Vierzig Jahre nach seiner offiziellen Premiere im Oktober 1986 bleibt der Jaguar XJ40 ein faszinierendes Kapitel der britischen Automobilgeschichte. Als letzte komplett in Eigenregie entwickelte Oberklasse-Limousine der Marke markierte das Modell einen radikalen technologischen Neuanfang, der das schwere Erbe der Serie III antrat und bis heute Automobil-Historiker beschäftigt. Bis zum Produktionsende der älteren Baureihe im Jahr 1992 laufen beide Modelle sogar eine Zeit lang parallel vom Band.
Zudem trägt die Limousine noch die Handschrift des Firmengründers Sir William Lyons. Der legendäre Patron begleitet die frühe Entwicklungsphase als Berater und begutachtet den finalen Prototyp kurz vor seinem Tod im Jahr 1985 mit großem Wohlwollen.
Ein langer Weg von der Ölkrise bis zur Premiere 1986
Die Wurzeln des Jaguar XJ40 reichen weit in die Vergangenheit zurück. Schon ab 1972 fertigte das Designteam erste Maßstabsmodelle an, um die zweite Generation der klassischen Oberklasse-Limousine aus Coventry zu gestalten. Doch die Ölkrise des Jahres 1973 und chronische Finanzprobleme des damaligen Mutterkonzerns British Leyland bremsten das Vorhaben massiv aus, wie die Recherchen zur Modellgeschichte dokumentieren. Das Management von British Leyland drängte die Entwickler damals dazu, den Rover V8-Motor zu nutzen — ein Schritt, der das Ende eigener Jaguar-Motoren bedeutet hätte.
Zur Debatte stehen Entwürfe des eigenen Stylingsstudios sowie von Pininfarina, wobei sich am Ende das hauseigene Design durchsetzt. Erst im Februar 1981 bewilligte der Vorstand von British Leyland schließlich ein Budget von 80 Millionen Pfund. Als der neue Konzernchef John Egan das Ruder übernimmt und Jaguar an die Börse führt, verschiebt er die Premiere nochmals, um letzte Kinderkrankheiten auszusortieren und die Karosseriestruktur zu perfektionieren. Die Ingenieure reduzierten die Anzahl der benötigten Karosserieteile im Vergleich zum Vorgänger um ein Viertel, was Gewicht sparta, die Steifigkeit erhöht und die Fertigung vereinfacht.
Technischer Umbruch und das legendäre Mäusekino
Mit seiner Weltpremiere im Oktober 1986 auf der britischen Motor Show brachte der XJ40 zahlreiche Innovationen in das Segment. Er erhielt eine modernisierte Einzelradaufhängung an der Hinterachse, moderne Sechszylinder-Motoren und elektronische Überwachungssysteme im Cockpit. Ein echtes Markenzeichen dieser frühen Baujahre war das digitale Instrumentenbrett. Die Vakuumanzeigetafel trägt die offizielle Bezeichnung Vehicle Condition Monitor und informierte den Fahrer über Dutzende Warnfunktionen.
Ab 1990 kehrt Jaguar allerdings zu analogen Rundinstrumenten zurück, weil die Mäusekino-Platinen der Anfangstage zum Sorgenkind reiften. Mechanisch startet die Baureihe 1986 mit den neuen AJ6-Reihensechszylindern als 2,9-Liter und 3,6-Liter. Der kleinere Sechszylinder mit einem Hubraum von 2919 cm3 dosahonal se vstřikováním paliva výkonu 167 k (123 kW) bei 5600 min-1, während der größere 3,590-Liter-Motor eine Leistung von 223 k (164 kW) bei 5000 min-1 erreichte. Später folgten Hubraumerweiterungen auf 3,2 und 4,0 Liter. Im Jahr 1990 wird der 3,6-liter-Sechszylinder durch einen Motor mit 3980 cm3 ersetzt, der 238 k (175 kW) bei 4750 min-1 leistet. Ein Jahr später wächst die Einstiegsversion auf 3,2 Liter und übernimmt den modernen Vierventil-Zylinderkopf.
Den Neupreis eines XJ40 4.0 mit 221 PS beziffert eine Notierung in Deutschland im Juli 1990 auf exakt 79.686 DM, während ein ähnlich starker Mercedes 420 SE (W126) bei 84.075 Mark notiert und es den BMW 735i mit 211 PS schon für 79.000 Mark gibt. Die Fahrstufen wählt der Fahrer über die berühmte J-Gate-Schaltkulisse, die ein ungewolltes Einlegen des Rückwärtsgangs verhindert.
Markterfolg, Qualitätsprobleme und die Ford-Ära
Trotz technischer Finesse litt der Ruf der Marke in den Anfangsjahren unter Qualitätsschwierigkeiten. Das Basismodell des Jaguar XJ6 konnte sich dennoch behaupten und gewann den Titel Nejbezpečnější vůz v Británii
. Mit einem Einstiegspreis von 16.000 britischen Pfund für die Variante mit 2,9-Liter-Motor war es der niedrigste Jaguar-Preis seit 1983. In dieser Basisvariante waren allerdings Extras wie kožená sedadla, klimatizace, ráfky z hliníkové slitiny, ABS oder automatická převodovka nicht inbegriffen, während der Bordcomputer, der neue Vehicle Condition Monitor und die manuelle Fünfgang-Schaltung zum Standard gehörten.
Der anhaltende Druck auf die Qualität und die Finanzen führte schließlich dazu, dass der US-Gigant Ford das Unternehmen im Jahr 1989 übernahm. Unter der neuen Konzernmutter Ford steigerte sich das Qualitätsniveau spürbar, und in deren Regie entstand später auch der Nachfolger der Baureihe XJ40 namens X300. Eine kuriose Anekdote begleitete derweil die Entwicklung des Motorraums: Die Jaguar-Ingenieure konstruierten den Vorderwagen bewusst so schmal, dass der V8-Motor von Konzernmutter British Leyland schlicht nicht in den Motorraum passt, wodurch sie den Fortbestand eigener Motoren sicherten.
Erst ab 1993 rollte der XJ40 als XJ81 beziehungsweise als Jaguar XJ12 und Daimler Double Six (produziert von 1993 bis 1997) mit dem mächtigen 6,0-Liter-Aggregat (5993 cm3) zu den Händlern. Der vidlicový dvanáctiválec leistete dabei 320 k (235,5 kW) bei 5400 min-1, wodurch sich die Höchstgeschwindigkeit dieser Fahrzeuge der Marke der 250-km/h-Grenze näherte.
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