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Welt

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl, SPD stürzt auf historisches Tief

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September 2026 hat Die Linke nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 25,7 Prozent erstmals in der Geschichte den ersten Platz belegt. Spitzenkandidatin Elif Eralp könnte damit die erste regierende Bürgermeisterin Berlins mit Migrationsgeschichte werden, während die SPD ein historisches Tief verzeichnet.

Historischer Wahlsieg der Linken und dramatische Verluste der SPD

Die politische Landschaft Berlins hat sich bei der Abgeordnetenhauswahl grundlegend verschoben. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis errang Die Linke 25,7 Prozent der Stimmen und verwies damit die CDU auf den zweiten Platz, die auf 18,8 Prozent kam. Auf dem dritten Platz folgt die AfD mit 16,3 Prozent, während die Grünen 14,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnten.

Besonders hart traf das Wahlergebnis die Sozialdemokraten. Die SPD stürzte auf ein historisches Tief von 12,1 Prozent ab. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach räumte die Niederlage in der ARD ein und bezeichnete das Abschneiden als katastrophales Ergebnis, das keinen Regierungsauftrag hergebe.

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl, SPD stürzt auf historisches Tief
Photo: wsws.org

„Die Enttäuschung ist riesig, das ist ein katastrophales Ergebnis für die Berliner SPD.“Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat

Auf die Frage, ob die SPD mit der Linken oder der CDU in eine Koalition gehen wolle, sagte Steffen Krach in der ARD: „Wir sind abgewählt worden. Wir haben keinen Regierungsauftrag. Nach dem historischen Tief für seine Partei ist offen, ob Steffen Krach Landesvorsitzender bleibt.

Auch andere Parteien erlitten herbe Rückschläge. Das BSW verfehlte den Einzug ins Parlament mit 4,7 Prozent knapp, und die FDP scheiterte mit 2,5 Prozent ebenfalls deutlich an der Fünfprozenthürde. Das BSW wird von Sahra Wagenknecht angeführt.

Rechnerische Mehrheiten und die schwierige Regierungsbildung

Das Berliner Abgeordnetenhaus umfasst nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) insgesamt 162 Sitze, womit eine absolute Mehrheit von mindestens 82 Mandaten für eine Regierungsbildung erforderlich ist. Da die bisherige Koalition aus CDU und SPD rechnerisch lediglich auf 57 Sitze kommt, führt kein Weg an einem Dreierbündnis vorbei.

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl, SPD stürzt auf historisches Tief
Photo: Tagesspiegel

Ein Linksbündnis aus Linken, Grünen und SPD unter der Führung von Elif Eralp käme demnach auf 97 Sitze. Eine Koalition von CDU, Grünen und SPD unter der Führung von Stefan Evers hätte 84 Mandate. Andere politische Bündnisse sind rechnerisch nicht möglich.

Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, bekräftigte bei der Wahlparty ihrer Partei im Festsaal Kreuzberg ihre Absicht, Regierende Bürgermeisterin zu werden. „Wir werden diesen Erfolg gemeinsam in einen neuen Weg für Berlin verwandeln, rief sie ihren Anhängern zu, immer wieder von Jubelrufen unterbrochen. „Lasst uns rausgehen und lasst uns Berlin verändern.

Die Grünen sprachen sich für eine Koalition mit Linken und SPD aus. „Die Berlinerinnen und Berliner haben sich für einen Politikwechsel entschieden und Schwarz-Rot klar abgewählt, teilten die Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai mit. „Wir wollen jetzt Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit SPD und Linken ein progressives Bündnis für Berlin schmieden.

Wahlkampf-Kontroverse um Neuköllner Kundgebung

Bereits im Vorfeld der Wahl sorgte eine Kundgebung des Linken-Kreisverbands Neukölln für heftige politische Debatten. Unter dem Motto „Wütend auf den Kapitalismus“ hatte der Kreisverband am Samstagabend eine Kundgebung auf dem Herrfurthplatz organisiert, die rund tausend Menschen anzog. Neben Auftritten von Kandidaten für das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) traten auch Musiker auf, darunter der Rapper Dahabflex.”

Die Linke gewinnt Berlin-Wahl, SPD stürzt auf historisches Tief
Photo: zeit.de

Gegen Ende der Veranstaltung spielte Dahabflex seinen Song „Stop the Genocide“. In den Liedzeilen kommen unter anderem die Formulierungen „Yallah, yallah, intifada“ und „Death to the IDFvor, während eine andere Textstelle lautet: „We are not antisemites. Millions of people displaced. That is why we demand peace.””

LIVE: Berlin Election Exit Polls — Linke Supporters React as CDU, AfD & Greens Await Results | AC1E

Der Auftritt löste ein großes Medienecho und scharfe Kritik von politischen Konkurrenten aus. Der Tagesspiegel schrieb von „open Jew-hatred“, während die Bild-Zeitung den Auftritt als „einen Aufruf zu Gewalt gegen Israel“ bezeichnete. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers erklärte, Antisemitismus innerhalb der Berliner Linkspartei sei „kein Ausrutscher mehr, sondern Teil ihres politischen Systems“. Auch der Grüne Politiker Werner Graf warf der Linkspartei „Aufruf zur Gewalt“ vor, und SPD-Spitzenkandidat Stefan Krach warf der Linkspartei vor, dem „Israel-Hass eine Bühne gegeben“ zu haben.”””””

Die Landesvorsitzende Kerstin Wolter und Spitzenkandidatin Elif Eralp verteidigten den Neuköllner Kreisverband nicht gegen die Kritik. Elif Eralp verurteilte den Auftritt des Rappers vielmehr „auf das Schärfste“ und erklärte, „Aufrufe zu Gewalt und zum Tötenhätten auf einer linken Veranstaltung keinen Platz.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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