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Welt

Jemen: Raketenangriff auf Präsidentenpalast in Aden tötet fünf Menschen

Am 15. Oktober 2026 schlugen fünf Raketen im Präsidentenpalast Al-Maashiq im jemenitischen Aden ein und töteten fünf Menschen. Der Angriff markierte eine dramatische Eskalation im Wiederaufleben des jemenitischen Konflikts, während die Gewalt im Zuge des Nahostkonfliktes auf die Übergangshauptstadt des international anerkannten Regimes übergriff.

Die Sicherheitslage im Jemen hat sich drastisch verschärft, nachdem die Huthi-Miliz ihren militärischen Druck im Oktober 2026 direkt auf die Interimsregierung in Aden verlagerte. Am Donnerstag, dem 15. Oktober 2026, schlugen fünf Raketen im Komplex des Präsidentenpalastes Al-Maashiq ein. Wie das jemenitische Gesundheitsministerium mitteilte, forderte der Angriff fünf Todesopfer und 16 Verletzte. Unter den Opfern befanden sich Wachpersonal und zivile Mitarbeiter.

Die Huthi-Bewegung erklärte über ihren Militärsprecher Yahya Saree, sie habe gezielt eine militärische Operationszentrale im Bereich des Palastes ins Visier genommen. Premierminister Shaya al-Zindani sowie anwesende Kabinettsmitglieder blieben nach offiziellen Angaben unversehrt. Der Regierungschef verurteilte die Attacke als feige Tat und kündigte an, dass die staatlichen Operationen trotz der Gewalt fortgesetzt werden.

Houthis strike Yemen's presidential palace in Aden, killing two bodyguards

Raketeneinschläge am Flughafen Aden und saudi-arabische Luftabwehr

Nur einen Tag nach dem Anschlag auf den Regierungssitz geriet die Infrastruktur der Küstenstadt erneut unter Beschuss. Am Freitag, dem 17. Oktober 2026, schlugen zwei Raketen auf dem Gelände des Flughafens Aden ein, während eine Passagiermaschine der Yemenia Airways kurz vor dem Abflug nach Kairo stand. Die Passagiere und Besatzungsmitglieder blieben nach Angaben der Sicherheitsbehörden unverletzt.

Parallel dazu meldete die saudi-geführte Militärkoalition heftige Abwehraktivitäten über dem Roten Meer und jemenitischem Gebiet. Die Koalition fing nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete ab, die auf die saudi-arabische Öl- und Exportdrehscheibe Yanbu gerichtet war, und zerstörte zwei Marschflugkörper über dem Roten Meer sowie drei Drohnen in den Regionen Riad und Asir. Die neuerliche Welle grenzüberschreitender Angriffe trieb den Preis für Brent-Rohöl am Freitag temporär auf 110 US-Dollar pro Barrel.

Jemen: Raketenangriff auf Präsidentenpalast in Aden tötet fünf Menschen
Foto: The Guardian

Internationale Reaktionen auf die neuerliche Eskalation

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Angriffe scharf. In einer Resolution verurteilten die Mitgliedstaaten die anhaltenden und eskalierenden Angriffe der Huthi auf saudi-arabische Infrastruktur und die zivile Schifffahrt im Roten Meer. Auch der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnte den Sicherheitsrat bereits Anfang Oktober vor einer vollständigen Rückkehr des Landes in einen unumwundenen Kriegszustand.

Saudi-arabische Vertreter machten Teheran für die gesteuerte Waffenhilfe und die Eskalation verantwortlich. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei wies diese Anschuldigungen jedoch zurück und betonte, dass die jemenitischen Streitkräfte gemäß ihren eigenen Analysen handeln.

Houthis Attack Yemen: Houthis Strike Yemen’s Presidential Palace In Aden | Originals

Ungeklärte Fragen und humanitäre Sorgen

Trotz der offiziellen Verlautbarungen der Konfliktparteien bleiben zentrale Fragen offen. Unabhängige Beobachter und Medienorganisationen konnten die von beiden Seiten genannten militärischen Schäden und genauen Verlustzahlen an den angegriffenen Standorten in Aden nicht verifizieren. Hilfsorganisationen schlagen derweil Alarm, dass die neuerlichen Kämpfe die ohnehin prekäre humanitäre Lage im Jemen weiter verschlechtern und lebenswichtige Versorgungswege, insbesondere um die umkämpfte Stadt Taiz, gefährden.

Nach Angaben der saudi-arabischen und internationalen Berichte haben die Huthi-Rebellen den Flughafen in Riad im Laufe des Monats mehrfach attackiert, wobei bei Zusammenstößen und Angriffen auf zivile Ziele in Saudi-Arabien erhebliche Opferzahlen zu verzeichnen waren. Die saudi-arabischen Behörden betonten, dass die Angriffe der Aufständischen sämtliche internationalen Konventionen verletzen und gezielt die regionale Stabilität bedrohen. Rayed Krimly, der stellvertretende saudi-arabische Minister für Öffentlichkeitsarbeit, erklärte, dass Iran die Aufständischen zu den aggressiven Schritten ermutigt habe und die Houthis zuvor ein Treffen in Oman abgelehnt hatten. Die Regierung in Teheran wies diese Vorwürfe am Freitag offiziell zurück.

Jemen: Raketenangriff auf Präsidentenpalast in Aden tötet fünf Menschen
Foto: France 24

Die jemenitischen Streitkräfte berichteten im Zuge ihrer Operationen in den Provinzen von Gefechten und Erfolgen an mehreren Fronten, während lokale Gesundheitsbehörden und Hilfswerke in Taiz und anderen Regionen vor einer akuten humanitären Katastrophe warnen. Die Vereinten Nationen und verschiedene Botschaften, darunter die Vertretung Kanadas in Saudi-Arabien, bekundeten ihre Solidarität mit der international anerkannten Regierung des Jemen und forderten ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen.

Saudi Guards Killed as Houthis Claim Aden Strike Near Palace Housing MBS-Backed Yemeni Leadership
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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