US-Präsident Donald Trump hat auf dem Weg nach Dallas erklärt, dass er mit einem sofortigen Ende des Iran-Krieges unmittelbar nach den Kongresswahlen im November rechnet. Währenddessen warnen Berater vor einem deutlich längerem Konflikt bis 2029, und die Ölpreise durchbrechen nach jüngsten militärischen Eskalationen die Marke von 100 Dollar.
Der Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Iran spaltet die amerikanische politische Führung und sorgt für neue Spannungen an den Energiemärkten. US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich, dass die bewaffneten Auseinandersetzungen zeitnah nach den anstehenden Wahlen beigelegt werden. Ich denke, der Krieg wird sofort nach der Wahl enden, sagte Trump vor Journalisten am Joint Base Andrews vor dem Abflug zum Parteitag der Republikaner in Dallas, wie The Hill berichtete. Nach Darstellung des US-Präsidenten stehe die iranische Regierung unter massivem Druck und versuche mit allen Mitteln, das politische Gleichgewicht in Washington zu beeinflussen.
Wahlstrategie und nukleare Ambitionen aus Sicht der US-Regierung
Trump begründete seine Prognose mit der Annahme, dass Teheran auf einen Machtwechsel im US-Kongress hoffe. Bei den Midterm-Wahlen am 3. November streben die Demokraten die Kontrolle über mindestens eine der beiden Kongresskammern an, in denen die Republikanische Partei derzeit über knappe Mehrheiten verfügt. Der Konflikt war am 28. Februar mit der offiziellen Begründung begonnen worden, dass das iranische Atomprogramm eine unmittelbare Bedrohung darstelle. Teheran hat das Streben nach Nuklearwaffen stets bestritten und argumentiert, die Urananreicherung diene ausschließlich zivilen Zwecken.
Ursprünglich wollte ich einen Deal machen. Wir sind schon so weit fortgeschritten. Sie haben jetzt sehr wenig Land übrig. Donald Trump, US-Präsident
Auf die Frage, ob Verhandlungen über ein neues Atomabkommen wieder aufgenommen werden könnten, machte der Präsident deutlich, dass dies derzeit keine Priorität darstellt. Er verwies darauf, dass die Zerstörungen im Iran bereits fortgeschritten seien und die Ambitionen der Regierung über ein reines Nuklearabkommen hinausgingen.
Divergierende Einschätzungen im Weißen Haus und Warnungen vor einem langjährigen Konflikt
Während der Präsident ein schnelles Ende nach den Wahlen im November prognostiziert, bewerten enge Vertraute die Lage offenbar anders. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Beamte berichtete, haben unter anderem Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance den Präsidenten darauf hingewiesen, dass sich der Konflikt bis zum Ende der laufenden Amtszeit im Januar 2029 hinziehen könnte, wie t-online anmerkte. Ein jahrelanger Krieg würde demnach nicht nur die militärischen Ressourcen belasten, sondern auch die globalen Energiemärkte langfristig stören und die Position der Republikaner im Präsidentschaftswahlkampf 2028 schwächen.

Die innenpolitische Stimmung ist angespannt. Aktuellen Umfragen zufolge ist der Militäreinsatz im Iran in der Bevölkerung stark unter Druck geraten. Laut einer Erhebung von Reuters/Ipsos ist Trumps Zustimmungswert auf 33 Prozent gesunken, wobei die wirtschaftlichen Folgen und der anhaltende Krieg als Hauptursachen gelten. Eine weitere Umfrage aus dem Vormonat zeigte zudem, dass lediglich 31 Prozent der US-Bürger den Konflikt unterstützen, verglichen mit 37 Prozent im März.
Eskalation in der Straße von Hormus und steigende Ölpreise
Die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten zeigt derweil keine Anzeichen einer Beruhigung. Am Mittwoch wurden in der Straße von Hormus neue Explosionen gemeldet. Am Vortag hatte das US-Militär nach eigenen Angaben fünf iranische Öltanker angegriffen, nachdem es zuvor zu iranischen Attacken auf US-Schiffe gekommen war. US-Energieminister Chris Wright erklärte im US-Fernsehen, dass ein neues Atomabkommen unwahrscheinlich sei und stattdessen weitere Angriffe zur Schwächung der iranischen Infrastruktur folgen könnten.

Wir haben neun ihrer Schiffe ausgeschaltet. Ich würde sagen, die Angriffe werden von uns verursacht, und Sie werden noch viel mehr sehen. Donald Trump, US-Präsident
Inmitten dieser anhaltenden Schiffsangriffe und der militärischen Gegenreaktionen durchbrachen die globalen Ölpreise am Mittwoch die Marke von 100 Dollar je Barrel. Marktbeobachter befürchten, dass die anhaltenden Störungen in der für den Welthandel vitalen Region zu weiter steigenden Treibstoffkosten für Verbraucher weltweit führen werden.
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