Chinesische Computerhersteller wie Chuwi drängen mit aggressiv bepreisten Windows-Modellen wie dem neuen UniBook und der LapBook-Reihe auf den Markt. Sie positionieren sich gezielt als günstige Alternativen zu Apples MacBook Neo und setzen dabei auf aktuelle Intel-Prozessoren, große Port-Auswahl und Kampfpreise ab 449 US-Dollar.
In den vergangenen Jahren hat sich im Consumer-Electronics-Markt eine spürbare Dynamik entwickelt. Apples MacBook Neo wurde zunächst als preiswertes Einstiegsgerät geschätzt, sah sich jedoch durch gestiegene Preise für Komponenten wie Arbeitsspeicher und Speicherchips mit neuen Marktbedingungen konfrontiert, wie BGR berichtet. Während klassische PC-Hersteller Schwierigkeiten hatten, in diesem Preissegment zu konkurrieren, besetzt der chinesische Hersteller Chuwi diese Nücke seit Jahren konsequent mit Windows-Alternativen.
Vom MP3-Player zur globalen Windows-Alternative aus Shenzhen
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Shenzhen, dem Zentrum der chinesischen Tech-Industrie, und startete im Jahr 2004 zunächst mit der Produktion von MP3-Playern. Neben dem Vertrieb über Plattformen wie Amazon und AliExpress versuchte die Marke wiederholt, über Crowdfunding-Kampagnen wie auf Indiegogo Aufmerksamkeit zu generieren. Laut eigener Darstellung gehört Chuwi zu den drei größten PC-Anbietern in China, agiert global gesehen jedoch weiterhin als Nischenplayer im Vergleich zu etablierten Marken wie Dell oder HP.
Chuwi UniBook und die Intel Wildcat Lake Offensive
Mit dem UniBook bringt Chuwi ein neues 14-Zoll-Gerät auf den Markt, das auf Intels neueste Wildcat Lake-Architektur setzt. Das Modell ist mit dem Intel Core 3 304 Prozessor ausgerüstet, der einen Performance-Kern und vier Effizienzkerne kombiniert. Dazu kommen 8 Gigabyte verlöteter LPDDR5-Arbeitsspeicher mit 6.500 Megatransfers pro Sekunde sowie ein 256 Gigabyte großer Festspeicher. Das IPS-Display bietet eine Auflösung von 1920 mal 1200 Pixeln sowie eine vollständige Abdeckung des sRGB-Farbraums.

Preislich positioniert sich das Gerät extrem aggressiv. Während die unverbindliche Preisempfehlung bei 569 US-Dollar liegt, wird das UniBook im Rahmen von Aktionen für rund 449 US-Dollar gehandelt und unterbietet damit Apple deutlich. Auch Asus bringt mit dem Vivobook 14SE und 16SE Konkurrenzprodukte auf den Markt, die auf den Intel Core 5 320 setzen und in China über Plattformen wie JD.com vertrieben werden.
Verbindungsvielfalt als Argument gegen den Trend
Ein zentraler Punkt, mit dem Chuwi bei preissensitiven Käufern punkten will, ist die physische Anschlussvielfalt. Während Apple bei seinen Einstiegsgeräten stark auf minimalistische Designs setzt, bietet das UniBook nach Herstellerangaben zwei USB-C-Anschlüsse, drei USB-A-Ports, einen SD-Kartensteckplatz, einen HDMI-Anschluss, eine RJ45-Ethernet-Buchse sowie Unterstützung für WiFi 6 und Bluetooth 5.2. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Akku mit einer Kapazität von 53,38 Wattstunden und die Auslieferung mit Windows 11 Pro.

Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich das Gerät im Alltag schlägt. Kritiker verweisen darauf, dass 8 Gigabyte Arbeitsspeicher unter Windows 11 Pro an ihre Grenzen stoßen können, weshalb Nutzer gelegentlich zu schlankeren Systemen oder Linux greifen. Zudem hat Chuwi in der Vergangenheit nicht nur positive Schlagzeilen gemacht. So gab es Berichte, wonach in einigen Geräten der Serien CoreBook X und CoreBook Plus ältere AMD-Prozessoren verbaut waren, obwohl neuere Chips beworben wurden. Der Hersteller räumte den Fehler nach Kritik von Branchenportalen als Produktionsfehler ein und bot Entschädigungen an.
Marktpositionierung und die Evolution der Apple-Klone
Die Strategie, Apple-Designs mit Microsofts Betriebssystem zu kombinieren, hat bei Chuwi Tradition. Bereits frühere Modelle wie das LapBook Air wurden als optische MacBook-Alternativen vermarktet. So verfügte das LapBook Air über eine Bauhöhe von gerade einmal 6 Millimetern an der dünnsten Kante und ein Display mit vollflächiger Laminierung, bei dem laut Unternehmensbeschreibung durch die vollständige Laminierung das gesamte Stück randloses Glas eng mit dem LCD-Panel verbunden sei, was den Bildschirm im eingeschalteten Zustand äußerst detailreich und lebendig wirken lasse und beim Schließen eine reine schwarze Oberfläche entstehen lasse.
Chuwi erklärte in einer Stellungnahme zum LapBook Air via ZDNet, dass sich die Bedienung genau so anfühle, als berühre man das echte MacBook.
Ob das neue UniBook ausreicht, um im globalen Maßstab eine ernsthafte Bedrohung für Apples Einsteiger-Laptops darzustellen, hängt stark von der internationalen Verfügbarkeit ab. Während Asus seine Wildcat Lake Modelle zunächst im Heimatmarkt anbietet, bleibt Chuwi seiner Linie treu, über weltweite Online-Kanäle preissensible Käufer anzusprechen, die Windows-Hardware suchen.
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