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Dänische Meteorologen prognostizieren bis zu 1,64 Meter Wasserstand

Pegelstände von bis zu 1,64 Metern über Normal werden in der Nacht zum 18. Oktober 2026 an der Ostseeküste erwartet, nachdem das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung herausgegeben hat. Die Behörden in Flensburg und Nordwestmecklenburg ergreifen Notmaßnahmen.

Das erste Herbsthochwasser der Saison trifft an diesem Wochenende auf die deutsche Ostseeküste. Vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wurde eine offizielle Sturmflutwarnung für die kommende Nacht herausgegeben, da entlang der gesamten Küste mit deutlich erhöhten Wasserständen zu rechnen ist laut BSH-Warnung für die Ostsee. In der Kieler und der Lübecker Bucht prognostizieren die Meteorologen Wasserstände von 1,20 bis zu 1,45 Metern über Normalhöhennull. Laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes kommt es am Samstag und Sonntag an den Küsten zu starkem und böigem Wind, der zunächst aus nördlichen und im weiteren Verlauf aus östlichen Richtungen weht.

Verantwortlich für die Wetterlage ist ein Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln, das für kräftige Winde über der zentralen und südlichen Ostsee sorgt. Am Samstagabend zieht der Wind an der Ostsee merklich an und erreicht aus nordöstlicher Richtung im Mittel die Windstärke 7, während in exponierten Lagen sowie in Böen sogar die Windstärken 8 bis 9 auftreten. Neben dem Sturm ist auch Starkregen ein Thema: Mit der Strömung von der feuchten Ostsee sind insbesondere an den Küsten und auf den Inseln durchaus 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter in sechs bis zwölf Stunden möglich.

Dänische Meteorologen prognostizieren bis zu 1,64 Meter Wasserstand
Foto: NDR.de

Modellabweichungen und die dramatische Prognose für Flensburg

Besonders drastisch fallen die Berechnungen für Flensburg aus. Auf Basis alternativer Windmodelle rechneten die dänischen Meteorologen zeitweise mit Werten von bis zu 1,64 Metern über Normal, was einer schweren Sturmflut entsprechen würde nach Angaben aus dänischen Windmodellen. In Travemünde steigt der Wasserstand seit dem Nachmittag kontinuierlich an, und erste Bereiche der Travepromenade wurden bereits überspült.

Das BSH weist jedoch darauf hin, dass es sich bei solchen Modellvorhersagen nicht um offizielle Wasserstandsvorhersagen handelt und größere Abweichungen auf erhebliche Unsicherheiten in der Wetterlage hindeuten. Dennoch reagiert die Stadt Flensburg auf die kritischen Aussichten.

Wenn wir bei jedem Hochwasser in Alarmismus verfallen, machen wir uns ja verrückt. Und das will ja keiner. Es kommt, wie es kommt. Wir sind gut vorbereitet.

Kuno Brandt, Bürgermeister von Heiligenhafen

Notvorkehrungen in Flensburg, Wismar und Heiligenhafen

In Flensburg übersteigt das Wasser ab einem Pegel von 1,10 Metern die Kaikante an der Schiffbrücke in der Innenstadt. Autofahrer wurden aufgefordert, den Gefahrenbereich zu meiden und keine Fahrzeuge in Ufernähe abzustellen. Die Stadtfeuerwehr richtete an der Marktwache auf der Exe eine Ausgabestelle für Sandsäcke ein zur Ausgabe von Sandsäcken für betroffene Anwohner, um Eigentümer bei der Sicherung ihrer Gebäude zu unterstützen. Auch in der Hansestadt Wismar werden erhöhte Wasserstände erwartet, wo Sandsäcke am Ziegenmarkt und in der Rabenstraße bereitgestellt werden.

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Foto: Daswetter.com

Auch in anderen Küstenorten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der Landkreis Nordwestmecklenburg rief am Samstagnachmittag die Alarmstufe 2 für seinen Hochwasserschutzplan aus nach Mitteilung der Kreisverwaltung. In Boltenhagen und Dassow bereiten sich die Feuerwehren auf Kontrollfahrten an den Deichen vor. In Wismar, wo Wasserstände zwischen 65 und 130 Zentimetern über Normal erwartet werden, pumpten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk bereits am Samstag Wasser ab, um die Überflutung einer Kreuzung am Hafen zu verhindern. In Heiligenhafen wurden die mobilen Hochwasserschutzwände am Kommunalhafen bereits am Vormittag vollständig aufgebaut, wie Heiligenhafens Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) mitteilte.

Bootsbesitzer sichern Yachten und Campingplätze treffen Vorkehrungen

Auf dem Campingplatz Langballigau bei Westerholz im Kreis Schleswig-Flensburg trafen Camper und Betreiber am Samstag teils spontane Vorkerkungen, während am Vormittag noch etwa 60 Dauercamper ihre Wagen dort stehen hatten. Urlauber und Ausflügler wurden aufgefordert, Spaziergänge auf Molen, Seebrücken und unmittelbar am Wasser wegen starkem Wind und plötzlich auflaufenden Wellen zu meiden; Absperrungen sollten unbedingt beachtet werden.

Die typische Hochwassersaison an der Ostsee erstreckt sich von Oktober bis April.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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