Tirols Landeshauptmann Anton Mattle hat bei der Landesfinanzreferentenkonferenz in Vorarlberg eine bundesweite Initiative gegen asymmetrische Spritpreise gestartet. Angesichts stark gestiegener Treibstoffkosten und regionaler Preisunterschiede drängen die Bundesländer auf eine strengere Prüfung des sogenannten Rakete-und-Feder-Effekts an Österreichs Tankstellen.
Landeshauptmann Anton Mattle fordert schärfere Bundekontrollen gegen den Rakete-und-Feder-Effekt
Bei der Landesfinanzreferentenkonferenz unter dem Vorsitz von Vorarlberg setzten sich die Länder dafür ein, die asymmetrische Preisentwicklung bei Diesel und Superbenzin durch den Bund prüfen zu lassen. Landeshauptmann Anton Mattle kritisierte, dass Preiserhöhungen an den Zapfsäulen bei steigenden Rohölnotierungen sofort weitergegeben werden, während sinkende Börsenpreise nur extrem zögerlich bei den Kundinnen und Kunden ankommen.
Dieser sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt sorgt nach Angaben der Länder für eine erhebliche finanzielle Belastung. Der Bund stehe in der Pflicht, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um sicherzustellen, dass Preissenkungen beim Rohöl sowie staatliche Entlastungsmaßnahmen unmittelbar an den Tankstellen ankommen.
Bezirkshauptmannschaften starten strenge Kontrollaktionen in Tirol und Osttirol
Während die politische Debatte auf Bundesebene läuft, reagieren die lokalen Behörden direkt vor Ort. Die Preisuntersuchungskommission Tiroler Sprit-Aufschlag hat den Überwachungsdruck spürbar erhöht, nachdem Tirol im österreichweiten Vergleich über Monate hinweg zu den teuersten Regionen für Diesel und Super 95 zählte.

Seit der zweiten Oktoberwoche überprüfen die Bezirkshauptmannschaften ausgewählte Tankstellen im gesamten Bundesland. Dabei kontrollieren die Behörden unter anderem in Osttirol, wo Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher den täglichen Prüfmodus bestätigte, ob die angezeigten Tarife exakt mit den elektronischen Daten im offiziellen Spritpreisrechner übereinstimmen. Die Kontrollen finden nach Angaben von Berichten zufolge mehrmals täglich statt.
Tankstellen dürfen ihre Tarife demnach nur einmal täglich jeweils um 12 Uhr erhöhen und müssen jede Änderung sofort elektronisch melden.
Bei Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen drohen den Betrieben Verwaltungsstrafverfahren.

Regionale Preisunterschiede und spürbare Entlastungen durch die Spritpreisbremse
Statistiken belegen, dass der Literpreis für Diesel in Tirol um durchschnittlich 12,5 Cent sank, während der österreichweite Rückgang bei 10,5 Cent lag. Super-Benzin verbilligte sich im Landesdurchschnitt um rund zwölf Cent.
Die Dynamik an den Zapfsäulen zeigt ein vielschichtiges Bild. Zwar hat die im Land bereits wirksame Spritpreisbremse zu spürbaren Rückgängen geführt, doch fallen diese je nach Bezirk stark unterschiedlich aus.
- In Lienz verzeichneten die Behörden einen durchschnittlichen Rückgang der Literpreise um 15 Cent.
- In Innsbruck-Land ging der Treibstoffpreis im selben Zeitraum lediglich um zehn Cent zurück.
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