Einem im Oktober 2026 veröffentlichten Buch zufolge soll Jared Kushner während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump Zugang zu geheimen Auslandskonten mit rund zwei Milliarden US-Dollar gehabt haben. Kushner und seine Anwälte dementierten die Vorwürfe vehement und kündigten rechtliche Schritte an.
Die Vorwürfe stammen aus dem von Matthew Cole verfassten Buch Prinzessinnen und Diebe: Jared Kushners und Mohamed bin Zayeds geheimes Komplott zur Neugestaltung des Nahen Ostens
, dessen Auszüge im Oktober 2026 unter anderem von Vanity Fair veröffentlicht wurden. Demnach sollen der Präsidentensohn-in-law und damalige ranghohe weiße Hausberater während des Jahres 2017 und in der Folgezeit über geheime Konten in Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügt haben.
Geheime Konten und diplomatische Ziele im Nahen Osten
Der Bericht beschreibt zwei getrennte Kontenstränge, die zur Finanzierung von außenpolitischen Zielen sowie für den persönlichen Vorteil eingerichtet worden sein sollen. Das erste Konto, das als Alpha-Konto bezeichnet wird, sei bei der First Abu Dhabi Bank eröffnet worden und habe als außenpolitischer Fonds gedient, der teilweise von Kushner und dem Staatsoberhaupt der Emirate, Mohamed bin Zayed, verwaltet wurde. Ein zweites Konto, das Beta-Konto, leitete laut der Veröffentlichung Gelder von einer Bank in Azerbaijan an ein vermeintliches Regierungskonto bei der israelischen Zentralbank weiter.
Nach Angaben des Autors wurde das Beta-Konto für Kushners persönlichen Vorteil eingerichtet, während die Gesamtsumme der Zahlungen der arabischen Königsfamilien mindestens zwei Milliarden US-Dollar betrug. Anfänglich hatten die saudi-arabischen und emiratischen Monarchen laut den Berichten gar über zehn Milliarden US-Dollar für die Unterstützung der Regierungsziele in Erwägung gezogen, darunter auch die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko. Diese Pläne veränderten sich jedoch im Laufe der Zeit, als der künftige saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed, ihre eigenen strategischen Vorhaben im Nahen Osten vorantrieben.

Die Rolle niederländischer Geheimdienste und das gehackte iPhone
Ein zentrales Detail der Berichterstattung beruht auf Erkenntnissen des niederländischen Geheimdienstes MIVD. Niederländische Agenten hatten demnach Zugriff auf das iPhone von Jared Kushner erlangt, nachdem sie einen russischen Agenten angeworben hatten. Im Jahr 2017 entdeckten die Geheimdienstler laut dem Auszug, dass Kushner das kompromittierte Mobiltelefon genutzt hatte, um sich in ein Konto bei einer Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten einzuloggen, auf das zuvor hundere Millionen Dollar aus Azerbaijan geflossen waren.
Durch den Zugriff konnten die Spione nach Angaben der Veröffentlichung den Bildschirminhalt des Beraters in Echtzeit einsehen. Sie beobachteten, wie Kushner Konten bediente, deren Eigentümer oft als offizielle Regierungsstellen oder Wohltätigkeitsorganisationen getarnt waren, um verdeckte diplomatische Ziele zu verfolgen. Darunter fiel auch das Ziel, ein Abkommen zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu erzielen.
Schärfstes Dementi und rechtliche Schritte
Jared Kushner und sein juristisches Team wiesen die Anschuldigungen umgehend und scharf zurück. In einer Erklärung auf der Plattform X äußerte sich der Berater zu den Vorwürfen:.
Jared Kushner erklärte laut CBS News: „Die Behauptungen dieses Autors sind völlig wahnsinnig und haben sich so nie zugetragen.

Zudem kritisierte Kushner das Fehlen konkreter Beweise im Buch. Er betonte, dass keine Bankauszüge, Überweisungsbelege, Kontonummern oder Transaktionsdaten vorgelegt worden seien. Seine Anwälte bezeichneten die Berichte als falsch und verleumderisch
und kündigten rechtliche Schritte an. Auch das Weiße Haus bezog Stellung und ließ durch den Kommunikationsdirektor Steven Cheung mitteilen, es handele sich um eine völlige Fiktion aus der Feder eines gescheiterten Autors.
Offene Fragen und rechtliche Implikationen
Während die Beschuldigten von reinen Erfindungen sprechen, bleiben in der Berichterstattung wesentliche Punkte ungeklärt. So ist bis heute unklar, wie genau die arabischen Königshäuser die Zahlungen in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar strukturierten und abwickelten. Parallel dazu läuft in den Vereinigten Staaten eine im Oktober 2026 von der Bürgerrechtsorganisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington eingereichte Klage vor dem Bundesgericht in Washington, D.C., die Kushners aktuelle Tätigkeit als außenpolitischer Sondergesandter ohne Senatsbestätigung blockieren soll.