Ein Bagger streifte am Mittwochmorgen, den 27. Mai 2026, kurz nach sieben Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Golling und Werfen einen vorbeifahrenden Zug. Rund 70 Fahrgäste mussten evakuiert werden. Zwar gab es keine Verletzten, doch die Gleissperrung im Baustellenbereich führte zu erheblichen Verzögerungen und erforderte einen Schienenersatzverkehr.
Kollision im Baustellenbereich: Die Details des Vorfalls
Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden auf dem Abschnitt zwischen Golling im Tennengau und Werfen im Pongau. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, streifte die Schaufel eines Baggers einen vorbeifahrenden Zug. Der Zug musste unmittelbar gestoppt werden, wodurch die Strecke blockiert wurde.

Besonders kritisch ist hierbei der Ort des Geschehens: Der Zwischenfall passierte in einem ausgewiesenen Baustellenbereich. Dass eine Baggerschaufel in den Lichtraumprofil eines fahrenden Zuges ragt, deutet auf eine schwerwiegende Fehlkalkulation oder einen Bedienfehler hin, der im Normalfall durch strikte Sicherheitsabstände verhindert werden muss.
Obwohl die Kollision den Zug zum Stehen brachte, blieb ein schlimmerer Unfall aus. Es wurden keine Verletzungen gemeldet, was angesichts der Masse eines Zuges und der Stabilität einer Baggerschaufel glückliche Umstände waren.
Logistischer Aufwand: Evakuierung von 70 Passagieren
Die unmittelbare Folge des Aufpralls war eine großangelegte Evakuierungsaktion. Rund 70 Reisende befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls im betroffenen Zug. Um die Fahrgäste sicher aus dem blockierten Zug zu befördern, waren die Feuerwehren aus Golling und Kuchl im Einsatz, die gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Evakuierung koordinierten.

Nach der Evakuierung wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, um die Reisenden mit Bussen an ihr Ziel zu bringen.
- 08:00 Uhr: Erstes Gleis wieder freigegeben, Teilbetrieb aufgenommen.
- 10:00 Uhr: Geplante vollständige Freigabe beider Gleise.
Trotz der schnellen Reaktion der Rettungskräfte blieb der Zeitplan der Pendler auf sich fallen. Die ÖBB baten die Reisenden, mit Verspätungen von etwa 30 Minuten zu rechnen.
„Um zehn Uhr sollten dann beide Gleise wieder befahrbar sein.
Robert Mosser, Sprecher der ÖBB in Salzburg
Parallelchaos im Tennengau: Die Sperrung der A10
Der Bahnunfall war nicht die einzige Störung im morgendlichen Berufsverkehr der Region. Der Tennengau erlebte am Mittwoch eine beinahe vollständige Lähmung der wichtigsten Transportadern. Parallel zum Gleisvorfall kam es auf der Tauernautobahn (A10) bei der Anschlussstelle Hallein zu einem schweren Verkehrsunfall.
Laut einem Bericht von ORF Salzburg stürzte ein Auto von einem Kleintransporter, der anschließend gegen die Betonleitwand prallte. Die Folgen waren dramatisch: Ein Insasse wurde verletzt und musste per Notarzthubschrauber in das Unfallkrankenhaus transportiert werden.
Die A10 war in Fahrtrichtung Villach über mehrere Stunden gesperrt, was in Richtung Norden zu kilometerlangen Staus führte. Dass sowohl die Schiene als auch die Autobahn fast zeitgleich blockiert waren, setzte die Infrastruktur im Tennengau unter massiven Druck und machte den morgendlichen Pendlerverkehr zu einem logistischen Albtraum.
Ursachenforschung und Sicherheitsrisiken bei Gleisarbeiten
Während die Strecke mittlerweile wieder befahrbar ist, beginnt nun die Phase der Aufarbeitung. Die ÖBB haben eine offizielle Unfalluntersuchung eingeleitet, um zu klären, wie es dazu kommen konnte, dass eine Baggerschaufel den Weg eines Zuges kreuzte.

Wie Salzburg24 bestätigt, ist die genaue Ursache derzeit noch unklar. In der Analyse solcher Vorfälle stehen meist zwei Fragen im Vordergrund: War die Absicherung der Baustelle unzureichend, oder kam es zu einem menschlichen Bedienfehler des Baggerfahrers?
Solche Zwischenfälle werfen ein Schlaglicht auf die Risiken bei gleichzeitigen Bauarbeiten und laufendem Bahnbetrieb. Wenn Sicherheitszonen nicht präzise eingehalten werden, verwandeln sich notwendige Instandhaltungsmaßnahmen in potenzielle Gefahrenquellen. Für die ÖBB bedeutet dieser Vorfall nicht nur einen kurzfristigen Zeitverlust für 70 Passagiere, sondern auch die Notwendigkeit, die Protokolle für Baustellen im Bereich von befahrenen Gleisen erneut zu prüfen.
Die Untersuchung wird nun klären müssen, ob es sich um ein isoliertes Versagen handelte oder ob systemische Mängel bei der Koordination zwischen Baustellenleitung und Fahrdienstleiter vorlagen.