SpaceX hat eine Fremdfinanzierung in Höhe von 40 Milliarden Dollar abgeschlossen, um Grafikprozessoren für den KI-Bereich zu erwerben. Firmenchef Elon Musk gab den Schritt auf der Plattform X bekannt, während das Raumfahrtunternehmen gleichzeitig einen deutlichen Umsatzanstieg im dritten Quartal 2026 verzeichnete.
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am 25. Oktober 2026 eine umfassende Schuldenfinanzierung in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Die Mittel sind zweckgebunden für den Einkauf von Grafikprozessoren bestimmt, wie Firmenchef Elon Musk mitteilte. Der Zugriff auf diese Kredite wurde durch die Bonitätseinstufung des Unternehmens sowie durch fortlaufende Einnahmen aus dem Satelliten-Internetdienst Starlink und dem Raketenstartgeschäft abgesichert. Das von Elon Musk geführte Unternehmen verhandelte nach Angaben von Insidern unter anderem mit dem Vermögensverwalter PIMCO und strebte ein Finanzierungspaket an, das laut Berichten rund 10 Milliarden US-Dollar an Bankkrediten und 30 Milliarden US-Dollar an Investment-Grade-Anleihen umfassen sollte. Dabei wurde die Finanzierung vom Vermögensverwalter Apollo Global Management angeführt, der die Schulden bei einem breiten Investorenkreis platzieren sollte.
Kredite, kündbare Schuldtitel und die Chip-Lieferung für 2027
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Anfang Oktober über entsprechende Verhandlungen mit Banken und Vermögensverwaltern berichtet.
Bereits im Vorfeld zeichneten sich komplexe Strukturen am Kapitalmarkt ab. Ratingagenturen bewerteten das Unternehmen nach dem im Juni erfolgten Börsengang, der SpaceX 86 Milliarden US-Dollar einbrachte, als verlässliche Schuldnerin mit einem Investment-Grade-Status. Mittlerweile zeigen sich Anleger jedoch skeptischer und bewerten die schuldenfinanzierten KI-Investitionen zunehmend kritisch, zumal diese teils auf Überkreuz- und Kreisgeschäften beruhen. Die SpaceX-Anleihen mit Laufzeit bis 2056 wurden laut MarketAxess nur noch zu rund 85 Cent je US-Dollar Nennwert gehandelt, wobei Anleger einen Aufschlag verlangten, der in gefährlicher Nähe zum Ramschniveau liegt.
Quartalszahlen und das geplante Terafab-Gemeinschaftsunternehmen
Die massiven Investitionen unterstreichen den enormen Kapitalbedarf des KI-Booms, da Technologieunternehmen darum wetteifern, sich fortschrittliche Prozessoren zu sichern und die für die Entwicklung erforderliche Rechnerinfrastruktur aufzubauen. In seinen jüngsten Quartalszahlen wies SpaceX erstmals Gewinn aus. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz von SpaceX im Jahresvergleich um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar. Im Berichtszeitraum des dritten Quartals steuerte das KI-Segment Erlöse in Höhe von 7,56 Milliarden US-Dollar bei, verglichen mit 813 Millionen US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Parallel zu den Zukäufen externer Prozessoren treibt SpaceX die eigene Hardware-Entwicklung voran. Die Massenproduktion wird für das dritte Quartल 2028 angestrebt. In den offiziellen Zulassungsunterlagen hatte SpaceX schon vor dem Börsengang die Eigenproduktion von Grafikprozessoren als zentralen Investitionsposten ausgewiesen und Investoren auf die massiven Finanzierungspläne für Künstliche Intelligenz und weitere Technologiefelder aufmerksam gemacht.
Marktwarnungen und Investitionsumfeld
Die Transaktion findet vor dem Hintergrund eines extrem kapitalintensiven Marktumfelds statt, in dem Tech-Unternehmen enorme Summen aufnehmen, um ihre Investitionen in Rechenzentren, Chips und andere KI-Infrastruktur zu finanzieren. Nvidia als führender Anbieter von Prozessoren für künstliche Intelligenz hatte sich im August mit Unternehmen wie Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR zu Finanzierungsplattformen zusammengeschlossen, um mehr als 500 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastrukturprojekte zu mobilisieren.
Weder Apollo, PIMCO, SpaceX noch Nvidia äußerten sich bisher zu den Details der Planungen, während die Transaktion den extremen Ressourcenbedarf der Branche weiter verdeutlicht.

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