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Technik und Wissenschaft

Max-Planck-Institut: Keine Verbindung zwischen mRNA-Impfungen und Übersterblichkeit

Drei Jahre nach der Corona-Pandemie zeigt eine neue Untersuchung des Max-Planck-Instituts in Rostock gemeinsam mit Forschern aus Oxford und Cambridge, dass sich die Lebenserwartung in Europa nur schleppend erholt. Forscher weisen einen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfungen und einer erhöhten Übersterblichkeit klar zurück und führen die regionalen Unterschiede stattdessen auf demografische Effekte zurück.

Die Lebenserwartung in Europa erholt sich auch Jahre nach dem Abklingen der Corona-Pandemie nur schleppend. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch nicht publizierte Untersuchung des Max-Planck-Instituts in Rostock, die in Zusammenarbeit mit Forschern aus Oxford und Cambridge entstanden ist und deren Daten der WELT vorab vorlagen. Die Analyse wertete Daten aus 34 Ländern aus und zeichnet ein differenziertes Bild der demografischen Spätfolgen in Europa.

Rückgang der Lebenserwartung in Deutschland und Nachbarländern Ende 2024

Laut den Auswertungen starben die Menschen in Deutschland Ende 2024 rechnerisch fast ein halbes Jahr früher als erwartet. In Frankreich betrug das Defizit 0,59 Lebensjahre, während in den Niederlanden sogar 1,08 Jahre fehlten. Noch drastischer fiel der Einbruch in Osteuropa während des Katastrophen-Winters 2021 aus: In Polen, Bulgarien und der Slowakei sackte die Lebenserwartung damals um bis zu vier Jahre ab.

Mittlerweile weisen diese osteuropäischen Länder jedoch praktisch keine messbare Übersterblichkeit mehr auf – und ausgerechnet dort wurde nach Angaben der Forscher weniger geimpft. Dieser Umstand war Ausgangspunkt für die Frage, ob ein ursächlicher Zusammenhang zur mRNA-Impfung bestehen könnte.

Max-Planck-Forscher Jonas Schöley dementiert Zusammenhang mit Impfschäden

Der Max-Planck-Forscher Jonas Schöley verneint einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und den Impfungen gegenüber der WELT klar. Er begründet die Entwicklung in Osteuropa mit nüchternen demografischen Effekten: Während der schweren Wellen starben dort besonders viele alte und vorerkrankte Menschen. In Bulgarien fehlten Ende 2022 etwa 3,4 Prozent der über 65-Jährigen, was rund einem von dreißig Menschen entspricht. Danach gab es entsprechend weniger Todesfälle.

Nun wird es ebenfalls dauern, bis sich die Lebenserwartung nach Corona neu einpendelt. Mit versteckten Impfschäden hat das nichts zu tun.

Fachleute bezeichnen diesen vorgezogenen Eintritt von Sterbefällen bei besonders vulnerablen Personen als den sogenannten „Ernte-Effekt. Dort, wo während der Pandemie viele gefährdete Menschen früh starben, erholt sich die Lebenserwartung nun schneller. In Ländern, in denen mehr Menschen durch Maßnahmen oder Impfungen vor einem frühen Tod bewahrt wurden, dauert die Normalisierung hingegen länger.

Französische Studie bestätigt geringere Sterblichkeit bei Geimpften

Gestützt werden die Befunde der Forscher durch eine zweite, bereits veröffentlichte Studie aus Frankreich. Für diese Untersuchung werteten Wissenschaftler die Daten von mehr als 27 Millionen Menschen aus. Die Ergebnisse zeigen, dass geimpfte Personen 74 Prozent seltener an einer schweren Covid-19-Erkrankung verstarben und ihre Gesamtmortalität um 25 Prozent niedriger lag.

In der französischen Studie heißt es dazu ausdrücklich, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der mRNA-Impfung und einer erhöhten Langzeit-Sterblichkeit höchst unwahrscheinlich erscheint.

Langzeitfolgen des Virus und statistische Verschiebungen

Das Fazit beider Forschungsteams bewertet die anhaltende Übersterblichkeit in Europa demnach nicht als Folge von Impfschäden. Stattdessen handelt es sich um eine Kombination aus den Langzeitfolgen des Virus selbst und statistischen Verschiebungen durch die Demografie der Pandemiejahre. Die beiden Analysen zeigen, dass Regionen mit ehemals höheren Todesraten bei Risikogruppen nun eine flachere Sterbekurve aufweisen, während andere Staaten den Ausgleich der demografischen Effekte noch durchlaufen.

5 Jahre nach Corona-Pandemie: Virologe Drosten im Interview | ZIB2 vom 26.02.2025
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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