US-Präsident Donald Trump hat ein umstrittenes Abkommen mit Russland verkündigt, das die Lieferung von Millionen Tonnen Diesel an amerikanische und globale Märkte vorsieht. Zur Umsetzung dieser Vereinbarung setzte das US-Finanzministerium bestehende Sanktionen vorübergehend aus, was international heftige Kritik auslöste.
Millionen Tonnen Diesel aus Russland für globale Märkte
Nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kündigte Präsident Donald Trump an, dass Russland umgehend mehr als 300.000 metrische Tonnen Diesel bereitstellen wird. Die Vereinbarung zielt darauf ab, die stark gestiegenen Kraftstoffpreise zu drücken, die den US-Wahlkampf vor den anstehenden Kongresswahlen am 3. November belasten.
US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Beitrag auf der Plattform Truth Social, er habe ein äußerst erfolgreiches Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt. Nach Angaben des Weißen Hauses vereinbarten die beiden Staatschefs, dass Russland umgehend mehr als 300.000 metrische Tonnen Dieselkraftstoff für den US-amerikanischen sowie den globalen Markt zur Verfügung stellt, was etwa 2,25 Millionen Barrel Treibstoff entspricht.

Laut der Ankündigung sollen im November weitere 500.000 Tonnen und unmittelbar danach eine Million Tonnen folgen. In einer Erklärung auf Truth Social betonte Trump, dass weitere Lieferungen von bis zu drei Millionen Tonnen in Aussicht stehen, abhängig vom Zustand der russischen Raffinerien, die zuvor Ziel ukrainischer Angriffe waren. Der Kreml bestätigte nach dem Telefonat die grundsätzliche Bereitschaft Moskaus, Öl und Erdölprodukte an die USA und den globalen Markt zu liefern.
Finanzministerium setzt Sanktionen bis April 2027 aus
Um den Import des russischen Kraftstoffs rechtlich zu ermöglichen, handelte die US-Regierung schnell. Das US-Finanzministerium teilte mit, dass das Office of Foreign Assets Control (OFAC) eine zeitlich befristete Generallizenz erteilt hat. Diese Ausnahmeregelung erlaubt den Verkauf, die Lieferung, das Entladen und den Import von russischen Diesel bis zum 7. April 2027.
Die Maßnahme erfolgt zu einer Zeit, in der die globalen Kraftstoffmärkte durch Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine schwer belastet sind. Die US-Dieselpreise hatten zuletzt Rekordhöhen erreicht und im Durchschnitt 6,28 US-Dollar pro Gallone gekostet. Trotz früherer Versuche der Regierung, die Versorgung durch die Freigabe von Notreserven und den erweiterten Zugang zu steuerbefreitem, rot eingefärbtem Diesel für die Landwirtschaft zu stabilisieren, blieben die Preise auf hohem Niveau.
Scharfe Kritik aus der Ukraine und von US-Senatoren
Das Abkommen stieß bei europäischen Verbündeten und in der Ukraine auf scharfe Ablehnung. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Schritt als fatales Signal an Moskau und kritisierte die Entscheidung als schwache Entscheidung starker Partner
, wie Marketscreener berichtete. In einer separaten Erklärung der ukrainischen Botschaft in Washington hieß es zudem, ukrainische Unterhändler seien als Rauchschirm für das Geschäft benutzt worden. Ein Abgeordneter des estnischen Parlaments, Marko Mihkelson, äußerte sich auf X ebenfalls kritisch und erklärte, Russland werde mit Dieselabkommen dafür belohnt, dass es einen genozidalen Krieg in Europa führe und dem Iran helfe, US-amerikanische Vermögenswerte anzugreifen.

Wolodymyr Selenskyj erklärte: „Geschenke an Putin werden weder Frieden noch irgendeinen Vorteil für die zivilisierte Welt bringen. Russland wird den Diesel mit weiterem Terror und Treuebruch ‚vergelten‘.
Auch im US-Kongress formierte sich sofort Widerstand. Prominente demokratische Senatoren wie Jeanne Shaheen, Chuck Schumer und Elizabeth Warren verurteilten die Ausnahmeregelung als Verrat an den Verbündeten. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten der demokratische Mehrheitsführer im Senat Chuck Schumer, die ranghöchste Demokratin im Ausschuss für auswärtige Beziehungen Jeanne Shaheen und die ranghöchste Demokratin im Bankenausschuss Elizabeth Warren, dass es sich hierbei um ein Versagen beim Schutz Amerikas vor seinen Gegnern handele. Sie warfen dem Weißen Haus vor, erst kürzlich verabschiedete Gesetze zur Verschärfung der Sanktionen zu unterlaufen, um kurzfristige innenpolitische Probleme im Vorfeld der Midterm-Wahlen zu kaschieren. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon kritisierte das Abkommen ebenfalls und erklärte auf X, dass Russland weiterhin ukrainische Zivilisten angreife und töte.
Analysten bezweifeln spürbaren Effekt auf die Kraftstoffpreise
Fachleute aus der Energiebranche zeigten sich skeptisch, ob das Abkommen den gewünschten preissenkenden Effekt erzielen wird. Während einige Marktbeobachter eine kurzfristige Entlastung von 10 bis 20 Cent pro Gallone für möglich halten, betonen andere die geringen Mengen im Vergleich zum weltweiten Bedarf.
Rob Thummel, leitender Portfoliomanager bei Tortoise Capital, erklärte, dass die Freigabe von russischem Öl zwar kurzfristig für eine gewisse Preisentlastung sorgen dürfte, jedoch keine langfristige Lösung darstellt. Ein europäischer Diplomat äußerte gegenüber Medien ebenfalls Zweifel und erklärte, dass ein echter Einfluss auf die Preise sehr unwahrscheinlich sei, die Symbolkraft jedoch reale Auswirkungen haben werde. Kirill Dmitriev, ein Abgesandter des russischen Präsidenten Putin, lobte hingegen die Zusammenarbeit zwischen Russland und den Vereinigten Staaten in einem Beitrag auf X.
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