Anthropic PBC hat die S-1-Unterlagen für einen bevorstehenden Börsengang eingereicht und die beiden wichtigsten Bankenmandate an Goldman Sachs sowie Morgan Stanley vergeben. Die Investmentbanken sichern sich damit die begehrten Spitzenpositionen für eine der größten KI-Börsennotierungen in der Geschichte.
Am Montagmorgen legte das Unternehmen die offizielle Dokumentation vor. Darin zeigt sich, wer die Fäden bei der Platzierung in den kommenden Wochen zieht. Goldman Sachs übernimmt die Position des Lead Left, während Morgan Stanley als Stabilisierungsagent agiert.
Goldman Sachs und Morgan Stanley sichern sich die Spitzenmandate
Die Rollenverteilung in einem solchen Konsortium ist klar definiert. Die federführenden Institute steuern das Syndikat, organisieren das Marketing und entscheiden, welche institutionellen oder privaten Käufer Anteile erhalten. Der Stabilisierungsagent greift in den ersten Handelstagen ein, sollte der Kurs nach dem Börsenstart unter Druck geraten. Die Börsenkurse der beiden Institute reagierten umgehend auf die Bekanntgabe. Die Aktie von Goldman Sachs legte um 2,2 Prozent zu, während Morgan Stanley einen Gewinn von 2,6 Prozent verzeichnete. Zum Vergleich: Der KBW Nasdaq Bank Index stieg am selben Tag um 0,9 Prozent.
Insgesamt 22 Banken finden sich auf dem Tombstone des Börsengangs, darunter Schwergewichte wie JPMorgan Chase, Citigroup, Barclays, Wells Fargo und die Bank of America. Das Konsortium spiegelt jene Struktur wider, die bereits bei SpaceX zum Einsatz kam. Damals teilten sich die 22 beteiligten Institute eine pauschale Gebühr von 500 Millionen Dollar, was etwa 0,58 Prozent des Emissionsvolumens entsprach. Goldman Sachs und Morgan Stanley strichen dabei jeweils 100 Millionen Dollar ein.
Gebühreneinnahmen und die arithmetische Dimension für Wall-Street-Giganten
Obwohl das Mandat für Schlagzeilen sorgt, fallen die direkten Provisionen im Vergleich zu den Gesamtbilanzen der beteiligten Banken überschaubar aus. Evercore-ISI-Analyst Glenn Schorr schätzt, dass das Angebot einen Gebührenpool im Bereich von rund 562 Millionen Dollar im Bereich Equity Capital Markets generieren könnte. In seinem Basisszenario würden Goldman Sachs und Morgan Stanley jeweils 112 Millionen Dollar an Gebühren einnehmen, während Bank of America, Citigroup und JPMorgan jeweils 84 Millionen Dollar erhalten. Angesichts von Quartalsumsätzen jenseits von rund 18,7 Milliarden Dollar bei Goldman Sachs und rund 20,3 Milliarden Dollar bei Morgan Stanley bezeichnet ein Analyst diesen Ertrag als rechnerische Randnotiz. Dennoch gilt das Mandat als strategischer Gewinn im harten Wettbewerb der Wall-Street-Häuser.
| Bankhaus | Geplante Rolle im Konsortium | Geschätzte Gebühren im Basisszenario |
|---|---|---|
| Goldman Sachs | Lead Left (Federführung) | 112 Millionen USD |
| Morgan Stanley | Stabilisierungsagent | 112 Millionen USD |
| JPMorgan Chase | Underwriter (Konsortium) | 84 Millionen USD |
| Citigroup | Underwriter (Konsortium) | 84 Millionen USD |
| Bank of America | Underwriter (Konsortium) | 84 Millionen USD |
Explosives Umsatzwachstum und Milliardenverluste im S-1-Prospekt
Der offizielle Prospekt offenbart die finanzielle Realität eines Vorreiters im Bereich generativer Künstlicher Intelligenz. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Umsatz auf 16,3 Milliarden Dollar, nach 1,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Demgegenüber steht ein Nettoverlust von 80,7 Milliarden Dollar im gleichen Berichtszeitraum.
An den Finanzmärkten wird spekuliert, dass die beteiligten Banker eine Bewertung zwischen 1,5 Billionen und 2 Billionen Dollar anpeilen. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt maßgeblich von der Stimmung der Investoren ab. Jare Carmel, Mitgründer von Manhattan Venture Partners, äußerte sich zu den Herausforderungen bei der Preisgestaltung:
„Ich denke, das muss angemessen bewertet werden“, sagte Manhattan-Ventures-Mitgründer Jare Carmel in der Sendung „Sozzi Unleashed“. „Ich denke, das größte Problem, das wir in den letzten Jahren an den IPO-Märkten gesehen haben, sind irgendwie Bewertungen, die danebenlagen. Und das muss so bewertet werden, dass es an den IPO-Käufer verkauft werden kann, egal ob institutionell oder privat.“
Jare Carmel, Manhattan Ventures co-founder
Bankmanager und Beobachter blicken nun auf die kommenden Wochen. Wenn der Börsengang noch vor Ende November über die Bühne geht, könnte das den Weg für weitere Technologieunternehmen ebnen, die auf eine Öffnung des Publikumsmarktes warten.

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