Zu Beginn der NFL-Saison rückt die Medienberichterstattung über Mike Vrabel und Dianna Russini erneut in den Fokus.
Mike Vrabel, Dianna Russini und der Medienfokus zu Saisonbeginn
Die Diskussionen um die Kontroverse zwischen dem Cheftrainer der Patriots und der ehemaligen NFL-Insiderin halten an, während die neue Football-Saison unmittelbar bevorsteht. Wie Berichte über den Saisonauftakt zeigen, veröffentlichte ESPN zum Start einen ausführlichen Artikel von Ben Strauss und Kalyn Kahler zu Vrabels unruhiger Offseason. Das Timing der Veröffentlichung am Montagmorgen vor dem Auftaktspiel der Patriots in Seattle zog Aufmerksamkeit auf sich, da es zwei Tage vor dem Start der Patriots mit einem Super Bowl LX Rematch in Seattle stattfand.
Im Zentrum der Berichterstattung steht die Haltung innerhalb der Organisation, die Vorfälle hinter sich zu lassen. Offizielle Stellungnahmen der Patriots zu den Inhalten blieben zwar aus, und sie lehnten es ab, Vrabel für die Story verfügbar zu machen, doch machten Spieler wie running back Rhamondre Stevenson und safety Kevin Byard deutlich, dass man sich auf das sportliche Geschehen konzentriere. Stevenson erklärte laut dem Medienbericht bezüglich des im April entstandenen Skandals, als die New York Post die ersten Fotos veröffentlichte, die Vrabel mit Dianna Russini zeigten, sie hätten einfach versucht, so schnell wie möglich davon Abstand zu gewinnen.
Kritik an ESPN und Fragen zur medialen Glaubwürdigkeit
Parallel zu den sportlichen Vorbereitungen gerät der Medienpartner ESPN selbst in die Kritik. Wie Analysen zu den geschäftlichen Verbindungen verdeutlichen, besitzt die NFL seit dem 1. April eine zehnprozentige Beteiligung an dem Sender. Diese Verflechtung führt in der Öffentlichkeit zu Vorwürfen einer bewussten Zurückhaltung oder einer Wall of Silence hinsichtlich der Affäre.
Prominente Stimmen aus der Football-Landschaft äußerten sich kritisch über den Umgang des Senders mit dem Thema. So verwies Quarterback Aaron Rodgers von den Pittsburgh Steelers in einer Sendung auf The Pat McAfee Show darauf, dass die Personalie kaum auf den eigenen Sendeflächen thematisiert wurde, obwohl sie das Ligageschehen maßgeblich berührte. Auch Branchenbeobachter wie Michael Wilbon rieten im Podcast-Gespräch auf dem Awful Announcing Podcast dazu, die redaktionelle Unabhängigkeit angesichts des milliardenschweren Geschäftsabschlusses zwischen der Liga und dem Sender skeptisch zu betrachten, und merkte an, seine philosophische Antwort darauf sei Vertrauen, er würde jedoch nicht so weit gehen zu sagen, man könne nicht vertrauen, sondern man solle die Dinge skeptisch betrachten.
Folgen für das Trainerumfeld und das Ligaklima
Die Vorkommnisse haben über das direkte Umfeld der Beteiligten hinaus eine spürbare Debatte über den Arbeitsalltag von Trainern und Journalisten ausgelöst. Mehrere Assistenztrainer anderer Teams äußerten gegenüber Medien, dass das Klima im Umgang untereinander vorsichtiger geworden sei. Ein ungenannter Assistenztrainer erklärte gegenüber ESPN, dass sich derzeit alle Trainer unter Beobachtung befänden und verwies dabei auf den ganzen Ärger um Vrabel. Ein weiterer ungenannter Assistenztrainer sagte, es sei die Unterstellung, auf die man aufpassen müsse, weil Spieler, Trainer und andere Leute einen argwöhnisch musterten, als würde man fragen, ob man in einer Beziehung stehe.

Die verschärfte öffentliche Beobachtung erzeuge einen neuen Druck, der weit über die sportliche Vorbereitung auf den Spieltag hinausreicht. Während Russini nach ihrem Rücktritt von The Athletic im April mit einer Kündigung, die der Medienkultur die Schuld an Spekulationen gab, nicht mehr in ihrer gewohnten Funktion tätig ist und die interne Untersuchung des Verlags unter Leitung von The Athletic’s executive editor Steven Ginsberg andauert, der vor zwei Monaten angab, die Untersuchung werde a few more weeks
dauern, setzt Mike Vrabel seine Arbeit bei den Patriots fort. Die Mannschaft stützt ihren Cheftrainer, während die NFL das Geschehen als private Angelegenheit bewertet und keine Untersuchung gegen Vrabel eröffnete, der nach dem Bekanntwerden von Bildern und Videos, die bis in das Jahr 2020 zurückreichen, sogar den dritten Tag des NFL Drafts verließ, um mit seiner Familie an Beratungssitzungen teilzunehmen.
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