Am Sonntag erlitt das globale rechte Lager herbe Rückschläge: Brasilien lehnte ein Comeback der Bolsonaros ab, und in Serbien stürzte die Regierungspartei des langjährigen Machthabers Aleksandar Vučić. Nun blickt die Welt auf Israel, wo Premierminister Benjamin Netanyahu am Dienstag vor einer entscheidenden Schicksalswahl steht.
Brasilien verweigert den Bolsonaros das Comeback
In Lateinamerikas größter Volkswirtschaft scheiterte der Versuch, die politische Dynastie der Bolsonaros an die Macht zurückzubringen. Der linksorientierte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wehrte am Sonntag eine Herausforderung von Flávio Bolsonaro ab, dem Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Das berichtet Axios. Damit durchbrach Brasilien eine Serie von sieben konservativen Wahlsiegen in der Region.
Flávio Bolsonaro, der als Erbe der populistischen Bewegung seines Vaters gilt, weigerte sich nach Angaben aus Übersetzungen, das Ergebnis anzuerkennen, und forderte die Annullierung der Abstimmung. Sein Vater Jair Bolsonaro verbüßt derzeit eine Haftstrafe von 27 Jahren wegen einer verurteilten Verschwörung zum Umsturz nach seiner Niederlage im Jahr 2022. US-Präsident Donald Trump nannte die Verfolgung eine WITCH HUNT
, wie Axios ausführt.
Machtwechsel in Serbien und verschobene Bündnisse in Europa
Während in Brasilien die Linke triumphierte, vollzog sich in Südosteuropa ein spürbarer Wandel. Eine studenten-geführte Oppositionsbewegung stürzte die rechte Partei des serbischen Langzeitmachthabers Aleksandar Vučić, der das Amt des Premierministers anstrebte. Im Gegensatz zu den Bolsonaros räumte Vučić seine Niederlage am Sonntag ein, so Axios. Der serbische Politiker hatte zuvor enge Kontakte zu Trumps inneren Zirkel gepflegt und Donald Trump Jr. umworben.
Diese Dynamik spiegelt die politischen Verschiebungen wider, die im April bereits zur Abwahl des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán nach 16 Jahren an der Macht führten. Dennoch verläuft Europas politische Entwicklung zweigleisig: Während rechtspopulistische Kräfte in Serbien und Ungarn geschwächt wurden, gewinnen sie in anderen europäischen Kernstaaten an Boden. In Frankreich startete die rechtspopulistische Präsidentschaftsfavoritin Marine Le Pen am Wochenende ihre Kampagne für 2027, während in Deutschland die Alternative für Deutschland bei einer Landtagswahl im vergangenen Monat 44 Prozent errang.
Netanyahu kämpft in Israel um sein politisches Überleben
Der internationale Fokus richtet sich nun auf den Dienstag, an dem die israelischen Wahlen über die politische Zukunft von Premierminister Benjamin Netanyahu entscheiden. Der 77-jährige Regierungschef, der in nicht aufeinanderfolgenden Amtszeiten insgesamt rund 19 Jahre regiert hat, liefert sich laut Axios ein hartes Rennen mit dem früheren Stabschef der israelischen Streitkräfte, Gadi Eisenkot.
Auf dem Wahlkampfhöhepunkt präsentierte Netanyahu die Unterstützung durch Donald Trump und betonte seine Freundschaft zu dem US-Präsidenten. Analysen werten den Urnengang als Referendum über das Sicherheitsversagen vom 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet wurden. Wer künftig in Israel regiert, könnte auch Trumps nächste Schritte im Nahen Osten maßgeblich beeinflussen — einschließlich der Frage, ob der Krieg im Iran eskaliert.
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