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Welt

Qatari-Vermittler unterbreiten Iran neuen Entwurf zum Kriegsende

Katarische Vermittler haben dem Iran einen neuen Entwurf für ein Abkommen vorgelegt, das darauf abzielt, den achtmonatigen Krieg zu beenden, während Teheran den Vorschlag als inakzeptable Ideen enthaltend zurückgewiesen hat. Der diplomatische Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund steigender wirtschaftlicher Kosten, kletternder Energiepreise und anhaltender militärischer Spannungen in der gesamten Region des Persischen Golfs.

Katarische Vermittler unterbreiten neuen Entwurf in Teheran

Qatari-Vermittler haben der iranischen Regierung einen neuen Entwurf für ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts vorgestellt. Ein in die Verhandlungen eingeweihter Offizieller bestätigte den Schritt, der nach vorheriger Abstimmung mit Washington unternommen wurde. Der Entwurf sieht einen siebentägigen Zeitplan mit täglichen vertrauensbildenden Maßnahmen beider Seiten vor. Die Umsetzung könnte nach Angaben aus Verhandlungskreisen bereits Anfang nächster Woche beginnen, wobei mehrere Staaten als Garanten fungieren sollen.

Teheran reagierte jedoch skeptisch. Ein ranghoher iranischer Regierungsbeamter erklärte kurz nach dem Treffen, dass Doha lediglich inkakable Ideen und kein Angebot vorgelegt habe. Die iranische Haltung in der Atomfrage bleibe unverändert, und das Land zeige in diesem Punkt keine Flexibilität. Washington fordert von Beginn an, dass Teherans jahrzehntelanges Nuklearprogramm Teil der Gespräche ist. Iran verlangt hingegen als Grundvoraussetzung, dass die US-Blockade iranischer Häfen beendet und die Sanktionen gegen Ölexporte aufgehoben werden.

Qatari-Vermittler unterbreiten Iran neuen Entwurf zum Kriegsende
Foto: Yahoo

Reaktionen und regionale Sicherheitsgespränge in Teheran

Die diplomatischen Bemühungen erstrecken sich über mehrere Kanäle. Am Montag trafen der saudi-arabische Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman, Pakistans Armeechef General Asim Munir und der türkische Geheimdienstchef Ibrahim Kalin in der iranischen Hauptstadt zu Gesprächen mit der Führung zusammen, um ein Übergreifen des Krieges zu verhindern. Iranische Staatsmedien bezeichneten das Treffen als sehr gut.

Aus dem Umfeld der Gespräche kamen jedoch auch scharfe Töne. Ibrahim bin Sultan Al Hashmi, Leiter der Abteilung für Medien und Kommunikation im katarischen Außenministerium, erklärte bei einem wöchentlichen Briefing in Doha, dass Iran trotz positiver Äußerungen konkrete Taten zeigen müsse.

  • Einstellung von Bedrohungen gegenüber Ländern der Region
  • Demonstration von gutem Willen und konstruktiver Zusammenarbeit

Das iranische Außenministerium wies diese Kritik umgehend zurück. Mahmoud Maleki, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums, erklärte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, dass das Viiertreffen in Teheran das eigene verantwortungsvolle Handeln belege. Er rief Doha zu größerer Vorsicht in der öffentlichen Kommunikation auf und warnte davor, Aggressoren die Nutzung von Staatsgebiet für Militärschläge gegen Iran zu gestatten.

Ibrahim bin Sultan Al Hashmi erklärte, dass nun Iran am Zug sei, sich zu diesen Prinzipien zu bekennen und guten Willen zu zeigen.

Asim munir qalibaf tehran
Foto: https://houseofsaud.com/

Steigende Kriegskosten und Auswirkungen auf die Energiemärkte

Die militärische Auseinandersetzung belastet die globalen Energiemärkte und die Bilanzen der beteiligten Staaten erheblich. Nach Angaben des US-Militärkommandos Central Command, die CBS News vorliegen, sind die Gesamtkosten des Konflikts auf schätzungsweise 47 Milliarden US-Dollar gestiegen. Darin sind Schäden an US-Militärbasisstrukturen im Nahen Osten noch nicht enthalten. Der größte Kostenfaktor entfällt mit 29 Milliarden US-Dollar auf den Ersatz verbrauchter Munition. Der Kongresshaushalt schätzte die monatlichen Kriegsausgaben im September auf zwei bis drei Milliarden Dollar.

Gleichzeitig treiben anhaltende Angriffe im Jemen und im Persischen Golf die Ölpreise nach oben. Die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen riefen jüngst zur sofortigen Räumung des Flughafens in Aden auf, da dort ein saudisches Frachtflugzeug mit Waffen stehe. Am Ölmarkt reagierten Händler sensibel: Die Preise für Brent-Rohöl stiegen infolge der Blockaden und Tankerangriffe in der Straße von Hormus über 117 US-Dollar je Barrel. Nach Bekanntwerden der neuen diplomatischen Initiativen gab der ICE-Brent-Kontrakt leicht nach und notierte um 09:00 Uhr GMT bei 115,48 US-Dollar.

Offene Fragen vor den US-Zwischenwahlen im November

Ob die neuen Vermittlungsversuche erfolgreich sein werden, hängt von den kommenden Tagen ab. Teheran hat angekündigt, bis Ende der Woche auf den Entwurf zu antworten. US-Präsident Donald Trump bezeichnete einen Waffenstillstand zuvor als Zeitverschwendung und erklärte, er müsse entscheiden, ob er den Konflikt beendet oder eine Einigung anstrebt. Zudem ließ Trump durch, dass US-Militärschläge nach den US-Zwischenwahlen am 3. November wieder aufgenommen werden könnten, sollte bis dahin keine Einigung vorliegen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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