NASA hat auf dem Mars im Gestein des Mount Sharp flache Vertiefungen entdeckt, die an übergroße Fußabdrücke erinnern. Der Roboter Curiosity fand diese bisher einmaligen Strukturen nach 14 Jahren auf der Marsoberfläche. Forscher stehen vor einem geologischen Rätsel, da ähnliche Mulden bislang völlig unbekannt waren.
Rätselhafte Abdrücke im Marsgestein
Der Rover Curiosity hat bei seiner Erkundung des Mount Sharp ungewöhnliche Spuren hinterlassen, die das Wissenschaftsteam vor neue Fragen stellen. In den untersuchten Gesteinsschichten stießen die Instrumente auf breite, flache Vertiefungen. Auf den Aufnahmen wirken sie wie vergrößerte Fußabdrücke im staubigen Boden.
Die tatsächlichen Ausmaße sind weit kleiner – eine der größeren Vertiefungen misst in der Breite gerade einmal einen Zentimeter.
Die Psychologie der Pareidolie
Solche Phänomene auf fremden Planeten rufen oft menschliche Erkennungsmuster hervor. Michelle Minitti, stellvertretende wissenschaftliche Leiterin des Instruments MAHLI, merkte dies im NASA-Blog an.
Menschen tendieren dazu, vertraute Formen in zufälligen Strukturen zu sehen. In der Psychologie wird dies als Pareidolie bezeichnet. Doch die reale Geologie vor Ort liefert handfeste Überraschungen.
Einzigartige Gesteinsstrukturen nach 14 Jahren auf dem Mount Sharp
Zwar gehören kleine Löcher und Mulden zum vertrauten Bild der Marsoberfläche. Sie entstehen meist dann, wenn härtere Knollen oder Geröllstücke aus dem umgebenden Gestein herauswittern. Die nun von Curiosity dokumentierten Vertiefungen heben sich jedoch deutlich von diesen bekannten Erosionsspuren ab.
Sie sind spürbar breiter und flacher als frühere Formationen. Zudem fanden die Forscher im Inneren keinerlei Hinweise auf Überreste von Objekten, die als Auslöser gedient haben könnten.
Der wissenschaftliche Befund von MAHLI, ChemCam und APXS
Um die Beschaffenheit der mysteriösen Mulden exakt zu erfassen, setzte das Kontrollteam mehrere spezialisierte Kameras und Messgeräte ein. Die Instrumente MAHLI und Mastcam fertigten überlappende Aufnahmen sowie Stereomosaike an. Aus diesen Bilddaten lässt sich ein detailliertes digitales Höhenmodell ableiten.
Parallel dazu nahmen die ChemCam, MAHLI und das Röntgenspektrometer APXS die grauen, rauen und widerstandsfähigen Gesteinsschichten genau unter die Lupe. Die chemische Analyse ergab, dass sich dieses Material deutlich von dem umgebenden Grundgestein unterscheidet. Wie diese Strukturen entstanden sind und welche Epoche der Marsgeschichte sie widerspiegeln, bleibt vorerst ungeklärt.
Das typische Grundgestein war alles andere als langweilig.
Michelle Minitti, stellvertretende wissenschaftliche Leiterin von MAHLI
Geologische Prozesse jenseits des Forschungsrahmens
Obwohl die Entstehung der flachen Vertiefungen offen bleibt, zeigt der Fund einmal mehr etwas Wichtiges. Der rote Planet hält selbst nach mehr als einem Jahrzehnt intensiver Erkundung geologische Prozesse bereit, die den bisherigen Forschungsrahmen sprengen.

Die genaue Auswertung der digitalen Höhenmodelle und Spektraldaten wird zeigen, ob es sich um eine lokale Besonderheit handelt. Oder eben um ein weitverbreitetes Muster in dieser Region des Mount Sharp.
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