Bitcoin erreichte am Montag die Marke von 85.000 US-Dollar und verzeichnete damit den höchsten Stand seit Januar. Getrieben wurde der Anstieg von einer massiven Welle von Short-Liquidationen in Höhe von rund 648 Millionen US-Dollar, die durch sinkende Ölpreise und eine veränderte Zinsstimmung zusätzlich angefacht wurde.
Der Short-Squeeze und die Kursexplosion bei Bitcoin
Bitcoin hat am Montag die Marke von 85.000 US-Dollar durchbrochen und damit den höchsten Stand seit dem 29. Januar erreicht. Auslöser für diesen sprunghaften Anstieg war eine erzwungene Marktbewegung. Innerhalb von 24 Stunden wurden Positionen im Wert von 746 Millionen US-Dollar liquidiert, wovon 647.9 Millionen US-Dollar auf Short-Positionen entfielen.
Im späten europäischen Handel notierte die Kryptowährung bei 84,984 US-Dollar, was einem Plus von 5.4 Prozent innerhalb von 24 Stunden entspricht. Damit ließ der Kurs das bisherige September-Hoch von 82,284 US-Dollar deutlich hinter sich. Der rasante Anstieg verdeutlicht, wie anfällig stark leerverkaufte Märkte für plötzliche Gegenbewegungen sind, nachdem Bitcoin bei rund 74,913 US-Dollar seinen Tiefpunkt erreicht hatte.
Makroökonomische Faktoren und fallende Ölpreise
Neben den erzwungenen Käufen am Derivatemarkt sorgten makroökonomische Entwicklungen für Rückenwind. Brent-Rohöl verzeichnete am 21. September den vierten Verlusttag in Folge und fiel auf etwa 102 US-Dollar je Barrel. Diese längste Verlustserie des Öls seit drei Monaten dämpfte die Inflationsängste der Anleger, was zu verstärkten Käufen von US-Staatsanleihen und einem Rückgang der Rendite zehnjähriger Anleihen unter die Marke von 5 Prozent führte.
Ein Zinsniveau unter 5 Prozent macht zinslose Anlageklassen wie Kryptowährungen für Investoren wieder attraktiver. Händler, die zuvor nach der Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve am 16. September Positionen abgebaut hatten, griffen daraufhin wieder zu. Die treibenden Kräfte hinter dem Preissprung setzten sich zwischen dem 18. und 21. September zusammen, wobei ein sinkender Ölpreis und fallende Renditen den Weg für den Ausbruch ebneten.
Marktdynamik und das Fehlen institutioneller ETF-Käufe
Bemerkenswert an der aktuellen Rallye ist die Tatsache, dass sie trotz weitgehend ausbleibender institutioneller Unterstützung über Spot-ETFs stattfand. Während Spot-Bitcoin-ETFs lediglich minimale Zuflüsse verzeichneten, lief das Handelsvolumen auf dem breiten Markt auf Hochtouren. Das offene Interesse stieg um 7.59 Prozent auf 156 Milliarden US-Dollar, während das 24-Stunden-Handelsvolumen um 39 Prozent auf 224 Milliarden US-Dollar kletterte. Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass Händler die liquidierten Positionen unmittelbar durch neue Engagements ersetzen.

Parallel dazu durchbrach Bitcoin erstmals nach 45 Wochen wieder seine 50-Wochen-Durchschnittslinie, die von Galaxy Research als wichtiger Indikator zwischen Bullen- und Bärenmärkten herangezogen wird. Historische Daten zeigen, dass Bitcoin diese Durchschnittslinie seit 2011 dreizehn Mal zurückerobert hat, wobei in elf dieser Fälle keine neuen Tiefstände mehr folgten.
Auswirkungen auf Strategy und den breiteren Kryptomarkt
Die starke Korrelation zwischen Bitcoin-Kurs und krypto-nahen Aktien zeigte sich auch bei Strategy (vormals MicroStrategy). Nach einem vorherigen Einbruch, der das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 zu einem operativen Verlust von 8.3 Milliarden US-Dollar infolge von Bitcoin-Abwertungen geführt hatte, sorgte der jüngste Preisanstieg für spürbare Entlastung an den Aktienmärkten. Strategy erhöhte seine Bitcoin-Bestände im Laufe des Jahres kontinuierlich und hielt bis Juli rund 843,775 BTC.

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