Paramount hat eine Einigung mit zwölf US-Bundesstaaten erzielt, um die Kartellklage gegen die geplante Fusion mit Warner Bros. Discovery in Höhe von 110 Milliarden Dollar beizulegen. Die Vereinbarung knüpft die Genehmigung des Rekordgeschäfts an strenge Ausgabenvorgaben, Mindestproduktionen von 30 Filmen jährlich und drohende Strafen bei Verfehlungen.
Eine Koalition aus zwölf Bundesstaaten hatte den 110-Milliarden-Dollar-Deal mit Klagen blockiert, um den Wettbewerb zu schützen.
Strenge Auflagen und Filmquoten für das fusionierte Studio
Die Bedingungen der Einigung sehen vor, dass das neu entstehende Unternehmen für die Dauer von fünf Jahren feste Produktionsvorgaben erfüllen muss. In den ersten zwei Jahren nach Abschluss der Transaktion ist die Veröffentlichung von jeweils mindestens 30 Filmen jährlich vorgeschrieben. Andernfalls drohen Strafzahlungen in Höhe von 30 Millionen Dollar pro nicht produziertem Film, die direkt in die von den großen Gewerkschaften verwalteten Renten- und Gesundheitskassen fließen sollen.
In den darauffolgenden drei Jahren steigt die Quote sogar auf 32 Filme pro Jahr. Sollte das Unternehmen die Anforderungen in diesem Fünfjahreszeitraum verfehlen, greift eine drastische Konsequenz: Das Studio wird gezwungen, seine Beteiligung von 49 Prozent an Miramax Studios an einen Mitbewerber zu veräußern. Zusätzlich zu den Filmquoten muss das Management mindestens 300 Millionen Dollar mehr für Film- und Fernsehprojekte ausgeben, die in den Vereinigten Staaten produziert werden.
Hollywood bleibt gespalten zwischen Quoten und Arbeitsplätzen
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta betonte laut der Berichterstattung, dass der Vergleich darauf ausgerichtet sei, die inländische Produktion zu sichern und protecting the livelihoods of workers above and below the line
zu gewährleisten. Gewerkschaftsvertreter wie SAG-AFTRA-Präsident Sean Astin und Chefunterhändler Duncan Crabtree-Ireland zeigten sich ebenfalls dankbar, bezeichneten die Vorgaben jedoch zugleich als the lowest standards that our employers must meet
.
Historisch gesehen haben beide Unternehmen in den letzten sechs Jahren deutlich weniger produziert: Paramount kam im Schnitt auf 15 Filme jährlich, Warner Bros. Discovery auf 17. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass das Regelwerk es dem Konzern erlaubt, die geforderten 30 Filme auch durch den bloßen Zukauf fertiggestellter Filme von externen Produktionshäusern zu erreichen, anstatt sie selbst zu finanzieren.
Tom Cruise stellt sich hinter das Führungsteam von David Ellison
Prominente Unterstützung erhält der Deal derweil von Hollywood-Star Tom Cruise. In einem Auftritt bei The Pat McAfee Show äußerte sich der Schauspieler begeistert über die Pläne von Paramount-Chef David Ellison und die umstrittenen Produktionsziele, wie Comingsoon berichtet.
Der Schauspieler begründete seine Haltung weniger mit strategischen Überlegungen als mit dem familiären Zusammenhalt in der Branche. It’s a community to me. It’s not an industry. The people in these studios are not just people in the studios. They’re my family,
erklärte Cruise vor laufenden Kameras. Angesichts anhaltender juristischer Hürden – darunter der Widerstand der Bundesstaaten gegen die Freigabe einer 1,88-Milliarden-Dollar-Anleihe und ein für den 2. März anberaumter Gerichtstermin – zeigt sich der Hauptdarsteller unbeeindruckt.
Cruise rief seine Kolleginnen und Kollegen dazu auf, den ambitionierten Kurs gemeinsam zu unterstützen, anstatt das Vorhaben zu kritisieren. Der Erfolg hänge von der Zusammenarbeit aller Filmschaffenden ab, um die vorgegebenen Veröffentlichungen in den kommenden Jahren zu stemmen.
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