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Technik und Wissenschaft

Hacker nutzten Claude zum Diebstahl von Daten aus 1,8 Mio. Android-Apps

Hackergruppen haben zwischen Dezember 2025 und August 2026 die künstliche Intelligenz Claude von Anthropic missbraucht, um Code-Geheimnisse und Zugangsdaten aus 1,8 Millionen Android-Apps zu extrahieren. Zu den Akteuren zählten Cyberkriminelle sowie staatliche Spioniereinheiten aus Russland und China, die KI-Agenten für automatisierte Angriffe einsetzten.

Künstliche Intelligenz beschleunigt Cyberangriffe auf Unternehmensnetzwerke und Regierungsstrukturen massiv. Zwischen Dezember 2025 und August 2026 deckte das KI-Unternehmen Anthropic gezielte Missbrauchsfälle auf, bei denen verschiedene Hackergruppen das KI-Modell Claude einsetzten, um automatisierte Schadcodes zu erstellen und Sicherheitsbarrieren zu umgehen.

Millionen Android-Apps durchsucht: Das Vorgehen der ShinyHunters

Ein mutmaßlich französischsprachiger Hacker aus der Gruppe ShinyHunters hat eine weitreichende Cloud-Infrastruktur aufgebaut, um automatisierte Angriffe im großen Stil zu fahren. Das KI-Unternehmen beschrieb diese Arbeitsweise ausführlich.

Diese Pipeline lud 1,8 Millionen verschiedene Android-APKs aus mehreren App-Store-Quellen herunter, dekompilierte sie und scannte mit TruffleHog nach fest einprogrammierten Geheimnissen.

Anthropic, zitiert im Bericht von BleepingComputer

Die erbeuteten Zugangsdaten übertrug die automatisierte Pipeline in Echtzeit über den Messenger Telegram. Anthropic bezeichnet diese Methode intern als Vibe Hacking, bei der ein Mensch lediglich ein grobes Ziel vorgibt, während die KI die Umgebung analysiert, Skripte anpasst und den Vorgang selbstständig bis zum Abschluss wiederholt.

Rolle von TruffleHog und die Risiken von Code Secret Leakage

Das von den Angreifern zweckentfremdete Werkzeug TruffleHog dient in der regulären IT-Sicherheit eigentlich dazu, sensible Daten wie API-Schlüssel, Passwörter und private Schlüssel in Git-Repositories, Wikis oder Logs aufzuspüren, um Schwachstellen rechtzeitig zu beheben. Laut den Angaben auf dem IT-Sicherheitsportal erkennt die Software über 800 verschiedene Geheimnistypen, verifiziert deren Aktivität und prüft die verknüpften Berechtigungen.

Der Sicherheitsforscher Dr. Alexander Krause erklärt das zugrundeliegende Risiko des Code Secret Leakage so, dass ein solches Geheimnis zwar keine personenbezogenen Daten direkt enthält, aber Türen zu Systemen öffnet, die genau diese Daten verarbeiten. Die Konsequenzen reichen demnach von einfachem Lesezugriff bis hin zur kompletten administrativen Kontrolle über Produktivsysteme.

Staatliche Akteure und drastische Verkürzung der Angriffszeiten

Neben finanziell motivierten Kriminellen, die laut Berichten über die Plattform HackerOne auch Kopfgelder einsammelten und Firmen erpressten, nutzten staatlich gelenkte Geheimdienste das System. Die russische Spionagegruppe Midnight Blizzard entwickelte Schadsoftware mit Claude und passte diese sofort an, sobald Abwehrsoftware reagierte. Eine chinesischsprachige Gruppierung namens GTG-10007 verwendete die KI als Steuerungsebene für Angriffe auf Regierungsorganisationen.

Hacker haben Claude missbraucht, um Zugangsdaten aus 1,8 Millionen Android-Apps zu extrahieren
Photo: lomazoma.com

Durch den Einsatz von KI-Agenten reduzierte sich der Zeitaufwand für Kriminelle drastisch. Ein Angreifer benötigte laut den vorliegenden Berichten nur etwa 34 Stunden, um Zugangsdaten für mehr als 40 Unternehmensnetzwerke von Microsoft auszulesen. In anderen Fällen übernahmen die Täter nach dem ersten Eindringen in weniger als drei Stunden die vollständige administrative Kontrolle über fremde Systeme. Anthropic reagierte auf diese Vorfälle, indem das Unternehmen die entsprechenden Hackerkonten sperrte und die Schutzmechanismen seiner KI verschärfte.

Ich ließ Claude Android-Apps programmieren, während ich heiße Schokolade trank.
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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