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Die Linke gewinnt Berlin-Wahl mit Rekordergebnis vor der CDU

Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 21. September 2026 mit einem historischen Rekordergebnis von rund 25,7 Prozent gewonnen und verweist die CDU auf den zweiten Platz. Spitzenkandidatin Elif Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an, während ein progressives Dreierbündnis mit SPD und Grünen rechnerisch möglich ist.

Nach einer turbulenten politischen Phase in der Hauptstadt hat die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin das politische Machtgefüge grundlegend verschoben. Die Linkspartei fuhr das beste Ergebnis ihrer Geschichte ein und lässt die bisher regierende CDU deutlich hinter sich.

Im Zentrum des politischen Interesses steht nun die Frage, ob die Hauptstadt erstmals von einer linken Regierungschefin geführt wird. Elif Eralp machte ihren Regierungsanspruch am Wahlabend unmissverständlich deutlich. Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen daraus einen besseren Ort, erklärte sie vor Anhängern.

Historisches Rekordergebnis für Die Linke und schwere Verluste der CDU

Der Sprung an die Spitze ist für Die Linke ein beachtlicher Erfolg. Bei der vorherigen Abgeordnetenhauswahl lag die Partei noch bei 12,2 Prozent, womit sich der Stimmenanteil mehr als verdoppelt hat. Im neuen Parlament wird die Fraktion 47 Sitze einnehmen. Die Spitzenkandidatin setzte im Wahlkampf vor allem auf das Thema bezahlbare Mieten, das bei den Wählerinnen und Wählern offenbar den Nerv der Zeit traf.

Die CDU hingegen musste herbe Verluste hinnehmen. Nachdem Stefan Evers im Juli als Ersatzmann für den amtierenden Regierungschef Kai Wegner in den Wahlkampf eingestiegen war, konnte die Partei das Ruder nicht herumreißen. Die Christdemokraten stürzten von 28,2 Prozent auf 18,8 Prozent ab und stellen künftig 34 Abgeordnete. Evers sprach von nicht ganz einfachen Verhältnissen, kündigte aber an, die verbleibenden Optionen und mögliche Bündnisse auszuloten.

Rechnerische Optionen für ein rot-grün-rotes Bündnis

Die regierende schwarz-rote Koalition ist nach dem Wahlausgang abgewählt. Da eine absolute Mehrheit für eine einzelne Partei ausgeschlossen ist, führt der Weg zu einer neuen Regierung über ein Dreierbündnis. Rechnerisch bietet sich vor allem eine Neuauflage von Rot-Grün-Rot an, einer Konstellation, die Berlin bereits zwischen 2016 und 2023 regiert hatte.

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl mit Rekordergebnis vor der CDU
Photo: rtl.de

Die AfD landete mit 16,3 Prozent auf dem dritten Platz und errang 29 Sitze im Abgeordnetenhaus. Die Grünen folgen mit 14,3 Prozent und 26 Sitzen, während die SPD mit 12,1 Prozent und 22 Sitzen ihr historisch schwächstes Ergebnis in der Hauptstadt verzeichnete. Koalitionsgespräche dürften sich insbesondere zwischen SPD und Linkspartei als komplex erweisen, da in den Reihen der Sozialdemokraten skeptische Stimmen bezüglich einer erneuten Koalition laut wurden.

Ich hatte eine rot-rot-grüne Regierung, fünf Jahre, und ein Dreierbündnis ist schon strukturell schwer. Mit diesen Linken, sehr parteiunerfahren, parlamentsunerfahren, eher aus dem Aktivistenlager, ist es sicherlich nochmal schwieriger.

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Neben personellen Hürden stehen vor allem inhaltliche Differenzen im Raum.

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl mit Rekordergebnis vor der CDU
Photo: ZEIT

Unterdessen mussten andere politische Kräfte empfindliche Rückschläge hinnehmen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht verpasste den erstmaligen Einzug in das Landesparlament knapp und scheiterte mit 4,7 Prozent an der Fünfprozenthürde. Auch die FDP schaffte den Wiedereinzug mit 2,5 Prozent deutlich nicht. Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zur vorherigen Abgeordnetenhauswahl spürbar an und lag bei 75 Prozent, wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf Infratest dimap meldete.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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