Der 1. FC Magdeburg reist als Zweitligist in der zweiten Runde des DFB-Pokals zum Bundesligaprimus FC Bayern München. Vor dem Aufeinandertreffen in der Allianz Arena am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) setzen die Gäste auf Mut und ihre Außenseiterchance, während die Münchner auf zahlreiche Leistungsträger verzichten müssen.
Warum Trainer Petrik Sander an die Sensation bei Bayern glaubt
Der Respekt vor dem deutschen Rekordpokalsieger ist groß, doch der Zweitligist will sich in München keineswegs verstecken. Petrik Sander machte vor dem Anpfiff deutlich, dass eine defensive Angsthaltung der falsche Weg wäre. Das Team von der Elbe reist mit insgesamt 16 Zählern aus neun Partien in der 2. Liga an. Aus dieser guten Zweitliga-Saison könne man jedoch nicht allzu viel ableiten, da es sich um eine Kategorie von Gegner handle, die man so aus der Liga nicht kenne. Der FCM möchte den Druck der Aufgabe annehmen und sich in zahlreichen Eins-gegen-eins-Duellen zur Wehr setzen. Der 65-jährige Übungsleiter betonte, dass seine Mannschaft die richtige Balance aus einer starken Defensive und einem mutigen Spiel nach vorne finden müsse.
Wenn man nicht daran glaubt, muss man gar nicht erst hinfahren.
Petrik Sander, Trainer des 1. FC Magdeburg, via Eurosport
Um eine Überraschung zu schaffen, müsse an diesem Abend vieles zusammenkommen. Der Coach warnte davor, wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren und darauf zu warten, bis der Gegner zubeißt. Der FCM reist mit dem gesamten Kader an, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Neben den Langzeitverletzten wie dem an einem Achillessehnenriss laborierenden Lubambo Musonda steht auch Moritz-Broni Kwarteng wegen einer Einblutung in der Wade nicht zur Verfügung. Unabhängig vom Ausgang des Spiels wird der FCM nicht direkt nach Magdeburg zurückkehren, sondern sich unmittelbar auf das anstehende Auswärtsspiel beim SV Darmstadt 98 am Samstag vorbereiten.

Welche Erinnerungen das historische Pokal-Aus aus dem Jahr 2000 wecken
Das Duell hat eine Vorgeschichte, die in Magdeburg unvergessen ist. Am 1. November 2000 warf der damalige Viertligist den großen FC Bayern sensationell aus dem Wettbewerb. Nach einem 1:1 nach Verlängerung im heimischen Ernst-Grube-Stadion setzten sich die Magdeburger im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Damals hielt Torwart Miroslav Dreszer die Schüsse von Jens Jeremies sowie Giovane Élber. Trainer Petrik Sander verriet im Vorfeld, dass man das Elfmeterschießen nicht explizit trainiert habe, da man das nicht üben könne, sondern genau wisse, wer bei ihnen schießen kann und wer lieber nicht.
Für die aktuelle Mannschaft der Bayern sieht er darin eine wichtige Warnung, dass man keinen Gegner unterschätzen darf.
Ich würde sagen, dass wir uns zu sicher waren.
Giovane Elber, ehemaliger Stürmerstar des FC Bayern, via freenet Mail
Elber lobte zudem den Gegner und hob insbesondere den Stürmer Emmanuel Iyoha hervor, der in dieser Spielzeit bereits sechs Tore erzielt hat. Auch der einstige Bayern-Profi betonte, dass die Münchner zwar über individuelle Klasse verfügen, aber den Kampf unbedingt annehmen müssen.
Wie stark die personellen Sorgen bei den Bayern und Magdeburg ins Gewicht fallen
Während der Zweitligist mit breiter Brust nach dem 6:1-Erfolg gegen den Karlsruher SC anreist, plagen den Rekordmeister erhebliche Personalsorgen. Trainer Vincent Kompany leidet an einer Virusinfektion und erlitt zudem einen Zusammenbruch auf dem Trainingsplatz, weshalb Aaron Danks die Mannschaft an der Seitenlinie betreut. Darüber hinaus muss der Doublesieger aus München auf zahlreiche Akteure verzichten: Joshua Kimmich (Trauerfall), Jamal Musiala (Muskelfaserriss), Min-jae Kim (Leistenverletzung), Manuel Neuer sowie Luis Diaz (Muskelbündelriss) stehen nicht zur Verfügung. Inmitten der schwierigen Woche gab es für die Bayern dennoch eine positive Nachricht, da Harry Kane am Montagabend mit dem Ballon d’Or für seine Leistungen in der Saison 2025/26 ausgezeichnet wurde und somit als erster Bayern-Spieler seit 45 Jahren diese Trophäe gewann. In der Bundesliga verteidigten die Münchner zuletzt die Tabellenspitze durch einen 3:1-Auswärtserfolg in Freiburg mit einem dezimierten Kader.

Bei den Gästen aus Magdeburg herrscht unterdessen große Euphorie rund um die Pokalausfahrt unter dem Motto „Alle in Blau nach München“. Im Verein rechnet man mit einem massiven Ansturm von mindestens 10.000 FCM-Anhängern im Stadion; auch 12.000 bis 13.000 Fans in den Vereinsfarben Blau und Weiß werden von Verantwortlichen nicht ausgeschlossen. Allein 7.500 Anhänger haben ein Ticket für den ausverkauften Gästebereich erworben. Selbst Trainer Petrik Sander erschien bereits in einer leuchtend blauen FCM-Trainingsjacke zur offiziellen Medienrunde. Auch der 19-jährige Mittelfeldspieler Felipe Chávez, der als Leihspieler vom FC Bayern nach Magdeburg gewechselt ist, zeigte sich vor dem Duell gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber selbstbewusst und erklärte, dass sich das Team nicht verstecken müsse und an den eigenen Erfolg glauben wolle.”
Wie die bisherigen Pflichtspiele im direkten Vergleich endeten
Die Historie zwischen beiden Vereinen umfasst erst drei offizielle Pflichtspiele. Die Begegnungen fanden im Europapokal der Landesmeister sowie im DFB-Pokal statt und boten stets viel Spannung.
| Wettbewerb | Datum | Ergebnis | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Europapokal der Landesmeister | 23. Oktober 1974 | FC Bayern – 1. FC Magdeburg 3:2 | Münchner Aufjagd nach 0:2-Rückstand |
| Europapokal der Landesmeister | 6. November 1974 | 1. FC Magdeburg – FC Bayern 1:2 | Gerd Müller traf erneut doppelt |
| DFB-Pokal (2. Runde) | 1. November 2000 | 1. FC Magdeburg – FC Bayern 5:3 i.E. | Viertligist wirft Titelverteidiger heraus |
Diese historischen Duelle zeigen, dass die Spiele zwischen den beiden Vereinen unabhängig vom Wettbewerb oder der Spielklasse stets für hohe Spannung und unerwartete Ergebnisse gesorgt haben.

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