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Sport

Lionel Messi beendet Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft

Lionel Messi hat am Dienstag mit einem Abschiedsspiel gegen Benin in Buenos Aires im Estadio Monumental offiziell seine Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft beendet. Der 39-jährige Kapitän zieht nach 21 Jahren, 208 Länderspielen und 125 Toren einen Schlussstrich unter eine historische Ära im blassblauen Trikot.

Messi bestreitet im ausverkauften Estadio Monumental sein letztes Länderspiel

Vor rund 85.000 Zuschauern im ausverkauften Estadio Monumental in Buenos Aires feierte Lionel Messi seinen letzten Auftritt im Trikot der „Albiceleste“ gegen den westafrikanischen Vertreter Benin. Der argentinische Fußballverband AFA hatte das von Fans und Medien als „letzter Tango“ bezeichnete Freundschaftsspiel zu einer nationalen Hommage erhoben. Neben Messi wurde auch der langjährige Vizekapitän Nicolás Otamendi im Rahmen der Partie verabschiedet.

Der Andrang rund um das Stadion sorgte für tumultartige Szenen. Wegen des massiven Verkehrsaufdrucks verzögerte sich der Anpfiff um über 20 Minuten, während die Fans in den Straßen von Buenos Aires, Rosario und Córdoba feierten.

Der Gegner aus Benin zeigte sich vor der Begegnung beeindruckt von der sportlichen Dimension des Abends. So ließen die Spieler und der Mannschaftsarzt des Teams gegenüber argentinischen Reportern verlauten: Es ist unmöglich, er ist der Gott des Fußballs! und ergänzten: Wir werden das Spiel genießen. Die von Gernot Rohr trainierte Auswahl aus Benin traf dabei auf die von Lionel Scaloni betreuten Argentinier in einem Duell, das laut den offiziellen FIFA-Ranglisten die Nummer zwei der Welt gegen die auf Rang 89 platzierten Gäste zusammenführte.

Kritik an der AFA-Planung und internationale TV-Übertragungen

Hinter den Kulissen verlief die Planung des Abschieds jedoch nicht völlig reibungslos. Laut Berichten der Gazzetta dello Sport zeigte sich Messi zunächst zurückhaltend gegenüber der Idee eines reinen Tributspiels. Der Ausnahmespieler soll befürchtet haben, dass der Verband seinen Namen nutzen könnte, um mit dem Event beträchtliche Einnahmen zu generieren. Auch Cheftrainer Lionel Scaloni äußerte in diesem Zusammenhang Skepsis hinsichtlich der Art und Weise, wie die Partie auf die Beine gestellt wurde. Letztlich stimmte der Superstar jedoch zu, das Trikot noch einmal überzustreifen, während das Spiel international unter anderem über den US-amerikanischen Streamingdienst ViX, Premier Sports in Großbritannien sowie beIN Sports in Australien übertragen wurde.

Lionel Messi beendet Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft
Foto: The National

Dennoch rückten die sportlichen Verdienste des Rekordspielers schnell wieder in den Vordergrund. Alle Mitglieder des siegreichen 2022er Weltmeisterkaders sowie deren Familien waren zu den Feierlichkeiten eingeladen, und der Stürmer konnte in seiner Länderspiellaufbahn neben den Treffern auch 68 Vorlagen verzeichnen.

Das Gefühl, ihn auf dem Platz zu haben, ist einzigartig. Das ist es, was ich den Leuten verständlich machen möchte: was er auf einem Fußballfeld vermittelt.

Lionel Scaloni, Trainer der argentinischen Nationalmannschaft

Vom roten Debütkarte-Schock bis zum Welttriumph in Katar

Messis Weg im Nationaltrikot war von historischen Höhen und tiefen Krisen geprägt. Sein Debüt am 17. August 2005 dauerte nach einer roten Karte gerade einmal 47 Sekunden, als er nach seiner Einwechslung für Lisandro López im Freundschaftsspiel gegen Ungarn des Platzes verwiesen wurde. In den darauffolgenden Jahren folgten schmerzhafte Niederlagen in Endspielen, darunter die verlorenen Copa-América-Finals 2007, 2015 und 2016 sowie das Endspiel der Weltmeisterschaft 2014 gegen Deutschland. Nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Chile im Jahr 2016, bei der er selbst einen Strafstoß vergab, hatte Messi seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bereits einmal kurzzeitig erklärt.

Zu den bitteren Momenten zählte auch die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, wo er im Viertelfinale das Ausscheiden gegen die DFB-Auswahl im Elfmeterschießen erlebte, nachdem er zuvor beim 6:0 gegen Serbien und Montenegro als jüngster Torschütze Argentiniens bei einer Weltmeisterschaft geglänzt hatte. Einen großen internationalen Titel im Nachwuchsbereich hatte er zuvor im Jahr 2008 gefeiert, als er die U23-Auswahl an der Seite von Spielern wie Ángel Di María, Sergio Agüero, Javier Mascherano und Ezequiel Lavezzi bei den Olympischen Spielen in Peking zur Goldmedaille führte.

Das ist eine harte und schwierige Zeit. Das Ende ist für mich und unser Team gekommen. Es waren vier Endfinals – es sollte für mich leider einfach nicht sein.

Lionel Messi, Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft

Der Wendepunkt folgte im Jahr 2021, als Argentinien durch einen Sieg gegen Brasilien die Copa América gewann und damit eine 28-jährige Durststrecke ohne großen Titel beendete. Ein Jahr später folgte der Triumph bei der Weltmeisterschaft in Katar, wo er im Finale gegen Frankreich zwei Tore erzielte und die Mannschaft im Elfmeterschießen zum Titel führte. Auch beim Turnier 2026, das mit einer Finalniederlage gegen Spanien in New Jersey endete, trug er sich mit acht Toren und vier Vorlagen maßgeblich in die Geschichtsbücher ein und absolvierte seine insgesamt 34. WM-Finalrundenpartie.

Lionel Messi beendet Karriere in der argentinischen Nationalmannschaft
Foto: The Times of India

Weltweite Anerkennung und der bevorstehende Generationenwechsel

Begleitet wurde der Abschied von weltweiten Reaktionen aus dem Sport. Weggefährten wie Ronaldinho erklärten, Messi habe die Menschen „zum Lächeln gebracht und den Fußball genießen lassen“, während Neymar ihm dafür dankte, dass er seine Liebe zum Sport noch vertieft habe.”

Während seine Zeit im blauen und weißen Trikot nun endet, läuft Messis Vertrag bei Inter Miami in der MLS noch bis zum Jahr 2028. Die Nationalmannschaft steht derweil vor einem Generationenwechsel, in dem der 28-jährige Cristian „Cuti“ Romero die Rolle des Kapitäns übernimmt.”

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.