Beim Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland in Magdeburg feierten rund 300 Delegierte am Samstag den Landes-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Die Veranstaltung, die eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfand, war von scharfen Forderungen nach Massenabschiebungen, heftiger Kritik am politischen Gegner und heftigem internen Streit um die Europapolitik geprägt.
Die Atmosphäre im Magdeburger „Alten Theater war am Samstag von einem intensiven Wahlkampfgepäck bestimmt. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Landes-Spitzenkandidat für die anstehende Wahl in Sachsen-Anhalt, der von den Delegierten gefeiert wurde wie ein Popstar.
Ulrich Siegmund und der Kampf um die Macht in Sachsen-Anhalt
Als Ulrich Siegmund am Nachmittag die in schummerig-blaues Licht getauchte und mit Plastik-Eichenbäumchen geschmückte Bühne betrat, skandierten die jungen Parteimitglieder seinen Namen. In seiner Rede gab sich der Spitzenkandidat siegbewusst und kündigte einen radikalen Kurs an. Er werde jeden Winkel unseres wunderschönen Landes zurückholen
, rief er den Anwesenden zu, wie die F.A.Z. berichtete.
Siegmund betonte, die Partei werde in Sachsen-Anhalt Geschichte schreiben. Das Ziel reiche weit über das Bundesland hinaus. Der Deutschlandfunk wies darauf hin, dass die Landtagswahl nach Darstellung des Politikers nur der erste Schritt sei, während die AfD nach der Macht in ganz Deutschland strebe. Für den Fall eines Verfehlens der absoluten Mehrheit zeigte sich Siegmund ebenfalls optimistisch und verwies auf kommende Wahlen in Thüringen, Brandenburg und Sachsen.
Forderungen nach europaweiter Remigration
Neben den Wahlkampfparolen standen migrationspolitische Maximalforderungen im Zentrum des Kongresses. Der Bundesvorsitzende der Nachwuchsorganisation, Jean-Pascal Hohm, bekräftigte die Haltung des Verbands mit deutlichen Worten. Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben.
Millionen von Menschen seien ins Land gekommen, und Millionen müssten Deutschland wieder verlassen.

Unterstützung erhielt diese Linie auf europäischer Ebene. Ein anwesender Europaabgeordneter der Partei forderte darüber hinaus, Rückführungen nicht nur national, sondern auf gesamteuropäischer Ebene zu organisieren. Nötig sei nicht nur Remigration, sondern europaweite Remigration
, und Europa müsse zu einer Festung Europa
ausgebaut werden.
Offener Streit um den Euro und interne Kursdebatten
Nicht in allen Punkten herrschte auf dem Kongress Einigkeit. Beim traditionellen AfD-Gründungsthema der europäischen Währung traten erhebliche Risse zutage. Ein zuvor bekanntgewordener Entwurf der Parteijugend-Spitze hatte zwar Reformvorschläge für den Euro ins Spiel gebracht, aber ausdrücklich keinen Austritt gefordert. Hohm begründete seine persönliche Ablehnung eines Euro-Austritts gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit dem Lebensgefühl junger Menschen, die es gewohnt seien, an Grenzen keine Währung mehr umrechnen zu müssen.

Doch dieser Kurs stieß auf massiven Widerstand unter den Delegierten. In Redebeiträgen wurde deutliche Kritik an der Aufweichung der bisherigen Parteilinie laut. Damit wich die Jugendorganisation von der Haltung der Mutterpartei ab, die im Bundestagswahlprogramm für 2025 noch einen Austritt Deutschlands aus dem Euro-System gefordert hatte.
Derbe Attacken des Landesvorsitzenden Reichardt
Für die emotionalen Höhepunkte im Saal sorgte auch der Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Martin Reichardt, dessen Auftritt von scharfen Angriffen auf den politischen Gegner geprägt war. Seine Rede war von Schmähungen durchsetzt, die bei den anwesenden Delegierten frenetischen Jubel auslösten.
Vater Staat sei heute
ein nach Dope stinkender, fauler Asi, der sein Geld für Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen.
Die Generation Deutschland war im November des Vorjahres in Gießen als Nachfolgeorganisation der Jungen Alternative gegründet worden. Letztere war vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und aufgelöst worden, wobei die Behörde von einer personellen und programmatischen Kontinuität zwischen beiden Verbänden ausgeht.
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