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Technik und Wissenschaft

Amazon investiert Millionen in Wasserschutz am Colorado River

Amazon plant eine Investition von 20 Millionen Dollar für Wasserschutzprojekte am Colorado River und will bis zu 100 Millionen Dollar einsammeln. Während das Unternehmen seine eigene Wassereffizienz bei Rechenzentren stark steigert, bleibt der gesamte Wasserfußabdruck der Konzerneinrichtungen für die Öffentlichkeit weiterhin intransparent, wie Recherchen zeigen.

Amazon will 20 Millionen Dollar in Wasserschutzprojekte entlang des Colorado River stecken. Der Fluss gilt als lebenswichtige, aber stark schrumpfende Wasserquelle für 40 Millionen Menschen im Westen der USA.

Das Colorado River Basin Collaborative und die Finanzierungsziele

Im Rahmen der Initiative wurde das Colorado River Basin Collaborative ins Leben gerufen. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, eine der größten Wasserinitiativen der Privatwirtschaft für ein einzelnes US-Flusseinzugsgebiet aufzubauen. Über einen Zeitraum von zwei Jahren sollen insgesamt 100 Millionen Dollar für den Wasserschutz eingesammelt werden, wobei die 20 Millionen Dollar direkt aus der Kasse von Amazon stammen.

Andere Unternehmen haben im Rahmen des Kollaborativs die Möglichkeit, eigenständig Verträge mit ausgewählten Schutzprojekten abzuschließen. Geprüft werden diese Projekte von der UN-gestützten Water Resilience Coalition, der Amazon nun ebenfalls beitritt. Zu den weiteren Mitgliedern des Netzwerks gehören Branchengrößen wie Microsoft und Meta.

Maßnahmen in Kalifornien und der Druck auf Rechenzentren

Da Kalifornien als erste Station für die meisten aus Asien importierten US-Waren dient, betreibt Amazon dort mehr Lagerhäuser als in jedem anderen Bundesstaat. In Orange County hat das Unternehmen zugesagt, über die nächsten drei Jahre 2.2 Millionen Dollar bereitzustellen, um Lecks aufzuspüren und zu reparieren. Nach Angaben von Amazon sollen dadurch jährlich 189 Millionen Gallonen Wasser eingespart werden.

Gleichzeitig stehen Technologiekonzerne wegen des enormen Wasserbedarfs neuer KI-Rechenzentren unter Beobachtung. Schätzungen zufolge verbrauchte künstliche Intelligenz im Jahr 2025 weltweit zwischen 312,5 Milliarden und 764,6 Milliarden Liter Wasser. In Arizona befürchten Anwohner, dass Rechenzentren die durch Kürzungen des Colorado-River-Wassers bereits steigenden Versprengungspreise weiter verschärfen könnten.

Intransparenz beim weltweiten Gesamtverbrauch

Im Juni legte Amazon offen, dass seine weltweiten Rechenzentren im Jahr 2025 rund 2,5 Milliarden Gallonen Wasser verbrauchten, eingerechnet sind dabei eigene, geleaste und gemeinsam genutzte Anlagen. Direkt betriebene Rechenzentren verzeichneten demnach einen Rückgang des Verbrauchs um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was auf eine seit 2021 um 52 Prozent verbesserte Wassereffizienz zurückgeführt wird. Das Unternehmen gibt an, 0,12 Liter Wasser pro Kilowattstunde Strom zu verbrauchen, was etwa siebenmal effizienter sei als der Branchendurchschnitt.

Umweltschützer und Nachhaltigkeitsexperten warnen jedoch davor, die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ausschließlich anhand von Effizienzwerten zu beurteilen. Wegen des sogenannten Jevons-Paradoxons kann eine effizientere Technologie am Ende zu einem höheren Gesamtressourcenverbrauch führen, da sie häufiger eingesetzt wird. Deswegen sei es wichtig, den Gesamtwasserverbrauch im Blick zu behalten.

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Microsoft und Google, die ihren gesamten Wasserverbrauch seit Jahren detailliert oder nach Standorten aufschlüsseln, gewährt Amazon ein unvollständiges Bild. Zudem verfügt das Unternehmen im Vergleich zu anderen Tech-Giganten über eine riesige physische Infrastruktur aus Lagerhäusern, die in den Rechenzentrumsdaten überhaupt nicht auftaucht.

Die Debatte um sekundäre Wassernutzung bei der Stromerzeugung

Eine Recherche des Guardian aus dem Jahr wirft zudem die Frage auf, inwieweit Amazon den wahren Wasserbedarf verschleiert. Demnach entschied das Unternehmen aus Sorge vor Reputationsrisiken, den Wasserverbrauch für die Stromerzeugung – eine sogenannte sekundäre Nutzung – bei der Berechnung seiner Nachhaltigkeitsziele nicht einzubeziehen. Auch die jüngst veröffentlichten Kennzahlen zu den Rechenzentren lassen diesen Faktor aus.

Amazon commits $20 million to help protect the Colorado River

Während Rechenzentren selbst Wasser für Kühlsysteme benötigen, stammt ein Großteil des gesamten Wasserfußabdrucks aus der Stromerzeugung, da Kraftwerke Kühlwasser und Dampf für Turbinen brauchen. Im Jahr 2021 nutzte das Unternehmen laut Berichten 10,5 Milliarden Gallonen für solche indirekten Prozesse.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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