Torsten Höllerich, der Sohn der deutschen Schlager-Ikone Roy Black, sprach im Juli 2025 erstmals öffentlich über sein Erbe. In einem Interview mit der Boulevardzeitung Bild verriet der heute 48-Jährige, dass von den ursprünglich erhaltenen 400.000 D-Mark nichts mehr übrig ist, da er sich bewusst für ein Leben in der Freiheit entschied.
Es ist die klassische Geschichte eines plötzlichen Reichtums, der in der Zeit verschwindet. Während der Name Roy Black in Deutschland über Jahrzehnte für glitzernde Bühnen und romantische Melodien stand, zeichnet sein Sohn Torsten Höllerich heute ein Bild von finanzieller Prekarität und bewusster Entsagung. Laut Berichten des Südkurier lebt Höllerich derzeit in Kolumbien, wo er versucht, seinen Alltag mit Gelegenheitsjobs zu finanzieren.
Die Aufteilung des Millionen-Erbes
Die Summen, die nach dem Tod von Roy Black im Jahr 1991 im Spiel waren, klingen nach einer soliden finanziellen Basis, doch sie waren nicht ausreichend, um eine lebenslange Absicherung für alle Beteiligten zu garantieren. Das gesamte Erbe belief sich auf 1,2 Millionen D-Mark. Diese Summe wurde unter drei Personen aufgeteilt, was für Torsten Höllerich einen Einzelanteil von etwa 400.000 D-Mark bedeutete.
Ich habe damals insgesamt etwa 400.
InterviewTorsten Höllerich, im Interview mit der Boulevardzeitung Bild
In der damaligen Währung war dies ein beachtlicher Betrag, doch für jemanden ohne festes Einkommen oder Vermögensverwaltung ist eine solche Summe oft nur ein temporärer Puffer. Dass heute nichts mehr von diesem Geld existiert, ist laut Höllerich nicht das Resultat von Pech oder Fehlentscheidungen, sondern die Folge einer bewussten Lebensführung.
Ein Leben zwischen Abenteuer und Obdachlosigkeit
Der Weg von den 400.000 Mark zur aktuellen Situation in Kolumbien war steinig. Höllerich berichtet von einer Phase extremer Instabilität, die bis zur Obdachlosigkeit führte, insbesondere nach der Trennung von seiner Ex-Frau. Heute arbeitet er als Übersetzer für kleinere Aufträge, um seine Existenz zu sichern.
Die finanzielle Not ist konkret: Höllerich gibt an, dass es Monate gibt, in denen die Zahlung der monatlichen Miete von 200 Euro für seine Wohnung eine Herausforderung darstellt. Es ist ein drastischer Kontrast zu dem öffentlichen Image seines Vaters, dessen Karriere in den 1960er und 1970er Jahren durch Millionenverkäufe und omnipräsente TV-Auftritte geprägt war.
Freiheit über Sicherheit: Die Philosophie des Verzichtes
Interessant ist die psychologische Einordnung, die Höllerich seinem finanziellen Abstieg gibt. Er betrachtet das Geld nicht als verlorene Chance auf Sicherheit, sondern als Eintrittskarte für Erfahrungen, die er nicht missen möchte. In seinen Augen war das Erbe das Mittel, um eine Form von existenzieller Freiheit zu erkaufen, die über materiellen Besitz gestellt wird.
Die Wahnsinnsabenteuer, die ich in dieser Zeit erlebt habe, möchte ich niemals missen. Entweder du hast Freiheit oder Sicherheit. Ich habe mich für die Freiheit entschieden. Ich lebe mit den Konsequenzen meiner Entscheidung.
Roy Blacks Sohn Torsten Höllerich packt aus: So viel hat der Schlagerstar ihm hinterlassenTorsten Höllerich, im Interview mit Bild
Diese Haltung rückt die Geschichte aus dem Kontext des tragischen Geldverlusts in das Licht einer bewussten Lebensentscheidung. Während viele in seiner Position Reue zeigen würden, scheint Höllerich mit der Konsequenz – dem Kampf um die Miete in Südamerika – im Reinen zu sein.
Das Erbe einer Schlager-Ikone
cluster (priority): sohnconference.org
Um die Tragweite dieses Absturzes zu verstehen, muss man den Status von Roy Black betrachten. Sein Durchbruch gelang ihm 1966 mit dem Hit Ganz in weiß, was ihn zu einem der größten Stars des deutschen Schlagers machte. Hits wie Schön ist es auf der Welt zu sein und Besame Mucho zementierten seinen Platz in den deutschen Wohnzimmern.
Selbst kurz vor seinem Tod blieb er im öffentlichen Bewusstsein präsent, unter anderem durch seine Rolle als Hotelchef in der Serie Das Schloss am Wörthsee. Sein unerwarteter Tod im Jahr 1991 in seiner bayerischen Fischerhütte hinterließ eine Lücke in der Unterhaltungswelt und eine komplexe Situation für seine Hinterbliebenen.
Dass Torsten Höllerich erst im Jahr 2025 Details zu Roy Blacks Erbe preisgab, zeigt, wie lange die Familie das Thema aus der Öffentlichkeit fernhielt. Es bleibt die Bilanz eines Mannes, der den Glanz seines Vaters gegen die Unwägbarkeiten eines nomadischen Lebens eintauschte.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.