Apple steuert auf eine weitreichende Neuausrichtung seiner iPhone-Strategie zu und verschiebt das Standardmodell auf Anfang 2027, um Komponenten für margenstarke Pro-Geräte und ein neues faltbares iPhone zu sichern. September.
Die traditionsreiche September-Präsentation von Apple steht vor einem spürbaren Bruch. Wie aus Berichten von Zulieferern hervorgeht, plant der Technologiekonzern in diesem Herbst zwar die Einführung der Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max, schiebt die Veröffentlichung des regulären iPhone 18 jedoch auf das erste Quartal 2027 auf laut Berichten von Economic Daily News und The Verge. Auch das preisgünstigere iPhone 18e sowie ein neues iPhone Air sollen erst im Frühjahr 2027 auf den Markt kommen.
John Ternus übernimmt Führung in einer Rekordphase
Der Stabwechsel an der Unternehmensspitze vollzieht sich zu einem wirtschaftlichen Höchststand. Am 1. September übernahm John Ternus die Position des Vorstandsvorsitzenden, während Tim Cook als Aufsichtsratsvorsitzender in das Gremium wechselt. Ternus blickt auf eine 25-jährige Laufbahn bei Apple zurück und leitete zuvor die Hardware-Entwicklung für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, AirPods sowie den Übergang zu Apple Silicon.

Das Unternehmen verabschiedet Cook mit starken Finanzzahlen. In Cooks letztem vollen Quartal als CEO erzielte Apple einen Gesamtumsatz von 109,42 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn stieg um 27 Prozent auf 29,8 Milliarden US-Dollar. Die aktive Gerätebasis überschritt erstmals die Marke von 2,5 Milliarden aktiven Endgeräten.
Rekordumsatz bei iPhones und der Aufstieg des Dienstleistungsgeschäfts
Das iPhone bleibt die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns. Im Juni-Quartal erwirtschaftete die iPhone-Sparte einen Rekordwert von 54,25 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 21,7 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Getragen wurde dieses Wachstum vor allem durch die Nachfrage nach der iPhone 17-Familie und eine Rekordzahl an Geräte-Upgrades.
Parallel dazu entwickelte sich der Servicebereich zu einem immer gewichtigeren Ertragspfeiler. Kostenstrukturen spielen hierbei eine zentrale Rolle: Die Bruttomarge im Servicebereich lag im Dezember-Quartal bei 76,5 Prozent und damit rund doppelt so hoch wie im Hardware-Segment.
Speicherknappheit und strategische Komponenten-Zuteilung
Hinter der veränderten Startreihenfolge für die kommenden iPhone-Modelle stehen handfeste Lieferkettenprobleme. Der weltweite Boom von KI-Rechenzentren hat zu einer Verknappung von Speicherchips und weiteren Komponenten geführt. Apple prognostizierte für das September-Quartal ein Umsatzwachstum von lediglich 9 bis 11 Prozent, womit das Unternehmen hinter den Erwartungen der Wall Street von 12 Prozent zurückblieb. Der damalige CEO Tim Cook bezeichnete diese Engpässe als sehr signifikant.

Vor diesem Hintergrund steuert Apple die knappen Ressourcen gezielt auf margenstarke Produkte um. Durch die Bevorzugung der teureren Pro-Modelle und des anstehenden Falt-iPhones sichert sich der Konzern höhere Durchschnittspreise und Gewinne je verkauftem Gerät. Nach Angaben von Counterpoint-Statistiken, die von Reuters zitiert wurden, fielen die globalen Smartphone-Verkäufe im zweiten Quartal um 11 Prozent, da steigende Speicherpreise die Nachfrage drückten.
Das erste faltbare iPhone und die Keynote im Apple Park
Woo Jin Ho, Senior Hardware Analyst bei Bloomberg Intelligence, erklärte, dass Apple nie der Erste habe sein müssen, um erfolgreich zu sein.
Samsung begrüßte den Vorstoß der Konkurrenz: Ein leitender Produktmanager erklärte gegenüber CNN, dass zusätzlicher Wettbewerb im Segment faltbarer Geräte der gesamten Kategorie nützlich sei.
Künstliche Intelligenz und die Partnerschaft mit Alphabet
Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz stellt sich Apple neu auf. Um das Risiko einer verspäteten Eigenentwicklung zu umgehen, schloss der Konzern im Januar eine mehrjährige Vereinbarung mit Alphabet ab. Der Deal, der Berichten zufolge ein Volumen von fast einer Milliarde US-Dollar jährlich hat, sieht vor, die nächste Generation von Siri durch Gemini-Modelle zu unterstützen. Die Berechnungen laufen dabei über das System Private Cloud Compute, sodass Google keine personenbezogenen Nutzerdaten einsehen kann.
September, wenn Apple seine Roadmap für die kommenden Jahre offiziell vorstellt.
Weiterlesen