Verheerende Sturzfluten im Himalaya-Staat Nepal und an der Grenze zu Tibet haben nach Berichten vom August 2026 fast 100 Menschen das Leben gekostet. Hunderte gelten nach dem Gletscherabbruch weiter als vermisst. Rettungskräfte kämpfen gegen zerstörte Infrastruktur an.
Eine massive Gletscherkatastrophe im Himalaya hat Ende August 2026 zu katastrophalen Sturzfluten im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet geführt. Ein riesiger Teil eines Gletschers im Langtang-Nationalpark scherte sich ab und stürzte auf den Talboden, was eine verheerende Kettenreaktion auslöste.
Gletscherabbruch löst Erdbeben-ähnliche Erschütterungen aus
Der massive Einsturz ereignete sich am Mittwochmorgen um 8:37 Uhr. Die Wucht des Ereignisses war so enorm, dass Seismographen zunächst von einem Erdbeben der Stärke 4.4 ausgingen. Die United States Geological Survey korrigierte dies später: Ausgelöst wurde das Beben der Stärke 5.2 durch den Sturz von Gletschereis und Felsen, wie der Guardian berichtete.
Durch den Kollaps stürzten gewaltige Mengen Wasser, Schlamm und Eis in die Täler und wälzten sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Flusssysteme der Lhende Khola, des Bhotekoshi und des Trishuli. NPR meldete unter Berufung auf offizielle Angaben, dass bis zu dem Zeitpunkt bereits mehr als 95 Menschen getötet wurden und die Opferzahl voraussichtlich weiter steigen wird.
Hunderte Vermisste und dramatische Rettungseinsätze
Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche hinduistische Pilger aus Indien, die auf dem Weg zu der heiligen Stätte Mount Kailash waren. Laut Angaben eines spirituellen Anführers befanden sich allein 77 dieser Pilger an einem Einwanderungsbüro an der Grenze, als die Wassermassen das Gebiet einhüllten.
„As it got closer, it kept rising higher and higher. When I saw it enter our home, I tried to grab my wife’s hand and take her to the terrace. But she was swept away by the mud. Four or five hours later, a helicopter came to rescue me. My wife is still somewhere beneath the mud. She’s gone.“
Keshav Prasad Baral
Experten warnen vor steigender Häufigkeit extremer Fluten
Wissenschaftler und Hydrologen bewerten die physikalischen Bedingungen der Flut als besonders zerstörerisch. Schlamm und Wasser, die sich mit derart hohen Geschwindigkeiten fortbewegen, bilden eine tödliche Mischung like liquid concrete
, erklärte Hatim Sharif, Hydrologe an der University of Texas in San Antonio.
Arun Bhakta Shrestha, ein weiterer Experte für den Himalaya und den Klimawandel, betonte gegenüber Medien, dass derartige Extremereignisse im Hindukusch-Himalaya-Raum in ihrer Frequenz zunehmen. Zwar habe es in der Vergangenheit ähnliche Vorkommnisse gegeben, doch direkt oder indirekt deute alles auf den Klimawandel hin.
Zerstörte Infrastruktur erschwert die Hilfe vor Ort
Die Rettungsarbeiten gestalteten sich in den ersten Tagen extrem schwierig. Wegen schwerer Infrastrukturschäden und stark erhöhter Wasserstände konnten Hubschrauber in den betroffenen Regionen wie Syapru Besi und Timure in der Rasuwa-Region, die rund 50.000 Einwohner zählt, kaum landen.

Lokale Helfer wie der Gesundheitsarbeiter Tula Bahadur BK in Rasuwa berichteten von flächendeckender Zerstörung. Die direkt am Fluss gelegenen Siedlungen wurden vollständig weggeschwemmt. Die Behörden und Hilfswerke in Nepal und Tibet konzentrieren sich weiterhin darauf, Verschüttete zu bergen.
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