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Welt

Sitz der Regierung im Jemen: Huthi-Miliz trifft Präsidentenpalast – Tote und Verletzte

Mindestens vier Menschen wurden am Mittwoch getötet und zehn weitere verletzt, als Raketen den Präsidentenpalast in der jemenitischen Hafenstadt Aden trafen. Für diesen Angriff macht die international anerkannte Regierung die pro-iranische Huthi-Miliz für verantwortlich, während dort auch ein Kommandozentrum der saudi-arabisch geführten Militärkoalition stationiert ist.

Raketeneinschläge am Al-Maaschik-Palast in Aden

Der Sitz der international anerkannten Regierung in der südjemenitischen Hafenstadt Aden ist von mehreren Raketen getroffen worden. Augenzeugen und Regierungsvertreter berichteten der Deutschen Presse-Agentur von einem gezielten Beschuss der Gegend um den Al-Maaschik-Palast.

Nach Angaben eines jemenitischen Ministers schlugen insgesamt drei Raketen in einer Kommandozentrale der Regierungstruppen und zwei weitere im Hauptquartier der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition auf dem Palastgelände ein.

Deadly Houthi missile attack on Yemeni presidential palace | BBC News

Das saudi-arabische Nachrichtenportal Al-Hadath meldete fünf Explosionen nach dem Einschlag.

Die Regierung sprach von einer gefährlichen Eskalation und teilte mit, dass Sicherheitsleute und andere Mitarbeiter am Palast getötet oder verletzt worden seien. Rettungswagen fuhren zu dem auf einer Anhöhe mit Blick auf die Bucht von Aden gelegenen Komplex, über dem dicker Rauch aufstieg. Als bedeutendes urbanes Zentrum im Jemen besitzt Aden östlich der Meerenge Bab al-Mandab einen essenziellen Hafen, der bereits seit Jahrhunderten als zentraler Handelsumschlagplatz fungiert.

Sitz der Regierung im Jemen: Huthi-Miliz trifft Präsidentenpalast - Tote und Verletzte
Foto: N TV

Reaktionen und gegenseitige Schuldzuweisungen

Huthi-Militärsprecher Jahja Saree äußerte in einer Stellungnahme, dass die Einheiten der Bewegung das saudi-arabische Feind-Militäroperationszentrum innerhalb des Palastes ins Visier genommen hätten. Zudem betonte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari, dass saudische Truppen an jedem Ort ein legitimes Ziel der Rebellen seien. Ein Minister bestätigte, dass sich Regierungschef Sindani während des Angriffs im Präsidentenpalast befunden habe, jedoch unverletzt geblieben sei.

Wir sind der Ansicht, dass die von den Huthis in dieser jüngsten Phase des Konflikts vorangetriebene Eskalation vom Iran gefördert wird.

Rajed Krimly, saudi-arabischer Vizeaußenminister, via N TV

Saudi-Arabien warf dem Iran vor, die jüngste Ausweitung der Kampfhandlungen gezielt anzutreiben.

Die Spannungen hatten sich in den Tagen zuvor bereits in der Region entladen, nachdem bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad Menschen getötet und verletzt worden waren.

Unklare Schäden und verlagerter Fokus im Jemenkonflikt

Saudische Medien meldeten, dass hohe Vertreter der jemenitischen Regierung bei dem Einschlag unverletzt blieben. Das genaue Ausmass der materiellen Schäden an den historischen Gebäuden blieb zunächst unübersichtlich.

WATCH LIVE | Houthi Attack Targets Yemen Presidential Palace In Aden, 5 Killed, 16 Injured

Medien und Beobachter machten deutlich, dass bis zu dem Vorfall unklar war, ob das eigentliche Palastgebäude direkte Treffer erlitten hatte. Seit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa und weiterer nordjemenitischer Regionen durch die Huthi-Rebellen im Jahr 2014 hat die international anerkannte Regierung ihren Sitz im südlichen Aden. Angeführt wird diese Regierung von Raschad al-Alimi, der sich aus Sicherheitsgründen aber meist in Riad aufhält.

Durch diesen Vorfall rückt der Südjemen stärker in den Blickpunkt. Die Huthi üben die Kontrolle über weite Teile des Nordens aus und übernahmen im September im Rahmen einer Blitzoffensive weitere Areale an der Westküste.

Sitz der Regierung im Jemen: Huthi-Miliz trifft Präsidentenpalast - Tote und Verletzte
Foto: TAG24

Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen Aden und der Süden weitgehend von Kampfhandlungen verschont geblieben waren, droht sich diese Situation nun infolge der neuesten Ereignisse zu transformieren. Insbesondere nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe im Jahr 2022 war es ruhiger geblieben.

Die Regierung teilte mit, dass Aden ein Zentrum für die staatlichen Institutionen im Jemen bleiben wird.

Houthis strike Yemen's presidential palace in Aden, killing two bodyguards

Versuche, das öffentliche Leben zu stören oder den Staat zu schwächen, würden erfolglos bleiben.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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