Meta-Chef Mark Zuckerberg hat mit der Drohung eines Wohnsitzwechsels aus Kalifornien eine neue Aktienstruktur durchgesetzt, um eine mögliche einmalige Milliardärssteuer abzusichern. Die am Mittwoch, den 22. Oktober 2026, bei der US-Börsenaufsicht SEC offengelegte Vereinbarung regelt die Ausgabe stimmrechtsloser C-Aktien und verpflichtet den CEO zu einer achtjährigen Residenz am Konzernsitz.
Die Drohung eines Wegzugs aus dem Silicon Valley brachte den Facebook-Konzern im Spätsommer 2026 in Zugzwang. Aus Unterlagen für die SEC ging hervor, dass Mark Zuckerberg im September ein Ultimatum stellte: Bis zum 13. September drohte er mit dem Verkauf seines Hauses in Palo Alto, sollte keine Einigung über den Erhalt seiner Stimmrechtsmehrheit erzielt werden. Die Auseinandersetzung entzündete sich an der politischen Debatte um die geplante Abgabe in dem US-Bundesstaat.
Proposition 40 und das Risiko für Stimmrechte bei Meta
Im Zentrum des Konflikts steht die am 3. November 2026 anstehende Abstimmung über Proposition 40 in Kalifornien. Das Haushaltsbüro des kalifornischen Parlaments schätzt, dass die Regelung eine einmalige Steuer von fünf Prozent auf das Nettovermögen von Personen vorsieht, die am 1. Januar 2026 in dem Bundesstaat gemeldet waren. Für Zuckerberg, dessen Vermögen von Finanzdiensten wie Bloomberg auf 247 Milliarden Dollar beziffert wird, hätte eine solche Abgabe immense finanzielle Folgen.
Der 42-jährige Firmengründer greift aktiv ins operative Geschäft ein, und das Hauptquartier von Meta liegt im kalifornischen Silicon Valley in Menlo Park. Zuletzt griffen 3,64 Milliarden Nutzer auf mindestens eine Meta-App zu. Zu dem Firmengeflecht zählen neben WhatsApp und der Foto- sowie Videoplattform Instagram auch Threads als Gegenstück zum früheren Twitter-Nachfolger X. Um die einmalige Abgabe zahlen zu können, müsste Zuckerberg Meta-Aktien verkaufen. Wegen der drohenden Milliardärsteuer in Kalifornien schaute die Öffentlichkeit gebannt auf die Residenzfragen des Konzernchefs.
Am 1. Oktober hielt der Meta-Chef 60,6 Prozent der Stimmrechte an dem Unternehmen. Hätte er die Steuer aus regulären, stimmberechtigten Aktien begleichen müssen, wäre sein Kontrollanteil nach Berechnungen des zuständigen Sonderausschusses auf etwa 53 Prozent gesunken. Ziel ist, dass Zuckerberg das Unternehmen weiter aus Kalifornien führt, in der Nähe von Meta Superintelligence Labs
, betonte der Ausschuss in den veröffentlichten Unterlagen.
Die Einigung mit dem Sonderausschuss und die neue Aktienklasse C
Um eine Verwässerung der Kontrolle zu verhindern, verhandelte ein Sonderausschuss unabhängiger Verwaltungsratsmitglieder seit Februar über eine neue Aktienstruktur. Die Maßnahme soll Akquisitionen finanzieren und wichtige Talente halten, während Zuckerbergs Kontrolle gewahrt bleibt. Ein eigens gebildeter Ausschuss des Verwaltungsrats des Facebook- und Instagram-Mutterkonzerns kam zu dem Befund, dass Zuckerbergs Verbleib in der Führungsspitze sowie die Beibehaltung des bisherigen Hauptsitzes von fundamentaler Bedeutung sind. Die Lösung sieht vor, dass Meta am 19. Januar 2027 nach einer Satzungsänderung eine neue Gattung von C-Aktien ohne Stimmrecht ausgibt. Jeder Aktionär erhält je Aktie ein solches Papier, was faktisch einem Aktiensplit im Verhältnis zwei zu eins entspricht.

Zuckerberg darf sofort ein Fünftel dieser neuen Aktien verkaufen, was Beratern zufolge etwa 20 Milliarden Dollar an sofort verfügbarem Kapital freisetzt. Für die verbleibenden 80 Prozent gilt eine strenge Kopplung an seine operative Tätigkeit und seine Anwesenheit am Hauptsitz:
- Jedes Quartal werden 2,5 Prozent der übrigen C-Aktien frei, sofern Zuckerberg das Unternehmen in Vollzeit führt.
Milliardenschwere KI-Investitionen und Parallelverfahren in New Mexico
Die geänderte Struktur soll dem Konzern zusätzliche finanzielle Spielräume eröffnen, während Meta seine Investitionen in Künstliche Intelligenz massiv ausbaut. Zuckerberg baut Rechenzentren für Künstliche Intelligenz im Wettbewerb mit Vorreitern wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI aggressiv aus. Meta hob das untere Ende der Spanne der Prognose erneut um fünf Milliarden Dollar an. Das starke Werbegeschäft liefert die dafür nötigen Mittel: Im abgelaufenen Quartal steigerte Meta den Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar, während der Gewinn 9,86 Milliarden Dollar erreichte (nach schwarzen Zahlen von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum).

Parallel zu diesen Weichenstellungen sah sich der Konzern mit rechtlichen Rückschlägen konfrontiert. Wenige Stunden vor Veröffentlichung der Quartalszahlen wurde bekannt, dass Meta wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe zahlen soll. Ein Richter legte die Summe auf 25 Milliarden Dollar fest, nachdem zuvor Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico befunden hatten, dass Facebook die Anwender bezüglich ihrer Meinungsfreiheit sowie beim Schutz persönlicher Daten getäuscht habe. Das Unternehmen kündigte an, das Urteil im Berufungsverfahren anzufechten.
beispiellosen Herausforderungen und des Wettbewerbs in unserer Branche.
Sonderausschuss des Verwaltungsrats, via Marketscreener
Ob die Steuer in Kalifornien tatsächlich erhoben wird, bleibt derweil ungewiss. Auslöser ist eine potentielle einmalige Vermögensabgabe von fünf Prozent für Milliardäre, über welche die Wahlberechtigten in dem US-Bundesstaat im November abstimmen könnten.
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