Ein 37-jähriger Physiklehrer wurde nach einer Stadtratssitzung in Emporia im US-Bundesstaat Kansas festgenommen, nachdem er wiederholt Beifall für Gegner eines geplanten Rechenzentrums gespendet hatte.
Festnahme im Stadtrat nach Zonenänderungen für Rechenzentrum
>Lux Claridge, ein 37-jähriger Physiklehrer an der Emporia High School, nahm am 22. Juli an einer Sitzung der Emporia City Commission teil, bei der Zonenänderungen für das geplante Projekt des Flint Hills Digital Campus beschlossen wurden. Vor der Abstimmung hatten Kommissare die Anwesenden ausdrücklich vor disruptivem Verhalten gewarnt, wozu nach Angaben der Polizei auch Klatschen, Fingerschnippen oder unhöfliche Kommentare zählten.
Als Claridge und mehrere andere Bürger dennoch für Redner applaudierten, die sich gegen das Rechenzentrum wandten, reagierten die Behörden. Nach einer letzten Warnung der Kommission setzte der 37-Jährige das Klatschen fort. Beamte trugen ihn schließlich körperlich aus dem Saal, nachdem er sich geweigert hatte, den Raum auf Anweisung der Polizei zu verlassen. Footage from the meeting shows Claridge telling an officer to „drag me out“ prior to the arrest.
<Polizeieinsatz und Vorwürfe der Störung
>Der Vorfall führte zu einer Inhaftierung im Lyon County Jail. Die Emporia Police Department erklärte in einer Stellungnahme, dass Claridge den Bemühungen der Gesetzeshüter, ihn vom Gelände zu entfernen, nicht nachgekommen sei. Gegen ihn wurden daraufhin charges of interference with law enforcement and disorderly conduct erhoben.
Nach Zahlung einer Kaution wurde der Emporia-Resident später aus der Haft entlassen.
„I’m glad to be out, but this is an inconvenience, really. It’s not really deterring me from speaking out or, I guess, clapping,“
Lux Claridge, Physiklehrer
Claridge, der zu dem Zeitpunkt in das Gefängnis gebracht wurde, erklärte gegenüber dem in Hutchinson, Kansas, ansässigen Sender KWCH zudem: It just feels good to finally get to go home.
Er ist für einen Gerichtstermin im September angesetzt und kündigte an, zu plädieren, not guilty zu sein.
Reaktionen aus dem Umfeld und Sorge um die Meinungsfreiheit
>Claridge hatte die Sitzung zusammen mit seiner Ehefrau Jessica Danford besucht, während die Stadt die Zonenänderungen für das Projekt verabschiedete. Danford zeigte sich über das Vorgehen der Einsatzkräfte entsetzt: Seeing them carried out like that really was a lot to handle
, erklärte sie dem Sender.

Sein Freund Caleb Rankin zeigte sich ebenfalls überrascht über die Entwicklung: Out of all the people that I knew, them getting arrested is—I thought someone used a different name or something.
David Claridge, der Bruder des Lehrers, zeigte sich überzeugt davon, dass die Vorwürfe keinen Bestand haben werden: This isn’t going to hold up in court. Lux is going to fight them on that. I’m looking at avenues to get these people recalled. This is insane to me.
Weitere Anwesende äußerten in Berichten die Befürchtung, dass durch das Vorgehen grundlegende Bürgerrechte verletzt worden seien. Ein anwesender Gemeindemitglied sagte gegenüber KWCH: „We are citizens of this community. We have a right to do our constitutionally-protected activities, which is exactly what they’re violating at this time as well. I think we’re all in a state of fear because of what this government’s doing to us.“
<Hintergrund der Proteste um KI-Rechenzentren
>Die Festnahme erfolgt vor dem Hintergrund einer raschen Expansion von Data Centern und Einrichtungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (AI facilities). Diese Entwicklung hat in einigen Kreisen zu intensiver Opposition geführt, die gelegentlich in Gewalt umschlug – wie etwa bei einem Angriff auf das Haus von OpenAI Chief Executive Sam Altman in San Francisco im April. Landesweit wurden zudem Rufe nach einem Moratorium für Rechenzentren laut, während Gewerkschaften deren raschen Bau unterstützen.

Die Stadtverwaltung von Emporia verwies sämtliche Anfragen zu dem Treffen an die Polizei. Die Polizei erklärte in einem Statement: „As with all criminal charges, Claridge is presumed innocent until proven guilty in a court of law. The Emporia Police Department remains committed to ensuring public meetings are conducted safely and in an orderly manner, while also respecting the rights of all citizens to participate in the civic process.“