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Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren gestorben

Der deutsch-schweizerische Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Mehrheitsbesitzer und frühere Chef des Weltkonzerns Kühne + Nagel verstarb in seiner langjährigen Wahlheimat Schindellegi im Schweizer Kanton Schwyz, wie das Unternehmen bestätigte.

Aus einer traditionellen Spedition baute Kühne einen global agierenden Logistikriesen auf und investierte sein Milliardenvermögen über Jahrzehnte hinweg als Grossinvestor in namhafte Konzerne, den Profisport sowie in Kulturprojekte.

Vom Hamburger Spediteur zum globalen Logistikkonzern

Klaus-Michael Kühne wurde 1937 in Hamburg geboren. Die Weichen für seine unternehmerische Laufbahn waren familiär vorgezeichnet: Sein Grossvater gründete mit Kühne+Nagel das weltweit grösste Unternehmen für Luft- und Seefracht. Nach einer kaufmännischen Lehre trat Klaus-Michael Kühne 1958 im Alter von 21 Jahren in das Familienunternehmen ein. 1966 wurde er Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel.

Unter seiner Führung wandelte sich der regional orientierte Spediteur schrittweise zu einem weltumspannenden Konzern. Kühne zählte zu den prägenden deutschen Unternehmern und wurde als ehrgeizig, arbeitsbesessen und fordernd beschrieben. Er hatte kein Problem damit, anzuecken, und galt als in jeder Hinsicht kantige Persönlichkeit mit einem markanten Gesicht. Er lebte seit Ende der 60er-Jahre in der Schweiz.

Letzte Tage und Bestätigung des Todes

Das deutsche «Manager Magazin» berichtete zunächst unter Berufung auf sein Umfeld von seinem Tod in der Nacht auf Montag. Der Logistikkonzern Kühne+Nagel bestätigte den Tod des Patrons in einer Medienmitteilung. Kühne war Verwaltungsratsmitglied und Mehrheitsbesitzer des Konzerns und hielt zuletzt 53 Prozent an Kühne + Nagel.

Tod von Klaus-Michael Kühne: Was wird aus seinen Milliarden
Photo: Blick

Dem «Manager Magazin» zufolge war Kühne vor rund zehn Tagen von Mallorca in seinen Schweizer Wohnort zurückgekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm gesundheitlich bereits schlechter gegangen, und er sei ärztlich behandelt worden. Kühne hinterlässt ein geschätztes Vermögen zwischen 21 und 22 Milliarden Franken beziehungsweise zuletzt rund 23,5 Milliarden Euro. Da er kinderlos war, soll sein Vermögen über seine gemeinnützige Kühne-Stiftung verwaltet werden.

Wachen und Wegbegleiter würdigten den Verstorbenen. Kühne+Nagel-Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle liess sich mit den Worten zitieren: «Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein grosser Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen.»

Umfangreiches Firmenimperium als Grossinvestor

Neben seinem Lebenswerk Kühne + Nagel, der Holding und der Kühne-Stiftung, die allesamt ihren Sitz in Schindellegi SZ haben, betätigte sich Klaus-Michael Kühne über seine Holding als Grossinvestor bei zahlreichen weiteren Unternehmen. Seine Holding hält Anteile an der Lufthansa, an der Reederei Hapag-Lloyd, am Chemielogistiker Brenntag (an dem sie über 20 Prozent hält), am Bahn- und Busunternehmen Flix (der Flixbus-Mutter), am Prothesenhersteller Ottobock sowie am Hamburger Fussballverein HSV. Zudem verfügte die Holding über Immobilien unter anderem in Hamburg, Davos und Mallorca.

Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne im Alter von 89 Jahren gestorben
Photo: NZZ

Nicht jedes Engagement war von Erfolg gekrönt: Der Unternehmer investierte auch in die Signa-Gruppe des Immobilien-Unternehmers Rene Benko und erlitt dabei einen Millionenschaden.

Unternehmer Klaus-Michael Kühne gestorben
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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