Tests an allen betroffenen Standorten und hofft auf einen nachhaltigen gesellschaftlichen Druck, um die Altlasten nicht länger im Verborgenen zu belassen.
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