Das Bundeskriminalamt verzeichnete im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand von 85.837 politisch motivierten Straftaten. Während Rechtsextremismus mit 42.544 Fällen die größte Gefahr bleibt, warnen Innenminister Alexander Dobrindt und BKA-Präsident Holger Münch vor einem massiven Anstieg linksmotivierter Delikte, die um über 35 Prozent auf 13.490 Fälle anstiegen.
Der steile Anstieg linksmotivierter Gewalt
deutlich wachsende Bedrohung. Er warnt konkret vor einer Mobilisierung der linken Szene, die sich in Straßenkampf und Stromsabotage äußere. Die Ermittler konzentrieren sich hierbei auf Brandanschläge von mutmaßlichen Anarchisten auf Strommasten und Verteilerkästen.Das BKA führt diesen Anstieg auf spezifische Ereignisse zurück, bei denen es zu gehäuften Straftaten kam:
- Der Bundesparteitag der AfD in Riesa sowie der Gründungsparteitag der AfD-Jugendorganisation in Gießen.
- Proteste im Umfeld der Bundestagswahl.
- Gerichtsverfahren der Antifa-Ost und des sogenannten Budapest-Komplexes, bei denen es um Angriffe auf Rechtsextreme in Ungarn und Ostdeutschland geht.
Rechtsextremismus als volumenstärkste Gefahr
mit Abstand die meisten Gewaltdelikte von rechtsextremen Täterngebe.Besonders besorgt zeigen sich die Behörden über die Verjüngung der Täter. Als Beispiel nannte Dobrindt laut DIE ZEIT einen 15-Jährigen aus Friedberg in Bayern, der im Herbst 2025 einen Mitschüler mit einem Hammer angriff. Der Jugendliche steht wegen versuchten Mordes vor Gericht.Diese Entwicklung spiegelt sich in den Ermittlungen gegen rechtsextreme Jugendorganisationen wider. Im vergangenen Monat gab es in zwölf Bundesländern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Mitgliedern von Gruppen wie Jung & Stark und Deutsche Jugend Voran.
Hasskriminalität und die Rolle der sozialen Medien
Justiz am Limit: Personalmangel bei Staatsanwaltschaften
Während die Fallzahlen steigen, gerät die Justiz unter massiven Druck. Der Deutsche Richterbund (DRB) warnt davor, dass die Strafverfolgung der Entwicklung nicht mehr hinterherkomme.Laut WELT ist die Zahl der unerledigten Fälle bei den Staatsanwaltschaften seit 2020 im Bundesdurchschnitt um rund 50 Prozent gestiegen. Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des DRB, berichtet, dass Fälle immer häufiger wegen Geringfügigkeit vorzeitig eingestellt werden, weil die personellen Ressourcen fehlen.Die Justiz fordert eine sofortige Aufstockung. Bundesweit fehlten laut Rebehn etwa 2.000 Strafverfolger, um den Verfahrensberg abzutragen. Der Richterbund drängt die Bundesländer dazu, die innere Sicherheit wieder zur Top-Priorität zu machen und den Rechtsstaatpakt noch vor der Sommerpause zu realisieren.Die Kombination aus steigender gesellschaftlicher Polarisierung, einer neuen Welle linksextremer Gewalt und einer personell ausgezehrten Justiz schafft eine prekäre Lage für die kommenden Monate. Besonders die Strategie der Regierung, sowohl gegen die traditionell starke rechte Gewalt als auch gegen die schnell wachsende linke Szene vorzugehen, wird an der praktischen Umsetzung durch die Staatsanwaltschaften gemessen werden.Find more reporting in our Nachrichten section.

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