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Welt

Katarische Vermittlungsgespräche in Teheran zu Friedensentwurf fortgesetzt

Laut Axios standen die Vermittler während der Sitzung in regem Kontakt mit dem Weißen Haus, während Teheran einen vorgelegten Friedensentwurf als inakzeptabel zurückwies.

Anna Richter

Katarische Vermittlungsgespräche in Teheran

Eine hochrangige Delegation aus Katar führte am Freitag in Teheran intensive Gespräche, um einen neuen diplomatischen Weg zur Beendigung des im Februar begonnenen Konflikts auszuloten. Ein Entwurf wurde von qatarischen Vermittlern am Sonntag präsentiert, wobei eine Antwort aus Teheran für das Wochenende erwartet wurde. Damals waren laut Iran International 60 Tage freie Passage durch die Straße von Hormus, ein Ende der US-Blockade innerhalb von 30 Tagen und ein Wiederaufbauplan in Höhe von mindestens 300 Milliarden US-Dollar vorgesehen gewesen.

Ein an den Gesprächen beteiligter Informant bestätigte positive Fortschritte bei den Verhandlungen. Die Gespräche bauten auf einer Reihe von Mediationsversuchen auf, die mit dem Islamabad-Memorandum vom 17. Juni begonnen hatten. Die Initiative folgte auf einen von Doha am Sonntag überreichten Entwurf, der unter anderem vorsah, die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder zu öffnen und hochangereichertes Uran zu verlagern oder die Anreicherung zu reduzieren.

Die iranische Regierung lehnte das Dokument jedoch ab. Ein hochrangiger iranischer Vertreter bezeichnete die Vorschläge am 28. Oktober gegenüber Reuters als inakzeptabel und betonte, dass Teheran beim Atomprogramm keinerlei Flexibilität zeigen werde.

Katarische Vermittlungsgespräche in Teheran zu Friedensentwurf fortgesetzt
Foto: Yahoo

Gleichzeitig verlangt die iranische Führung, dass die Vereinigten Staaten zunächst die Blockade iranischer Häfen aufheben und die Sanktionen gegen den Öl-Export fallen lassen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Mittwoch in einem Beitrag auf der Plattform X, dass jedes durch Israel inszenierte militärische Abenteuer im Golf verheerende Auswirkungen auf die internationalen Märkte haben würde.

Geopolitische Positionen und divergierende Forderungen

Die diplomatischen Bemühungen offenbaren tiefe Gräben zwischen den Kriegsparteien. Trump argumentierte, Teheran befinde sich in großen finanziellen Schwierigkeiten und könne seine Soldaten und Polizisten nicht mehr bezahlen. Vizepräsident JD Vance sandte über katarische Emissäre eine Nachricht an Mohsen Rezaei, den Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, wobei Trump gegenüber Reportern erklärte, die Kontaktaufnahme diene lediglich der Lieferung medizinischer Hilfe.

Aus dem Kreis des US-Präsidenten wurden unterschiedliche Auffassungen bekannt: Während Außenminister Marco Rubio skeptisch ist, unterstützen Vizepräsident Vance sowie die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner die Wiederaufnahme von Verhandlungen. Treasury-Chef Scott Bessent, der eine wirtschaftliche Druckkampagne namens „Operation Economic Outcastleitet, zählt ebenfalls zu den Beratern, die eine Fortführung der Initiative befürworten.

US-Streitkräfte und das Zentralkommando behalten indes ihre Präsenz in der Region bei und bestehen darauf, dass die Seewege in der Straße von Hormus offen und sicher sind, während Iran das Gegenteil behauptet. Parallel dazu warnte Irans Außenminister Abbas Araghchi am Mittwoch, dass jedes durch Israel inszenierte militärische Abenteuer im Golf verheerende Auswirkungen auf die internationalen Märkte haben würde.

Angesichts möglicher Konfliktfolgen betonte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, der in den israelischen Parlamentswahlen antritt, die Notwendigkeit, gemeinsam mit den USA gegen die vom Iran ausgehende Bedrohung vorzugehen.

US-Präsident Donald Trump erklärte: „Sie wollen reden. Sie reden ständig. … Wir haben Zeit, offen gesagt. Es ist ein Krieg, aber es ist kein typischer Krieg.

Regionalmächte wie Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan drängen ebenfalls auf eine Verhandlungslösung, nachdem hochrangige Vertretungen unter Beteiligung von Saudi-Arabiens Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman, des türkischen Geheimdienstchefs Ibrahim Kalin und des pakistanischen Armeechefs Asim Munir Ende Oktober nach Teheran gereist waren.

Katarische Vermittlungsgespräche in Teheran zu Friedensentwurf fortgesetzt
Foto: The Times of India

Am 23. Oktober traten zudem die Außenminister der Staaten des E4+R4-Formats in Istanbul zusammen, um über die Bewahrung der Zweistaatenlösung im Nahen Osten, die Beendigung des US-Iran-Krieges, die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie den Schutz Saudi-Arabiens vor den Offensiven der Huthi-Rebellen zu beraten.

Ali Bagheri, der stellvertretende Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, hob das Konzept einer endogenen Sicherheit hervor. Die anhaltenden Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Iran-verbündeten Huthis im Jemen, bei denen im Raum der Bab al-Mandab-Straße jüngst zahlreiche Kämpfer getötet wurden, erschweren die Lage zusätzlich.

Während europäische Außenminister und katarische Unterhändler auf Deeskalation und gute Absichten pochen, betonte der pakistanische Militärsprecher Generalleutnant Ahmed Sharif Chaudhry eine vorsichtige Zuversicht bezüglich der laufenden Vermittlungsmissionen unter Armeechef Asim Munir.

Katarische Vermittlungsgespräche in Teheran zu Friedensentwurf fortgesetzt
Foto: Axios

Sicherheitslage in der Straße von Hormus

Die Lage an den maritimen Nadelöhren bleibt angespannt. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Freitag, zwei Öltanker seien nach unbestimmten Zwischenfällen auf unerlaubten Routen angehalten worden.

Die US-Marine hat im Zuge ihrer Sicherungsbemühungen seit dem Wiederaufflammen der Blockade iranischer Häfen am 14. Juli über 130 Schiffe im Seegebiet abgewiesen oder zurückgeleitet.

Ölmärkte und internationale Beobachter blicken besorgt auf die anhaltenden Störungen der Schifffahrt und die drohenden Risiken für die globale Energieversorgung, während die diplomatischen Kanäle durch Katar und Pakistan trotz aller Rückschläge vorerst offengehalten werden.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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