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Linke unter Elif Eralp gewinnt Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 21. September 2026 hat die Linkspartei unter Spitzenkandidatin Elif Eralp mit 25,7 Prozent der Stimmen einen historischen Sieg errungen. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD verlor ihre Mehrheit, während die AfD zulegte und der Zentralrat der Juden besorgt reagierte.

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 21. September 2026 hat die politische Landschaft der Hauptstadt grundlegend umgekrempelt. Wie die Landeswahlleitung mitteilte, holte die Linkspartei mit rund 25,7 Prozent mit großem Vorsprung den ersten Platz bei einer Landeswahl in der Geschichte der Partei. Das bisher regierende Bündnis aus CDU und SPD wurde abgewählt. Die Christdemokraten landeten mit Spitzenkandidat Stefan Evers abgeschlagen bei 18,8 Prozent, gefolgt von der AfD mit 16,3 Prozent, den Grünen mit 14,3 Prozent und der SPD, die mit 12,1 Prozent ihr bisher schlechtes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl einfuhr.

Wohnungsnot, Jugendwahlen und der Aufstieg von Elif Eralp

Spitzenkandidatin Elif Eralp, die zuvor über die Parteigrenzen hinaus kaum bekannt war, inszenierte sich gezielt auf Social Media. Inhaltlich knüpfte die Partei an den Volksentscheid aus dem Jahr 2021 an, bei dem sich rund 59 Prozent der Abstimmenden für die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ausgesprochen hatten. Eralp kündigte am Wahlabend an, diesen politischen Wechsel nun konsequent vorantreiben zu wollen.

Endlich diesen Politikwechsel. Dafür stehe ich, und dafür werde ich in Gespräche gehen.

Koalitionsoptionen und scharfe Reaktionen auf Antisemitismusdebatten

Die bisherige Koalition aus CDU und SPD verlor ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus, wodurch im Landesparlament nur noch Dreierbündnisse möglich sind wie etwa eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD. Die Grünen erklärten umgehend ihre Bereitschaft, ein progressives Bündnis für Berlin zu schmieden. Auch die Linke kündigte an, auf einem Parteitag am Freitag über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen beraten zu wollen.

Linke unter Elif Eralp gewinnt Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent
Photo: N TV

Hürden für eine Regierungsbildung drohen beim Thema Enteignungen, das von der SPD im Wahlkampf strikt abgelehnt wurde. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, der das Ergebnis als katastrophal und als Abwahl der bisherigen Regierung bezeichnete, zeigte sich skeptisch, ob Enteignungen tatsächlich umgesetzt werden könnten. Krach war kurz vor dem Wahltag zudem mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsnahme konfrontiert worden.

Zusätzlichen politischen Sprengstoff liefern Antisemitismusvorwürfe gegen den Berliner Landesverband der Linkspartei. Äußerungen aus dem Bezirksverband Neukölln sowie Palästina-Debatten überschatteten den Wahlkampf. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußerte sich am Sonntag zutiefst beunruhigt über den Wahlsieg.

Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst.

Verlorene Mandate und das Scheitern von FDP und BSW

Neben den Verlusten der großen Volksparteien blieben auch kleinere politische Kräfte hinter den Erwartungen zurück. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verpasste mit 4,7 Prozent ebenso den Einzug ins Abgeordnetenhaus wie die FDP, die mit 2,5 Prozent erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Von den insgesamt 78 Direktmandaten im Abgeordnetenhaus sicherte sich die Linke 29, gefolgt von der CDU mit 26, der AfD mit zwölf, den Grünen mit zehn und der SPD mit einem einzigen Direktmandat. Eralp gewann ihren Wahlkreis in Friedrichshain-Kreuzberg direkt mit 50,4 Prozent der Stimmen, während der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers sein Direktmandat in Treptow-Köpenick mit 24,5 Prozent verlor.

Linke unter Elif Eralp gewinnt Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent
Photo: welt.de
Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, hat am Wahlabend auf
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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