Volkswagen-Tochter Audi bringt den historischen Kleinwagen als reines Elektroauto zurück. Er soll die schwächelnden Verkäufe in Europa ankurbeln und im umkämpften Markt gegen chinesische Konkurrenten bestehen.
Der erste Audi A2 galt nach seiner Einstellung im Jahr 2005 als seiner Zeit voraus und hat sich über die Jahre zum Kultauto mit treuer Anhängerschaft entwickelt. Jetzt wagt die VW-Tochter einen zweiten Anlauf mit dem Namen, teilt sich technisch jedoch kaum noch etwas mit dem historischen Vorbild. Der neue Audi A2 e-tron misst 4,32 Meter in der Länge und bildet künftig den Einstieg in die elektrische Modellpalette der Marke, wie das Branchenportal heute.at berichtet.
Technische Basis, Platzangebot und Aerodynamik
Unter dem Blech nutzt der A2 e-tron eine Plattform, die unter anderem mit dem neuen VW ID.3 Neo und dem Cupra Born verwandt ist. Äußerlich setzt Audi jedoch auf eine eigenständige Optik, die gezielt Anklänge an den Ur-A2 sucht. Dazu gehören das steil abfallende Heck, moderne Lichtsignaturen sowie bis zu 20 Zoll große Räder je nach Ausstattungslinie. Der Radstand von 2,764 Metern entspricht exakt dem des größeren Audi Q4 e-tron, was laut den vorliegenden Berichten zu einem großzügigen Raumangebot im Fond führt.
Der Kofferraum fasst zwischen 396 und 1.336 Liter. Zusätzlich steht vorne ein kleiner Frunk mit 13 Litern Volumen zur Verfügung, der Platz für Ladekabel bietet. Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die Aerodynamik. In der effizientesten Konfiguration erreicht der Wagen einen cW-Wert von 0,24. Erreicht wird dies durch spezielle Luftführungen an der Front, optimierte Radläufe, einen verkleideten Unterboden und einen aktiven Kühllufteinlass.
Leistung, Batterien und WLTP-Reichweiten
Zum Marktstart bietet Audi vier Leistungsstufen an, die ausschließlich über Heckantrieb verfügen. Eine elektrische Quattro-Variante ist für den A2 e-tron vorerst nicht eingeplant. Das Leistungsspektrum umfasst Ausführungen mit 125 kW (170 PS), 140 kW (190 PS), 170 kW (231 PS) und 240 kW (326 PS). Das Topmodell beschleunigt in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h; eine noch stärkere Variante als potenzieller S2 e-tron befindet sich zudem in Vorbereitung.
- 52 kWh: Kleinste Batterievariante mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen.
- 61 kWh: Mittlere Batterievariante ebenfalls mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen.
- 84 kWh: Große Batterievariante mit Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen für die leistungsstärkeren Ausführungen.
Je nach Kombination aus Motor, Akku und Ausstattung sind Reichweiten von bis zu 646 Kilometern nach WLTP möglich. Mit einem optionalen Effizienzpaket, das ein aerodynamisch optimiertes S-Line-Paket, Sportfahrwerk und spezielle 19-Zoll-Räder beinhaltet, soll die 140-kW-Version einen WLTP-Verbrauch von 12.8 kWh pro 100 Kilometer erzielen. An Schnellladesäulen schaffen die großen Batterien eine Ladeleistung von bis zu 183 kW, wobei der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent rund 29 Minuten beansprucht.
Bidirektionales Laden und digitaler Innenraum
Der A2 e-tron unterstützt bidirektionales Laden. Über Vehicle-to-Load lassen sich elektrische Geräte wie Werkzeuge oder ein Elektrogrill mit bis zu 3,6 kW direkt aus dem Fahrzeug betreiben. Mittels Vehicle-to-Home kann das Elektroauto zudem als Stromspeicher für das Eigenheim dienen, vorausgesetzt es ist eine kompatible DC-Wallbox vorhanden. Diese Funktion soll zum Start unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereitstehen.
Im Interieur setzt Audi auf ein 11,9 Zoll großes Fahrerdisplay sowie einen zentralen 12,8-Zoll-Touchscreen, ergänzt durch ein optionales Augmented-Reality-Head-up-Display. Klimafunktionen werden über den Bildschirm bedient, während wichtige Bedienelemente als physische Tasten und Walzen am Lenkrad verbleiben. Ein neues Fidlock-System erlaubt zudem die flexible Befestigung von Zubehörteilen wie Getränkehaltern oder Taschen über Magnete und mechanische Verschlüsse.
Marktstrategie und Fabrikoptimierung in Europa
Mit dem neuen Modell reagiert der Autobauer auf eine anhaltende Absatzschwäche. Die weltweiten Verkäufe des Premiumherstellers waren in zwei aufeinanderfolgenden Jahren rückläufig und sanken im ersten Halbjahr 2026 um 7 Prozent, bedingt durch den scharfen Wettbewerb in China und US-Zölle. Audi-Chef Gernot Döllner betonte bei der Vorstellung in Paris die Bedeutung kompakter und effizienter Fahrzeuge für den europäischen Markt.
„Wir sehen uns in einer starken Position, wenn es um Elektromobilität geht.“
Gernot Döllner, Audi-Chef
Angesichts der angespannten Lage an den europäischen Standorten, wie dem Werk in Neckarsulm, betonte der Markenchef ferner, dass Unternehmen und Betriebsrat Maßnahmen zur Optimierung der Fabrik
erarbeiten müssen.
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